Apple Watch – so funktioniert sie
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„We have one more thing…“ – Endlich ist sie da! Wie lange haben wir auf sie gewartet, die Apple Watch, im Volksmund auch iWatch genannt. Wer gestern Abend der Keynote gefolgt ist, musste sich eine ganze Weile gedulden und es war nicht mal sicher ob sie überhaupt kommt. Dann schließlich, nachdem die neuen iPhones und Wallet endlich durch waren, kündigte Tim Cook an: „I am so excited, and I am so proud…it is the next chapter in Apple’s story“.

Apple Watch als erstes Apple Wearable

Die Apple Watch ist das erste Wearable aus dem Hause Apple und kann ergänzend zum iPhone am Handgelenk getragen werden. Sie wird einige Funktionen des Smartphones übernehmen, aber auch zusätzliche Features bieten. Die Smartwatch ist jedoch kein stand-alone Produkt, sondern muss mit einem iPhone synchronisiert sein. Das könnte ein kleiner Wermutstropfen sein, da sie nur mit den neueren iPhone Modellen 5, 5S, 5C, 6 und 6 Plus kompatibel ist. Bei seiner Präsentation betonte Cook, dass die Apple Watch nicht etwa nur ein geschrumpftes iPhone, sondern ein vollständig neues Gerät sei. Das schlägt sich auch auf die Usability und das Interface nieder.

Design mit abgerundeten Kanten – siehe iPhone 6

Gesetzt dem Apple Codex hat auch bei der Apple Watch das Design oberste Priorität. Die Uhr ist rechteckig, mit vollständig abgerundeten Kanten, passend zum neuen iPhone 6 Design. Auch das Display ist leicht abgerundet. Am rechten Rand des Gehäuses befindet sich eine Krone für die Navigation und ein zusätzlicher Button darunter. Vor allem diese Krone sorgt dafür, dass man das Tragegefühl einer Uhr und nicht das eines Mini-Computers hat. Auf der Unterseite findet man vier Sensoren zum Messen von Herzfrequenz, GPS-Signalen und Bewegung. Hier lässt sich auch das magnetische Ladegerät anbringen, dass die Uhr durch Induktionsladung mit Strom versorgt. Es gibt keine offenen Eingänge für Stecker.

Screenshot: https://www.apple.com/de/watch/technology/

Screenshot: www.apple.com/de/watch/technology/

Apple Watch in individueller Optik

Die Apple Watch ist in zwei verschiedenen Größen erhältlich, in 38mm und 42mm Höhe. Es gibt drei Kollektionen: Apple Watch mit Edelstahlgehäuse und Saphirglas, Apple Watch Sport mit einem Gehäuse aus eloxiertem Aluminium und gehärtetem Ion-X-Glas und die Apple Watch Edition aus 18 Karat Gelbgold oder Roségold und Saphirglas. Außerdem lassen sich die Armbänder beliebig austauschen und sind in den verschiedensten Stilen erhältlich, vom Metallband über bunte Neoprenbänder bis hin zum Lederband.

Die Apple Watch kann also individuell zusammengestellt werden, je nach Geschmack und Budget. Ein schlauer Zug von Apple, denn so lassen sich auch Nutzer ködern, denen die meist spacig aussehenden Smartwatches optisch nicht zusagen. Auch beim Ziffernblatt lässt sich zwischen einer ganzen Reihe an Designs wählen, von analog über digital bis zum individuellen Foto-Background. „Apple Watch is the most personal device we’ve ever made“ sagt Tim Cook.

Screenshot: https://www.apple.com/de/watch/overview/

Screenshot: www.apple.com/de/watch/overview/

Völlig neues Interface und Navigation mit Digital Crown

Das Besondere an der neuen Smartwatch ist die Navigation. Es wurde ein vollständig neues Interface geschaffen, das auf die Größe des Mini-Screens und die damit zusammenhängenden Herausforderungen bezüglich der Usability angepasst ist. Das ist auch notwendig, denn die gewohnten Apple Gesten ließen sich auf dem kleinen Screen und mit durchschnittlicher Fingergröße niemals richtig ausführen.

Navigiert wird bei der Apple Watch wie gewohnt durch Swipen und Tippen auf das Display, sowie auch mit Hilfe der Digital Crown am Seitenrand der Uhr. Durch Drehen an der Krone kann man zum Beispiel zoomen, scrollen oder Einstellungen verändern, je nach dem, in welcher Anwendung sich der User gerade befindet. Außerdem übernimmt die Krone die Funktion eines Home-Buttons und führt immer wieder zurück zum Home-Screen. Man fragt sich allerdings, wie Linkshänder die Smartwatch am besten bedienen. Dreht sich das Display automatisch, wenn man sie am rechten Arm trägt?

