Apple kreuzt iPad und MacBook – der Apple-Hybrid kommt bestimmt
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Seit Steve Jobs nicht mehr an der Spitze des Apple-Imperiums steht, wird dem Unternehmen Einfältigkeit vorgeworfen: Wo bleiben die großen Innovationen? Wie allerdings jetzt bekannt wurde, ließ sich Apple bereits 2011 eine Technologie sichern, die Kritiker vielleicht bald verstummen lassen und die Konkurrenz das Fürchten lehren könnte. Das Patent bietet einen Vorgeschmack auf eine neue Gerätegeneration „made by Apple“, die eine Kreuzung aus iPad und MacBook darstellt und Daten sowie Strom ohne Kabel überträgt.

Das Gerät besteht aus zwei Teilen: einer Basis mit integrierter Hardware-Tastatur sowie aus einem Display, das man abnehmen und als iPad nutzen kann. Ähnliche Geräte, die ebenfalls aus zwei abnehmbaren Elementen bestehen, wie das Asus Eee Transformer Pad oder das Windows Surface, sind bereits schon länger auf dem Markt.

Leicht wie ein Tablet, stark wie ein Laptop

Was Apples Idee hingegen einzigartig macht: Die wesentlichen Elemente des Gerätes, wie der Prozessor, die Anschlüsse, das Trackpad oder ein Funksender im 60-GHz-Bereich, befinden sich in der Basis unter der Hardware Tastatur. Das Display verfügt wiederum über einen Funkempfänger, der Daten von der Basis empfängt.

Im Gegensatz zu Apples Hybrid sind ähnliche Geräte der Mitbewerber als Tablet-Computer konzipiert, die lediglich um eine Hardware-Tastatur und einen Akku erweitert wurden. Damit fallen diese Geräte in der Regel weniger leistungsstark aus als gängige Laptops – ein K.O.-Kriterium für viele, die diese Geräte beruflich nutzen wollen. Wenn der Apple-Hybrid, die Marktreife erreicht, könnte er tatsächlich einen neuen Meilenstein in der Entwicklung von mobilen Rechnern setzen, weil er auf dem Markt in dieser Form einzigartig wäre.

Kabellose Stromversorgung mit magnetischer Resonanz

Ein weiteres bemerkenswertes Detail, das aus dem Apple-Patent hervorgeht, ist die kabellose Stromversorgung des Displays. Diese erlaubt eine Energiezufuhr auch dann, wenn das Gerät nicht an die Basis angeschlossen ist. Möglich macht das die sogenannte magnetische Resonanz. Im Gegensatz zur magnetischen Induktion, die zum Beispiel bei drahtlosen Ladestationen von Smartphones wie dem Nexus 4, dem Lumia 920 oder bei elektrischen Zahnbürsten auf sehr kurzen Strecken zum Einsatz kommt, können bei der magnetischen Resonanz auch Geräte mit Strom versorgt werden, die mehrere Meter von der Basis entfernt stehen. Sowohl die Basis als auch das Display des Gerätes enthalten Spulen, die in der gleichen Frequenz schwingen. Dabei wird durch Strom ein elektromagnetisches Feld, ein sogenannter Resonanzkreis geformt, durch den die Energie übertragen wird.

Intel entwickelt bereits seit 2008 diese Technik unter dem Namen Intel Wireless Charging Technology. Damit sollen unter anderem Smartphones über ein Ultrabook drahtlos geladen werden können und zukünftig in Haswell-Ultrabooks zum Einsatz kommen. Neben Intels Wireless Charging Technology, basieren auch die Technologien Power by Proxy und WiTricity auf dem Prinzip der magnetischen Resonanz und kommen bereits bei industriellen und militärischen Anwendungen zum Einsatz.

macbook pro

Das aktuelle MacBook Pro in zwei Ausführungen – Bildquelle Screenshot: Apple.com

Apples neuer Hybrid – Top oder Flop?

Derzeit existiert die Idee eines Hybriden aus iPad und MacBook nur auf dem Papier. Allerdings ist die Idee zwei erfolgreiche Konzepte miteinander zu vereinen naheliegend. Ein MacBook, das sich in Handumdrehen in ein leistungsstarkes iPad verwandelt, könnte gerade im Business-Umfeld sehr attraktiv sein. Allerdings wäre der Bildschirm immer abhängig von der Basis, weil er keinen Prozessor besitzt und damit keine Rechenleistungen erbringen kann. Damit würde der Hybrid das iPad nicht ersetzen, sondern das MacBook um ein sehr interessantes Feature bereichern.

Die Kollegen von cultofmac.com geben zu bedenken, dass zum Beispiel ein großes Display, wie man es etwa vom MacBookPro mit 15 Zoll kennt, im Vergleich zu einem iPad sehr unhandlich wäre. Allerdings kann zum jetzigen Zeitpunkt über das Display-Gewicht des Hybriden nur spekuliert werden. Obwohl darin kein Prozessor verbaut sein wird, ist noch nicht klar, wie viel Platz die Spulen des Empfängersenders für die magnetische Resonanz brauchen werden.

Sicher ist nur eines: Die Veröffentlichung des neuen Apple-Patents wird in den kommenden Monaten und vielleicht Jahren genug Nährstoff bieten, um die Apple-Gerüchteküche am Laufen zu halten.

Featurebild Screenshot: Apple-Patent

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