Apple: Zulieferer verstößt gegen Menschenrechte und Regenwaldschutz
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Ein wenig von dem Okö- und Hippie-Image haftet noch an den Produkten mit dem angebissenen Apfel. Aufrechterhalten wird dieses Bild nicht zuletzt durch Apples Recyclingprogramm, mit dem Versprechen, die Welt jeden Tag ein bisschen besser zu machen. Doch es ist nicht alles grün, was einen Apfel trägt, wie jetzt die Umweltschutzorganisation Friends of the Earth ans Licht bringt.

Kinderarbeit und Zerstörung des Regenwaldes

Die Organisation mit globalem Netzwerk will herausgefunden haben, dass Apple für die Produktion von iPhones Zinn aus der Bangka Island Mine verarbeitet, das unter schlechten Arbeitsbedingungen und unter Zerstörung des Regenwaldes gefördert wird. Auch Kinder werden in der Mine beschäftigt. Jedes Jahr sterben rund 150 Bergarbeiter an den Folgen harter Arbeit und geringer Sicherheitsvorkehrungen. Im Fall Apples sind die Vorwürfe besonders schwerwiegend, da das Unternehmen auf seiner Supplier Responsibility Seite mit der Überschrift wirbt, dass Partnerunternehmen und Zulieferer sich jederzeit fair und ethisch korrekt verhalten müssen.  Dort heißt es: „Wir erlauben unseren Zulieferern nicht, in irgendeiner Art und Weise unethisch zu handeln oder in die Rechte der Arbeiter einzuschneiden – selbst dann, wenn die Gesetze vor Ort und die Gepflogenheiten solche Handlungsweisen erlaubten.“

Genau dies ist allerdings im Falle der Bangka Island Mine nicht gegeben, die bereits im April für Aufsehen gesorgt hatte als sich Samsung öffentlich dazu bekannte, in seinen Geräten unter anderem auch Zinn aus dieser Mine zu verbauen. Samsung kündigte hieraufhin Untersuchungen an, um die Versorgungsketten besser zu verstehen.

Apple gründet Task Team

Bisher wies Apple jegliche Vorwürfe von sich und kündigte an, den Vorfall mithilfe einer eigens gegründeten Task Gruppe untersuchen zu wollen. Friends of the Earth sieht dies jedoch nur als einen ersten Schritt und will den Druck auf Apple hochhalten. Craig Bennet, Director of Policy and Campaigns, sagte auf der Homepage der Aktivisten: „Wir glauben, dass die Apple-Kunden sich um die Umwelt und die sozialen Aspekte der Produktion Gedanken machen. Mit dieser verdorbenen Weigerung, seinen Kunden die Wahrheit zu sagen, riskiert Apple seinen guten Ruf.“

Umweltfreundliche Smartphones – gibt es so etwas?

Immer mehr Nutzer werden sich hingegen darüber bewusst, dass die Rohstoffe für Computer, Tablets und Smartphones aus Bergwerken stammen, wo die Möglichkeit besteht, dass Arbeiter ausgebeutet werden und nur wenig auf Umweltschutz geachtet wird. Einige haben begonnen zu handeln, wie etwa die holländische Firma FairPhone, die sich mit seinem Konzept der Nachhaltigkeit und Fairness verschrieben hat.  Friends of the Earth macht derzeit in einer Make-it-Better-Kampagne auf die Herstellungsweise von Smartphones aufmerksam – eine kostenlose Virtual Reality App für iOS und Android zeigt bei ausgewählten Stores in England an, woher das verbaute Zinn stammt. Um die Videos zu sehen, muss man die Aurasma-App installieren und dem Friends of the Earth Channel folgen.

Aufmacherbild: Emerald, Colombia von Shutterstock / Urheberrecht: Fredy Thuerig

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