Bereitschaft für Software Geld auszugeben gering
Kommentare

Freeware oder lizenzpflichtige Software? Die Wahl ist meist schnell getroffen – denkt sich jeder zweite PC-User und verzichtet darauf, Geld für Software auszugeben. In einer Studie des Hightech-Verbands Bitcom stellte sich bei der Befragung von rund 1300 Personen über 14 Jahren heraus, dass gerade mal 49 Prozent der Verbraucher bereit sind, überhaupt Geld für Software auszugeben. Egal ob es sich um Spiele, Arbeitssoftware oder Anti-Viren-Programme handelt – die Gratis-Mentalität scheint sich durchzusetzen.

Auch Freeware hat ihren Preis

Da beim Kauf eines neuen Notebooks meist schon die wesentlichen Anwendungen mitgeliefert werden und viele Programme im Netz kostenlos als Download bereit stehen, ist kaum einer mehr bereit, für zusätzliche Software zu bezahlen. Jeder Vierte (25 Prozent) nutzt der Studie zufolge ausschließlich Freeware. Dass dieses Verhalten auch zu Lasten der Sicherheit und Privatsphäre geschieht, scheint vielen Gratis-Usern entweder nicht bewusst oder schlichtweg egal. Wer an aktueller Viren-Software spart, muss als Geschädigter oft noch tiefer in die Tasche greifen. Zudem muss man bei Gratis-Software oft Werbeinhalte hinnehmen oder damit rechnen, dass Nutzerinformationen an Fremdanbieter weitergegeben werden. App-User von Smartphones und Tablets sind dahingehend noch abgehärteter.

Für Smartphone Apps wird noch weniger Geld ausgegeben

User von mobilen Devices geben demnach noch weniger Geld für Software, beziehungsweise Applikationen aus als PC-Nutzer. Gerade mal 23 Prozent nutzt kostenpflichtige Software und gibt im Jahr durchschnittlich neun Euro dafür aus. 43 Prozent der Smartphone-User bezahlt sogar keinen müden Cent für Apps.

Die Frage ist, ob sich die Gratis-Mentalität weiter durchsetzen wird und wie Software-Hersteller in Zukunft mit ihren Produkten Geld verdienen wollen.

Damit verdienen Software-Entwickler in Zukunft ihr Geld

Neben geschickt platzierten Werbeinhalten und der Weitergabe von Nutzerinformationen an Fremdanbieter versuchen viele App-Anbieter sich zunächst im hart umkämpften Markt durch Gratis-Angebote zu etablieren, um im Nachhinein für die Weiternutzung zur Kasse zu bitten; bestes Beispiel WhatsApp. Andere Anwendungen wie Tinder verfahren nach einem ähnlichen Anbindungsprinzip und wollen User durch kostenpflichtige Premium-Angebote, die das bekannte Feature durch Reichweite und Usability verbessern, neue Anreize bieten. Im Games-Sektor wirkt das Prinzip: erst gratis zocken und dann für zusätzliche Items, Spielfunktionen, und Credits kleine Geldbeträge fordern, erstaunlich gut.

Erst testen, dann zahlen – eine Investition in die Zufriedenheit der User

Wusste man früher im Geschäft nicht so recht, ob die Software-Beschreibung auf der Plastikverpackung hält, was sie verspricht, lassen sich heute viele Programme zunächst als Download gratis testen und fordern erst bei zufriedener Nutzung ihren Tribut. Das klingt für viele User einladend. Ob sich die monitären Anbindungen auch für Software-Entwickler bezahlt machen werden, dürfte sich erst in ein paar Jahren zeigen. Momentan scheint sich die Branche noch in der Phase der Geschäftsetablierung und Investition zu befinden.    

 

Aufmacherbild: Dollars flying through laptop screen. 3d rendered. Isolated on white background via Shutterstock / Urheberrecht: 3Dstock

Unsere Redaktion empfiehlt:

Relevante Beiträge

Meinungen zu diesem Beitrag

X
- Gib Deinen Standort ein -
- or -