Apple legt Quartalszahlen vor
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Das zweite Quartal 2014 endete für Apple am 28. Juni. Das Unternehmen legt eine starke Bilanz mit bitterem Beigeschmack vor: ausgerechnet die iPad-Verkäufe sind stark zurückgegangen.  

Apple machte im Zeitraum von April bis Juli 37,4 Milliarden US-Dollar Umsatz und 7,7 Milliarden US-Dollar Gewinn bei einem Aktienpreis von 1,28 US-Dollar pro Aktie. Im letzten Jahr betrug der Umsatz um dieselbe Zeit 35,3 Milliarden US-Dollar bei einem Gewinn von 6,9 Milliarden US-Dollar. Die Bruttomarge lag im zweiten Quartal 2014 bei 39,4 Prozent im Vergleich zu 36,9 Prozent im Vorjahr. 

Starker Umsatz dank iPhone- und Mac-Verkäufen

Der starke Umsatz und Gewinn ist vor allem den iPhone- und Mac-Verkäufen zu verdanken. Es wurden 35,2 Millionen iPhones verkauft, etwa 13 Prozent mehr als letztes Jahr. Der am schnellsten wachsende Markt ist derzeit Japan. Auch die Mac-Verkäufe haben ihr Übriges zur starken Bilanz von Apple beigetragen. Es wurden 4,4 Millionen Macs verkauft – satte 18 Prozent mehr als im Vorjahr; das bedeutet eine Umsatzsteigerung von 13 Prozent. Insgesamt wurden 5,5 Milliarden US-Dollar über Mac-Verkäufe erwirtschaftet, fast genauso viel wie über das iPad mit 5,8 Milliarden US-Dollar. Am gefragtesten waren ältere Mac-Produkte und das MacBook Air. Im Ganzen verzeichnet Apple in den USA, Kanada, Deutschland, Frankreich, China, Indien und dem Mittleren Osten zweistellige Wachstumsraten des Mac-Segments. 4,5 Milliarden US-Dollar hat Apple durch iTunes eingenommen, wovon App-Store-Verkäufe 2,6 Milliarden und Software & Services 1,9 Milliarden US-Dollar ausmachten.

Schwaches iPad, Apple für Unternehmen

Während die iPhone-Verkäufe und die Mac-Linie stetig wachsen, verhält sich der jüngste Spross im Hause Apple rückläufig. Das 2010 von Steve Jobs vorgestellte iPad, das mittlerweile in der fünften Generation vorliegt, wurde weltweit von April bis Juli 13,28 Millionen Mal verkauft. Das sind etwa neun Prozent weniger als im Vorjahr bei einem Umsatzminus von acht Prozent. Auch die starke Nachfrage im Mittleren Osten und in China konnte daran nichts ändern. Damit schließt das iPad mit einem Umsatz von 5,8 Milliarden US-Dollar ab. Trotz stagnierender Zahlen gibt sich Apples CEO Tim Cook zuversichtlich, was die Zukunft von Apples Tablet angeht. Zum einen wolle man das Geschäft mit Unternehmen forcieren. Der jüngste Zusammenschluss mit IBM soll Apple-Produkte, vor allem iPhones und iPads, in Unternehmen etablieren. Dazu werden bereits mit iOS 8 und OS X Yosemite erscheinende Business-Apps mit Anbindung an die IBM-Clouddienste vorgestellt. Noch glaubt Cook daran, dass die Tablet-Stückzahlen die von Computern überholen werden. Diese Annahme speist sich zum einen aus den Analysen von Experten, die für das zweite Quartal einen Rückgang des Computergeschäfts von 7,1 Prozent prognostizierten (was sich allerdings nicht bewahrheitete: Es konnte lediglich ein Rückgang von 1,7 Prozent beobachtet werden). Zum anderen argumentiert Cook, die Tablet-Dichte in Unternehmen liege derzeit bei nur 20 Prozent

Apple und IBM verfolgen den Ansatz eines geschlossenen Systems im Gegensatz zu Googles Android. So soll Wirtschaftsspionage eingedämmt und das Arbeiten sicherer werden. Man wolle Entwicklern indessen weiterhin erlauben, ihre Apps direkt an Unternehmenskunden zu verkaufen, auch wenn damit die obligatorischen 30 Prozent der Erlöse aus dem App Store wegfallen. Das gehe man gerne in Kauf, da es Apps gebe, die auf spezielle Unternehmen zugeschnitten und nicht für die Allgemeinheit bestimmt sind. Es sollten keine weiteren Hürden für das Geschäft mit Unternehmen entstehen, so Cook. Im Gegensatz zum Konsumentenmarkt, den Apple gewissenhaft zu bedienen pflegt, gibt es vor allem in diesem Segment hohes Wachstumspotenzial. 

Vorschau auf Q3 2014

Auch wenn bisher kein offizieller Release-Termin für den Nachfolger von Apples iPhone 5S kommuniziert wurde, dürfen sich Fans im Herbst auf das iPhone 6 mit iOS 8 freuen. Für das am Ende vom September endende dritte Quartal hat Apple einen Umsatz zwischen 37 und 40 Milliarden US-Dollar und eine Brutto-Marge zwischen 37 und 38 Prozent prognostiziert. Diese doch recht vorsichtige Prognose lässt darauf schließen, dass das neue iPhone wahrscheinlich erst Ende September ausgeliefert wird. Da Apple kürzlich 70 bis 80 Millionen Geräten im ersten Anlauf bestellt hat sind die Tage des Wartens jedoch gezählt. Im Vorjahr ging das iPhone 5S am 20. September in den Verkauf. Der Umsatz lag kurz vorher bei 37,6 Milliarden US-Dollar. Ob wir noch andere Innovationen erwarten dürfen, wurde zwar nicht deutlich, jedoch ersichtlich. Tim Cook sagte nur so viel:

We are incredibly excited about the upcoming releases of iOS 8 and OS X Yosemite, as well as other new products and services that we can’t wait to introduce.

Aufmacherbild: PARS, FRANCE – APR. 08: The Apple Macintosh symbol over the entrance of Apple store in Paris on Apr., 2014 in Paris, France. via Shutterstock / Urheber: Denis Kuvaev

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