Berlin Startup-Tour: Christoph Räthke über Gründer, Konzepte und Marktlücken
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Ein Berliner Hinterhof, irgendwo in Kreuzköln: Hinter einem blauen Schreibtisch, mehr Tischtennisplatte als Arbeitsplatz, sitzt Christoph Räthke, einer der buntesten Hunde der Berliner Startup-Szene und schaut aus dem Fenster in den Innenhof. Dort steht ein blauer Sportwagen, irgendein aufgemöbelter Oldtimer eines Liebhabers mit viel Geld. Es ist der erste Tag meiner Tour durch die Berliner Startup-Szene. Drei Tage lang besuche ich in der Hauptstadt vielversprechende Gründer-Teams und spreche mit ihnen über ihre Ideen, Pläne und bisherigen Erfahrungen in Europas Gründer-Mekka. Und wer wäre ein besserer Gesprächspartner zum Auftakt als Christoph Räthke. Als Gründer der Berlin Startup Academy kennt er sich bestens in der Szene aus.

Im Gespräch verrät Christoph mir, dass er neben der Gründerszene noch zwei weitere Leidenschaften hat: Borussia Mönchengladbach und Autos der Firma Jaguar. Nein, der blaue Flitzer da unten gehört ihm nicht. Nur wenige Startups werden richtig reich und starten international durch.

Dennoch kann Christoph mit seinen knapp vierzig Jahren auf eine erfolgreiche Karriere zurückblicken, die irgendwann in den späten Neunzigern startete, als das Internet noch in den Babyschuhen steckte. Reich ist auch Christoph nicht geworden, behauptet er, und schiebt nach: Wenn er es könnte, würde er aber alles wieder genauso machen – er bereut nichts und ein breites Grinsen leuchtet unter seinem Bart auf. 

Als Leiter der Berlin Startup Academy berät er heute unter anderem selbst junge Gründer als Mentor und fühlt ihnen auf den Zahn – stellt unangenehme Fragen und erteilt Reality-Checks.

Saki, in Berlin findest Du unglaublich viele Startups, die alle mit dem gleichen Konzept eine erfolgreiche App stricken wollen: ortsbasierte Informationen in Kombination mit Personen und Interessen,

sagt er und sein Kollege Athanasi aus Bulgarien stimmt ihm aus einer Ecke des Raumes grummelnd zu, während er dabei für einen Moment von seinem Laptop aufschaut.

Dabei gäbe es noch so viele Marktlücken, die es zu besetzen gilt, sagt Christoph und holt tief Luft, um eine interessante Startup-Idee nach der anderen in den Raum zu blasen. Was dann folgt ist ein Name-Dropping erfolgsversprechender Gründer und deren Konzepte. Ich schweige und kritzle mit meinem Kulli hektisch Namen auf meine To-Do-Liste. Und mir dämmert: Drei Tage Berlin sind natürlich nicht genug – mein Kalender ist jetzt schon randvoll. Welche Erkenntnisse meine Startup-Tour gebracht hat, welche Startups und Gründer ich kennengelernt habe, erfahrt Ihr im Laufe der kommenden Tage in weiteren Beiträgen.

Den Dienstag starte ich mit einem Startup-Frühstück im Co-Workingspace St. Oberholz in der Rosenthaler Straße. Dort treffe ich Luis von Vamos, einer App, die die Interessen und ortsbasierte Informationen von Personen eines Freundeskreises bündelt. Christophs Worte hallen in meinem Kopf nach.

Am Ende des Gespräches gibt mir Christoph noch einen Insider-Tipp der anderen Sorte mit auf den Weg: „Wenn Du aus dem Hof auf die Straße gehst, ist gegenüber die beste Eisdiele Berlins!“ Und irgendwo daneben hat Christoph auch sein rostiges Fahrrad geparkt.

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