Android auf der MobileTech Conference: Alle Dimensionen
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Android kann viel mehr als Smartphones und Tablets Leben einhauchen. Während man überall angeregt über Googles mobile Strategie diskutiert, lohnt es sich, auch mal über den Tellerrand dessen hinauszuschauen, was man unter Android versteht. Denn das Betriebssystem ist auch in einer Sparte von Interesse, für das es ursprünglich nicht konzipiert wurde: dem Embedded-Bereich.

Denn dank Open Source und Linux-Kernel ist es bestens für Endgeräte geeignet, auf denen man Android garnicht vermuten würde. Ein derzeit prominentes Beispiel ist sicherlich die Spielekonsole OUYA, aber Android kann auch Uhren, Festnetztelefone, Home Enternainment Systeme und E-Reader wie den Tolino. Genau, auf dem kleinen energiesparenden Reader läuft Android 2.3, berichtete uns Dominik Helleberg in seinem Talk gestern auf der MobileTech Conference in Berlin.

Warum wird Android auf Embedded-Geräten eingesetzt? Ganz einfach: Touch-GUIs sind auf diesen Geräten traditionell problematisch, denn sie kommen naturgemäß nicht aus dem Touch-Bereich. Das Ergebnis dieses Erbes sind oft Button-Wüsten, auch heute noch. „Auf so einem Gerät würde meine Frau vielleicht gerade noch den OK-Button finden,“ witzelte Dominik und zeigt das Foto eines kleinen Devices, mit dem sich die Lichter im Haus regulieren lassen. Die restlichen Buttons wirken fehl platziert, nicht intuitiv und ganz sicher nicht sexy. Da ist ein Android-Smartphone doch um einiges leichter zu bedienen.

Es gibt heute nur wenige Entwickler, die sich gute mit Embedded-Betriebssystemen auskennen, weiß Dominik. Daher macht es Sinn, auf Android zurückzugreifen, wenn man etwas Neues probieren will und das Android-Wissen schon mitbringt. Denn mehr braucht man nicht. Dominik erklärte anhand von Code-Beispielen, wie einfach es ist und hat damit unseren Horizont in Sachen Android-Entwicklung erweitert.

Android und Gradle: Da kommt zusammen was zusammengehört?

Ebenso spannend wie der wichtige Embedded-Bereich war auch die folgende Session von Hans Dockter, Gründer von Gradleware und dem Gradle Build-System. Denn vor knapp einem Jahr kam Google auf den Berliner zu, um eine mögliche Zusammenarbeit zu besprechen. Das Ergebnis ist das neuen Build-System aus Gradle und dem Gradle Android-Plug-in samt IDE-Unterstützung über Android Studio.

Es scheint, als habe Google die massiven Vorteile von Open Source optimal genutzt und sich im Java-Ökosystem die Perlen herausgesucht, denn genau wie Gradleware war man auch auf JetBrains zugegangen, um deren Expertise für die Entwicklung des neuen Android Studios zu nutzen. Und so wird auch das neue Plug-in bei Google und nicht bei Gradleware entwickelt.

Auf der MTC hatten wir Gelegenheit, mit Hans Dockter über die neuen Entwicklungen im Bereich Gradle und Android zu plaudern (Video folgt unten). Es macht Spaß zu beobachten, wie das Android-Universum stetig wächst und gedeiht. Wir freuen uns auf den heutigen zweiten Tag der Android-Tracks, wo es unter anderem um Location Services, Android Studio und Augmented Reality gehen wird. 

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