BBM für Android und iOS: BlackBerry entdeckt die Offenheit
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Endlich – BBM steht nun auch für Android und iOS zur Verfügung. Warum um alles in der Welt erst jetzt? werden sich viele BlackBerry-Fans gefragt haben. Schließlich hat sich auch bei anderen Plattformen längst herumgesprochen, dass der kanadische Smartphone-Hersteller mit der bewährten Messenger-App, die anderen plattformübergreifenden Pendants wie WhatsApp Paroli bieten könnte, noch einen gewaltigen Trumpf im Ärmel hat – möglicherweise den letzten. Denn seit BlackBerry am 12. August bekanntgab, seine Unternehmensstrategie zu überdenken und dabei auch einen Verkauf des Konzerns nicht ausschloss, macht das Unternehmen fast nur noch mit Übernahmeszenarien Schlagzeilen, in denen sich private Großinvestoren, Microsoft, Lenovo und andere gegenseitig die Klinke in die Hand geben. Das neueste Smartphone Z30, ein 5-Zoll-Oschi mit Quad-Core-Prozessor, fand nur noch am Rande Beachtung.

Zehn Millionen Downloads binnen 24 Stunden

Erst vorgestern hieß es Vorhang auf für die kostenlosen Android-Versionen von BBM. Und siehe da: In den ersten 24 Stunden wurden die Apps bereits mehr als 10 Millionen Mal von Android- und iPhone-Nutzern heruntergeladen, wie BlackBerry in einer Pressemitteilung bekanntgibt. Heruntergeladen heißt natürlich noch lange nicht „genutzt“, geschweige denn  „für gut befunden“. Nichtsdestotrotz war die hohe Nachfrage nicht weniger als ein Senkrechtstart für die App, die neben normalen Konversationen per Chat oder Voice Call auch Filesharing, Gruppenchats und Statusupdates ermöglicht. Statt sich direkt mit dem Smartphone zu verbinden, verwendet der BBM eine Unique ID (BlackBerry PIN), der im Vergleich zu anderen IM-Apps ein besonderes Maß an Sicherheit gewährleistet – zumindest wenn man Andrew Bocking, der bei BlackBerry die Entwicklung des BBM leitet, Glauben schenkt.

BlackBerry gilt zwar als Pionier auf dem Smartphonemarkt, mutierte aber in den letzten Jahren zum notorischen Spätzünder. Obwohl treue Fans dem Unternehmen so manchen verpassten Einsatz verziehen und BlackBerry-Entwickler mit dem neuen QNX-basierten Betriebssystem BlackBerry 10 ein wahres Software-Meisterwerk hingelegt haben – die undurchschaubare Unternehmensstrategie katapultierte BlackBerry im Rennen um Marktanteile immer weiter zurück. Obendrein bot sie der Technologie-Presse, die ohnehin nicht von ihrem Mantra vom Untergang BlackBerrys lassen konnte, zusätzliche Angriffsflächen.

Solte BlackBerry auf offenere Software statt auf Hardware setzen? ©S&SMedia Group

Warum nicht gleich Open Source?

Ist der BBM für die führenden Mobile-Plattformen nun ein letztes Aufbäumen oder ein Neuanfang für die Kanadier? Der Schritt kam wieder einmal spät, ging aber möglicherweise in die richtige Richtung. Denn wenn es mit der neuen Hardware (Z10, Z30, Q5 – siehe Bild, Q10) schon nicht klappt, könnte eine letzte Rettungsstrategie des Unternehmens sein, die bewährte Software für alle Plattformen zur Verfügung zu stellen – vielleicht sogar Open Source.

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