Neues aus dem AppStore

Apple distanziert sich von „Gratis“-Apps
Kommentare

Wer in den letzten Tagen einen Blick in den App Store geworfen hat, dürfte vielleicht festgestellt haben, dass einige der früher augenscheinlich kostenlosen Applikationen nicht mehr mit der Bezeichnung „gratis“ angeboten werden. So wie bereits Google im September auf die Aufforderungen der EU-Kommission reagierte und auf den Begriff „kostenlos“ verzichtete, zieht nun auch Apple für iOS und OS X nach. Die Apps sind die gleichen, nur werden diese nun unter „Laden“ angeboten (siehe Aufmacherbild).

Kosten für In-App-Dienste kennzeichnen

Da viele zunächst „kostenlos“ oder „gratis“ angebotene Applikationen späterhin sogenannte In-App-Käufe erfordern, um beispielsweise den Service weiterhin in Anspruch zu nehmen, neue Features freizuschalten oder vor allem bei Spielen Erfahrungswerte, Items und Bonus-Level zu erhalten, war die Bezeichnung „kostenlos“ gewissermaßen irreführend. Nachdem nationale Verbraucherschutzbehörden diesen Missstand schon länger bemängelten, reagierte die EU-Kommision Mitte des Jahres und drängte vor allem Google dazu, die Bezeichnungen zu ändern und zusätzliche Kosten genauer zu kennzeichnen. Apple wehrte sich zunächst gegen die Vorwürfe und verwies darauf, dass bereits kostenpflichtige Bezeichnungen vorhanden seien und zusätzliche Kindersicherungen zudem Minderjährige davon abhielten, In-App-Dienste zu tätigen.

Kinder fallen am häufigsten auf versteckte Kosten herein

Da Kinder weder interessiert, was sich die EU-Kommission überlegt, noch ob Apple angemessen argumentiert, haben diese einfach weiter die Accounts ihrer Eltern belastet, um sich für Spiele neue Funktionen zu verschaffen. Damit dies künftig nicht mehr so leicht passiert, ist zumindest die irreführenden Bezeichnung „kostenlos“ und „gratis“ verschwunden, sofern diese Apps versteckte, kostenpflichtige Inhalte anbietet.

Genauere Kennzeichnungen sind auch für Erwachsene sinnvoll

Die Richtlinie zu genaueren Kosten-Kennzeichnung ist ebenso sehr für Erwachsene sinnvoll: Auch wenn diese sich eigenverantwortlich das nächste Level kostenpflichtig sichern können, ist es doch zumindest eine faire Maßnahme seitens der Entwickler, den User auf versteckte, besser gesagt, nicht erwähnte Kosten vor dem Download aufmerksam zu machen. Insbesondere im Sinne der Suchtprävention sollte dies ein sinnvoller Schritt zur Bewusstwerdung sein.

Unsere Redaktion empfiehlt:

Relevante Beiträge

Meinungen zu diesem Beitrag

X
- Gib Deinen Standort ein -
- or -