Apple: Neue ABG für iTunes

Apple: Neue iTunes AGB – wen treffen die Mehrkosten?
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Durch die neuen Geschäftsbedingungen im iTunes und App Store muss der Wohnort bestätigt und in Deutschland nun 19 Prozent Mehrwertsteuer gezahlt werden. Die Kostenerhöhung betrifft allerdings eher Apple und Entwickler als den Kunden.

Zum Jahresstart hat Apple im iTunes Store und App Store einige Neuerungen für Kunden und Entwickler eingeführt. So muss nun auf Apps, Musik und Filme die in Deutschland üblichen 19 Prozent Mehrwertsteuer gezahlt werden. 2014 waren bis zum Jahresende nur 15 Prozent fällig, die über Luxemburg abgeführt wurden. Mit den neuen AGB verpflichtet man sich nun, den eigenen Wohnsitz für Steuerzwecke zu bestätigen, wodurch die jeweilige dort festgesetzte Mehrwertsteuer fällig werde. So heißt es in den Geschäftsbedingungen:

Ihr Gesamtpreis beinhaltet den Preis des Produktes und die am Tage des Downloads gültige Mehrwertsteuer. Mit der Nutzung des iTunes Store für Deutschland geben Sie Deutschland als Wohnsitzland zu Steuerzwecken an.

EU-Richtlinie macht Schluss mit Steuervergünstigungen für Apple

Obschon auch in Luxemburg die Mehrwertsteuer 2015 auf 17 Prozent steigt, reagiert Apple damit offenbar auf die europäische Forderung, nicht alleinig wegen Steuervergünstigungen den Vertrieb über Luxemburg laufen zu lassen.

Ordentliche Rechnung für die Steuer

Des Weiteren erhält man nun für iTunes-Käufe eine ordentliche Rechnung in elektronischer Form. Dies umfasst auch die Ausweisung der Mehrwertsteuer plus fälliger Umsatzsteuer. Beides ist nunmehr auf der Rechnung aufgeführt, die automatisch an die mit der die Apple ID bestätigten Emailadresse gesendet wird:

Sie sind verpflichtet, alle Produkte, die Sie über die Stores kaufen, zu bezahlen. iTunes kann Ihr Zahlungsmittel für alle gekauften Produkte und alle zusätzlichen Beträge, die durch oder im Zusammenhang mit Ihrem Konto anfallen, belasten (einschließlich aller Steuern und etwaiger Mahngebühren). Sie sind für die fristgemäße Zahlung aller Gebühren sowie für die Angabe eines gültigen Zahlungsmittels für Zahlungszwecke verantwortlich. Für detaillierte Informationen zur Rechnungsstellung bei Einkäufen besuchen Sie bitte http://support.apple.com/kb/HT5582. Sie sind damit einverstanden sämtliche Rechnungen in einem elektronischen Format, einschließlich E-mail, zu erhalten.

Für wen wird es nun teurer?

Der Nutzer wird vorerst nicht mehr berappen müssen durch die neuen iTunes AGB. Dem regen Wettbewerb wird es zunächst zu verdanken sein, dass die zusätzlichen Kosten auf dem Rücken der Entwickler und Anbieter ausgetragen werden wird. Sowie die Preise für Apps und andere Produkte wohl zunächst konstant bleiben, müssen Developer für iOS und OS X Jahresmitgliedschaften ab 2015 tiefer in die Tasche greifen. Statt 80 Euro sind jetzt 99 Euro fällig. Anbieter wie auch Apple selbst werden einen steuerlichen Verlust von rund vier Prozent hinnehmen müssen. Während also die hofierten Kunden entspannt bleiben können und der Fiskus sich die Hände reibt, müssen die Anbieter zähneknirschend mit kleinen Verlusten weiter entwickeln.

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