Android rooten – Vorteile, Risiken, Anleitung
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Warum sollte ich Android rooten? Ein Android-Root-Zugriff erlaubt vollen Zugriff auf sämtliche Android-Funktionen, beispielsweise um das System schneller und energiesparender laufen zu lassen.

Android rooten! Warum?

Googles mobiles Betriebssystem basiert auf Linux. Daher sind auch die Zugriffsrechte im System wie bei Linux organisiert. Systemnahe Prozesse laufen unter dem Benutzerkonto „Root“, vergleichbar mit einem Administratorenkonto unter Windows. Nur der Root-User besitzt die volle Kontrolle über alle Komponenten des Betriebssystems und über die Hardware.

Für normale Benutzer ist Root im Auslieferungszustand unter Android gesperrt. Als Android-User ist man somit zunächst lediglich ein gewöhnlicher unprivilegierter Benutzer. Diese Einschränkung soll verhindern, dass Apps zu tief ins System eingreifen oder durch einen unwissenden Nutzer Schaden anrichten, da mit einem Root-Zugriff die Möglichkeit besteht das Gerät bis zur Unbrauchbarkeit zu konfigurieren.

Ein Root-Zugriff ist allerdings nicht nur für Bastler, Entwickler oder fortgeschrittene Anwender interessant. Das Android rooten, also das Rooting eines Android-Devices, erlaubt mehr Krontrolle über das eigene Gerät. So können zum Beispiel Apps installiert werden, die erweiterte Hardware-Funktionen nutzen, oder die Oberfläche sowie das mobile Betriebssystem als solches modifiziert werden. Ein Root-Zugriff erlaubt außerdem die installierte Android-Version gegen ein Custom-ROM auszutauschen.

Vorteile des Android Root-Zugriffs

Der größte Vorteil beim Android rooten ist, dass sich damit Möglichkeiten und Zugriffe auf weitere Funktionen öffnen. Beispielsweise wird der Root-Zugriff von bestimmten Apps benötigt, die ansonsten nicht verwendet werden können. Zudem kann eine Anpassung des Android-Systems auf eigene Vorlieben und Gewohnheiten ohne das Rooten schwerlich umgesetzt werden.

So erlaubt ein Root-Zugriff den Prozessor des Gerätes im Rahmen der Hardware-Möglichkeiten zu übertakten oder auch für eine bessere Akkulaufzeit zu untertakten. Zudem können zum Beispiel Netzwerk-Sniffer installiert werden oder Tastenbelegung, Region und Batteriewarnungen verändert werden. Außerdem können hartnäckige, vorinstallierte Apps und Werbe-Links entfernt werden, was neben der Installation einer alternativen Androidversion (Custom-ROM) einer der Hauptgründe für normale Android-User zu sein scheint, Root-Zugriff zu erlangen.

Risiken des Android Root-Zugriffs

Will man Android rooten, müssen auch einige Risiken bedacht werden. Wie so häufig bei Modfikation wird das Rooten und die eigen umgesetzte Konfiguration von den Garantieleistungen der Hersteller nicht gedeckt. Wer rootet verliert somit seine Garantieansprüche. Zudem umgeht Root die Android-eigenen Schutzmechanismen. Apps, die aus inoffiziellen Quellen installiert werden, sollten daher akribisch ausgesucht werden, um die Gefahr von böswilligen Anwendungen und Malware zu verringern.

Bei Modifikationen des Systems besteht neben dem Garantieverlust vor allem die Gefahr des „Bricking“. Wird eine Modifikation nicht komplett abgeschlossen und schlägt fehl, kann das dazu führen, dass die Hardware völlig nutzlos wird. Das praktische mobile Gerät verwandelt sich in einen nutzlosen Backstein „brick“ und kann zu Hause allenfalls noch als Briefbeschwerer dienen.

Bei der Freischaltung des Root-Zugriffs löschen die meisten Android-Geräte aus Sicherheitsgründenden den gesamten Speicherinhalt inklusive sämtlicher Apps. Daher ist ein Backup umbedingt erforderlich, bevor versucht wird Root-Zugriff zu erlangen.

Android rooten gewünscht – Aber wie?

Für die meisten und vor allem die am weitesten verbreiteten Android-Devices finden sich im Internet Anleitungen für das Freischalten des Root-Zugriffs. Außerdem geben sich Hersteller wie Samsung, HTC, Asus und Motorola kooperativ und veröffentlichen selbst Werkzeuge und Anleitungen zum Rooten ihrer Geräte. Bei Google-Geräten, wie beispielsweise der Nexus-Serie, ist das Freischalten von Root absichtlich einfach gehalten. Aber auch ohne offizielle Hilfen gibt es über Tools bei nahezu allen Devices einen Weg, an Root-Zugriff zu gelangen.

Android-User hat eine ziemlich umfangreiche Liste zu Root-Tools zur Verfügung gestellt. Der bekannt Entwickler George Hotz aka Geohot hat überraschend eine App mit dem Namen Towelroot veröffentlicht, die nach Angaben des Developers fast alle Android-Geräte rooten können soll, deren Version vor dem 3. Juni diesen Jahres kompiliert wurde. Die kostenlose App Towelroot nutzt wohl eine von Pinke Pie entdeckte Sicherheitslücke im Linux-Kernel von Android aus (CVE-2014-3153), um dem User Root-Rechte zu verschaffen.

Android zu rooten, ist somit fernab von Zauberei oder Hexenwerk. Wer die volle Kontrolle über sein Gerät haben will, sollte sich daher überlegen, Root freizuschalten.

Aufmacherbild: Robot with cardboard box via Shutterstock / Urheberrecht: Palto

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