Screenshot: https://www.apple.com/de/watch/technology/

Screenshot: www.apple.com/de/watch/technology/

Nachrichten und Termine auf der Apple Watch

Die Smartwatch übernimmt eine ganze Reihe Features stellvertretend für das iPhone. So kommen Nachrichten, Social-Media-Notifications, Push-Nachrichten, Anrufe oder Erinnerungen auch auf der Uhr an. Bei eingehenden Textnachrichten erkennt die Watch den Inhalt der Nachricht und liefert automatisch Antwortmöglichkeiten. Im Glance Modus kann man per Swipe durch die wichtigsten Anwendungen browsen und schnell Kalendereinträge, Notizen, Wetter etc. checken. Das geht viel schneller und intuitiver, als wenn man ständig sein Smatphone aus der Tasche ziehen muss.

Taptic Engine für Vibrationshinweise

Ein weiteres innovatives Feature ist der Taptic Engine. Dieser kleine Motor erzeugt leichte Vibrationen und gibt damit Signale und haptisches Feedback. So weist die Apple Watch dezent auf Anrufe und Nachrichten hin und auch einige Apps machen von der Vibra-Funktion gebrauch.

Nutzt man zum Beispiel Maps, wird man durch leichte Vibrations-Signale darauf hingewiesen, ob man rechts und wann man links abbiegen muss. Dafür muss man nicht einmal auf das Display schauen.

Digital Touch: Kommunikation via Herzschlag

Der Taptic Engine wird auch für Digital-Touch verwendet. Apple kündigt mit dieser Funktion den „Beginn einer völlig neuen Art von Unterhaltung“ an. Hier kann man kleine Vibrations-Anstupser, ähnlich dem Facebook-Poke, austauschen und so Kontakten kurz mitteilen, dass man an sie denkt. Drückt man zwei Finger auf das Display, zeichnet der Herzfrequenzmesser der Watch den Herzschlag auf. Auch dieser kann an Kontakte versendet werden.

Mit der Digital-Touch will Apple eine ganz neue Art der mobilen Kommunikation einführen, indem sich neben visuellen und auditiven Botschaften jetzt auch taktile Botschaften versenden lassen. So sollen sich vor allem Emotionen einfacher übermitteln lassen. Das ganze lässt sich zusätzlich mit kleinen Zeichnungen noch untermalen.

Apple Watch ist iBeacon und Wallet in einem

Zusätzlich ist die Apple Watch mit einer iBeacon-ähnlichen Sensor-Technik ausgestattet. So gibt es zum Beispiel eine Hotel-App, die es ermöglicht, Zimmertüren zu öffnen, wenn sich der Smartwatch-tragende Hotelgast in der Nähe des Türschlosses befindet. Durch diese Technologie kann man auch Apple Pay mit der Smartwatch verwenden. Hält man die Watch an dafür ausgelegte Payment-Terminals, kommt es automatisch zum Bezahlvorgang. Diese Technologie hat eine ganze Menge Potential und wir sind gespannt, inwieweit sie uns in Zukunft noch nutzen wird.

Fitness-Tracking und Activity-Tracking

Vor allem im Health-Bereich können wir noch großes von der Apple Watch erwarten. Die Apple Watch lässt sich mit einer Reihe von Fitness-Apps synchronisieren und eignet sich dank der Sensoren zum detaillierten Activity-Tracking. So misst sie Pulsschlag, Schnelligkeit und Bewegung sowie Höhenmeter und erstellt daraus ein Bewegungsprofil. Synchronisiert man das ganze mit den GPS-Daten des iPhones und weitere Fitness-Anwendungen, wie Kalorienzählern oder Trainings-Apps, entsteht daraus ein umfangreiches Fitness-Konzept.

Screenshot: https://www.apple.com/de/watch/features/

Screenshot: www.apple.com/de/watch/features/

Apple Watch ist seit langem wieder neue Apple Hardware

Mit der Apple Watch eröffnet sich für Apple eine ganz neue Produktkategorie. Das wurde auch mal wieder Zeit, denn seit der Einführung der iPads im Jahre 2010 hat Apple nicht wirklich neue Produkte, sondern nur Upgrades der schon bestehenden auf den Markt gebracht. Ob sich die Smartwatch wirklich etablieren wird, werden wir im nächsten Jahr sehen können, denn Anfang 2015 kommt sie erst in die Läden. Die bisherigen Smartwatches konnten jedenfalls keine bahnbrechenden Erfolge einfahren. Aber vor allem durch das schöne Design und der Individualisierbarkeit könnte die Apple Watch ein gerne getragenes Accessoire werden. Außerdem hat Apple mal wieder geschafft durch die strikte Geheimniskrämerei einen Hype zu kreieren, der bestimmt so manchen Apple-Fan die Läden stürmen lässt.

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