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Arbeitsstunden und Verdienst in Deutschland [Studie]
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Acht Stunden pro Arbeitstag – das ist hierzulande die Regel. Die Realität sieht aber meist anders aus – wie lange arbeiten deutsche Arbeitnehmer pro Tag und wie viel Verdienen sie?

Arbeitsstunden und Verdienst

Überstunden gehören zum guten Ton in deutschen Büros. Zu diesem Ergebnis auch eine Studie der EU-Kommission in Brüssel, die im vergangenem Jahr veröffentlicht wurde. Demnach sind Deutsche Überstunden-Europameister. Die vereinbarte Wochenarbeitszeit liegt in Deutschland bei 37,7 Stunden – Arbeitnehmer arbeiten jedoch im Schnitt 40,5 Stunden pro Woche. Tendenz steigen. Das bestätigt auch eine erste vorläufige Berechnung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit im vierten Quartal 2014.

Im Vergleich zum Vorjahresquartal (2013) stieg die Zahl der durchschnittlich geleisteten Arbeitsstunden je Erwerbstätigen an. Das gesamtwirtschaftliche Arbeitsvolumen – also das Produkt aus Erwerbstätigenzahl und geleisteten Stunden je Erwerbstätigen –sprang im selben Zeitraum um 1,7 % auf über 14,8 Milliarden Stunden. Damit verbrachten deutsche Arbeitnehmer im vergangenem Jahr 1.271 Stunden bei der Arbeit. Ein Jahr hat übrigens rund 8.760 Stunden.
Startups arbeiten im Schnitt deutlich länger. Wer ein Unternehmen aus dem Nichts schaffen möchte, kommt mit 40 Arbeitsstunden pro Woche nicht aus. Hier stehen mindestens 70 Stunden an dem Plan. Im Gegensatz zu Arbeitnehmern im Angestelltenverhältnis können Gründer die Früchte des Erfolgs selbst ernten – das lässt dann auch über ein nicht existentes Privatleben hinwegschauen lassen.

Längere Arbeitszeiten mehr Beschäftigte

Im vierten Quartal 2014 gab es nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) zum ersten Mal seit der Wiedervereinigung mehr als 43 Millionen Erwerbstätige mit Arbeitsort in Deutschland. Im Vergleich zum vierten Quartal 2013 wuchs die Zahl der Erwerbstätigen um 412.000 Personen oder 1,0 %. Im zweiten und dritten Quartal 2014 hatte die Zuwachsrate im Vorjahresvergleich noch jeweils 0,9 % betragen.

Gegenüber dem dritten Quartal 2014 erhöhte sich die Zahl der Erwerbstätigen im vierten Quartal 2014 um 165.000 Personen (+ 0,4 %). Dies entsprach etwa dem durchschnittlichen Anstieg der vergangenen fünf Jahre in einem vierten Quartal gegenüber dem Vorquartal (+ 164.000 Personen). Saisonbereinigt, das heißt nach rechnerischer Ausschaltung jahreszeitlich bedingter Schwankungen, ergab sich im vierten Quartal 2014 ein Zuwachs gegenüber dem Vorquartal von 84.000 Personen (+ 0,2 %).

Der Anstieg der Gesamterwerbstätigenzahl gegenüber dem Vorjahresquartal entfiel im vierten Quartal 2014 weiterhin überwiegend auf die Dienstleistungsbereiche. Die größten absoluten Beschäftigungsgewinne verzeichnete der Bereich öffentliche Dienstleister, Erziehung, Gesundheit mit + 116.000 Personen (+ 1,1 %), gefolgt von Handel, Verkehr und Gastgewerbe mit + 110 000 Personen (+ 1,1 %) und den Unternehmensdienstleistern mit + 103.000 Personen (+ 1,8 %). Im Produzierenden Gewerbe (ohne Baugewerbe) stieg die Zahl der Erwerbstätigen im vierten Quartal 2014 gegenüber dem Vorjahr um 38.000 Personen (+ 0,5 %), im Baugewerbe um 19.000 Personen (+ 0,8 %) sowie in der Land- und Forstwirtschaft, Fischerei um 13.000 Personen (+ 2,1 %).

Die Zahl der Arbeitnehmer erhöhte sich im vierten Quartal 2014 im Vergleich zum vierten Quartal 2013 um 458.000 (+ 1,2 %) auf 38,7 Millionen Personen. Die Zahl der Selbstständigen einschließlich mithelfender Familienangehöriger sank im selben Zeitraum um 46.000 Personen (– 1,0 %) auf 4,4 Millionen.

destatis

 Quelle: http://bit.ly/19CiO1q

Was verdient ein…?

Die heute sehr viel längere Ausbildungsphase sowie der überwiegend unsichere Einstieg in eine flexibilisierte Arbeitswelt haben zu einer deutlichen Verzögerung der ökonomischen Selbstständigkeit geführt.
Ein angemessenes und sicheres Einkommen, das als Grundlage für die Familienbildung angesehen wird, steht häufig noch gar nicht zur Verfügung, da der ökonomische Strukturwandel zu einer starken Einkommensbenachteiligung der jungen Generation geführt hat.

Das Statistik-Portal Statista hat nun eine Studie zum durchschnittlichen Bruttomonatsverdienst vollzeitbeschäftigter Arbeitnehmer aus dem 3. Quartal 2014 veröffentlicht. Die angegebenen Werte beinhalten Sonderzahlungen und sind nach Branchen aufgelistet.

Frauen verdienen weniger

Die Studie zeigt, dass Frauen branchenübergreifend deutlich weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen. So führen Männer im Finanz- und Versicherungsdienstleistungswesen mit 5.705 Euro das Ranking der Bestverdiener an und verdienen damit rund 1.700 Euro mehr, als ihre weiblichen Kolleginnen in der gleichen Branche.

Auf dem zweiten Platz des Verdienst-Rankings rangiert die Informations- und Kommunikationsbranche. Männer verdienen hier rund 5.360 Euro, Frauen 3.998 Euro. Auf die Plätze drei und vier schaffen es freiberufliche wissenschaftliche und technische Dienstleistungen (Männer 5.242 Euro; Frauen 3.493 Euro) und der Energiesektor (Männer 4.974 Euro; 4.085 Euro).

Das Gastgewerbe liegt abgeschlagen auf dem letzten Platz der Verdienst-Statistik. Männer verdienen auch hier im Durschnitt deutlich mehr als Frauen. Im Schnitt kommen sie auf ein Bruttogehalt von 2.364 Euro im Monat, das sind immerhin 412 Euro mehr als ihre weiblichen Kolleginnen.

Aufmacherbild Portrait of businessman sleeping in office with documents on his head after overtime via Shutterstock / Urheberrecht: Creativa Images

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