BILDplus macht seinem Namen alle Ehre – Bild.de steigert Traffic trotz Paywall
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Das haben sich die Verantwortlichen von Bild.de wohl nicht erträumt, als sie vor zwei Monaten eine Paywall einführten. Wie Statista meldet, legte der Traffic der Boulevardblatt-Internetpräsenz im Juli trotz Sommerloch um sechs Prozent gegenüber dem Vormonat zu und konnte 264 Millionen Visits verzeichnen. 79 Millionen Visits davon entfielen auf mobile Geräte.

Alles deutet also darauf hin, dass die Einführung der Bezahlschranke Bildplus am 11. Juni 2013 keine negativen Auswirkungen hat. Seit diesem Datum ist Bild.de teilweise kostenpflichtig. Herkömmliche Nachrichten können weiter kostenlos gelesen werden, inklusive Werbebannern. Exklusive Inhalte allerdings, darunter bestimmte Interviews oder exklusiv recherchierte Stories, liegen seitdem hinter einer Paywall. Für 4,99 Euro im Monat erhält man im Rahmen des Bildplus-Pakets Zugriff auf diese Inhalte, für 9,99 Euro gibt es die Druckversion der Bild als elektronische Version am Abend vor der Veröffentlichung obendrauf. 

Traffic Bild.de
Die Traffic-Entwicklung von Bild.de im Überblick (© Statista).

Die Traffic-Steigerung dürfte auch Kai Diekmann runter gehen wie Öl. Diekmann war im Juni nach einem Dreivierteljahr USA-Aufenthalt als Bild-Chefredakteur zurückgekehrt. Im Silicon Valley hatte er nach Inspiration gesucht, um die deutsche Medienlandschaft zu revolutionieren. Zugegeben: Das Bildplus-Bezahlmodell wurde bereits Ende Mai, also vor seiner Rückkehr, der Öffentlichkeit präsentiert. Doch machen wir uns nichts vor: So wie Diekmann angetreten ist, wie sich positioniert hat, ist Bildplus nicht nur ein Test, ob hierzulande die breite Masse dazu bereit ist, für Inhalte zu bezahlen. Es wird auch als ein Test von Diekmann angesehen – ein Test seiner USA-Learnings, seiner Ideen zum Umbau der Medienbranche. Und diesen ersten Test haben er und Bildplus zunächst bestanden.

Die Branche, insbesondere die Verleger sind indes schon länger davon überzeugt, dass die Bereitschaft für Content zu zahlen vorhanden ist. Das ist zumindest die Aussage einer am 10. April vom Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) vorgelegten Studie zum Thema Paid Content. Demnach haben die deutschen Zeitungen rund 400 Apps im Angebot, knapp ein Drittel davon setzen auf ein Bezahlmodell und sind kostenpflichtig. Mehr als 60 Prozent der Apps sind für Apple-Geräte ausgelegt, allerdings gewinnen andere Betriebssysteme – allen voran Android – immer mehr an Bedeutung. So hat sich die Zahl der Android-Angebote seit Sommer 2012 mehr als verdoppelt.

 

 

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