Apple Pay – so funktioniert das digitale Portemonnaie
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Das inoffizielle Highlight der Keynote in Cupertino war neben der Apple Watch sicherlich das auf iOS 8 basierende Bezahlsystem Apple Pay, mit dem das digitale Portemonnaie schon bald marktreif sein dürfte. Kooperationen mit Kreditkarteninstituten sowie mit zahlreichen Händlern und Apps machen es möglich, per Fingerabdruck oder Apple-Pay-Button mit seinem iPhone oder der Apple Watch zu bezahlen.

Wie kann ich mit Apple Pay im Laden bezahlen?

Das iPhone 6 wie auch die 2015 erscheinende Apple Watch werden hierfür mit NFC-Technik  (Near-Field Communication) ausgestattet sein, wodurch sich eine drahtlose Verbindung zu den Kassensystemen herstellen lässt. Über kurze Distanzen kann man so ohne Bargeld oder Kreditkarte durch einfaches Auflegen des Fingers im Geschäft einkaufen. Bei älteren Geräten kann die Kaufabwicklung über einen Klick erfolgen. Natürlich müssen hierfür auch die Kassen mit NFC ausgerüstet sein: Unternehmen wie McDonalds, Subway, Toys’R’us und andere Ketten haben bereits mit Apple Verträge zur Aufrüstung abgeschlossen, damit das neue Bezahlsystem schnellstmöglich massentauglich wird. Daneben wird es spezielle App-Funktionen geben, die es beispielsweise erlauben, ohne zusätzlichen Account über Uber Taxifahrten zu buchen und mit Apple Pay zu bezahlen. Ähnliche Features seien auch bei Groupon und OpenTable geplant.

Wie wird mit Apple Pay abgerechnet und was gebe ich von mir preis?

Über eine spezielle Geräte-Account-Nummer soll es möglich sein, ohne Speicherung der Kartennummer bezahlen zu können. Hierfür ist allerdings eine vorherige Bestätigung des Kreditkarteninstituts notwendig. Wie dieser Vorgang im Detail aussehen soll, hat Apple allerdings noch nicht verraten. Sicher ist aber, dass Visa, Mastercard und American Express mit von der Partie sind.

Während der Präsentation des neuen Bezahldienstes hat sich Apple von vergleichbaren Bezahldiensten wie Google oder Paypal vor allem dadurch abgrenzen wollen, dass man auf eine Datenspeicherung verzichtet. Das heißt konkret: Apple wird weder wissen, was zu welchem Preis gekauft wurde, noch in welchem Geschäft die Transaktion zustande gekommen ist. Hiermit scheint sich das Unternehmen bewusst von Google oder auch Amazon unterscheiden zu wollen, indem keine User-Daten an Dritte für gezielte Werbezwecke verkauft werden. Da alle Transaktionen trotzdem in irgendeiner Form verarbeitet werden müssen und dadurch gespeichert werden, stellt sich die Frage, ob Apple zukünftig vielleicht auf anderem Wege von Nutzerdaten Gebrauch machen wird.

Das ewige Leid mit der digitalen Sicherheit

Die Sicherheit ist natürlich vor allem aus Sicht der User das größte Problem digitaler Bezahlsysteme. Vieles scheint aber zunächst für verbesserte Sicherheitsstandards zu sprechen: Neben dem personalisierten Fingerabdruck, verweist Apple auch darauf, dass keine Karteninformationen weitergegeben werden. Der Verkäufer weiß weder den Namen noch die Kreditkartennummer des Kunden. Ein One-Touch-Checkout, keine Adress-Angaben und ein Secure Element sprechen ebenfalls dafür. Dass aber statt der Kartennummer durch die Geräte-Account-Nummer eine neue Gefahrenquelle hinzukommt, Apple Pay mit Apps synchronisiert wird und alle Informationen via Funkverbindung ausgetauscht werden, scheint hingegen neue Angriffsflächen für Betrüger zu bieten. Wir bleiben dennoch optimistisch und freuen uns auf die kleine Alltagsrevolution, die Shoppingtouren oder den Stop bei Subway künftig noch bequemer, schneller und reizvoller machen. (Mehr zum Thema Sicherheit bei Apple Pay)  

Aufmacherbild: www.apple.com/apple-pay / Urheberrecht: © Apple 

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