Bing liefert 5x mehr Malware als Google
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Wie stößt man eigentlich auf Malware-infizierte Webseiten? Die Antwort ist einfach: Meist findet man sie genauso, wie man auch sicherheitstechnisch unbedenkliche Seiten finden würde, nämlich über eine Suchmaschine. Doch welche Suchmaschine schließt die meisten infizierten Webseiten in ihre Suche mit ein? Diese Frage stellte sich AV-Test, ein deutsches Unternehmen mit Sitz in Magdeburg.

Zwischen August 2011 und Februar 2013 untersuchte AV-Test die Sicherheit verschiedener Suchmaschinen, darunter die beiden Riesen Google und Bing, aber auch andere Angebote wie Blekko, Faroo, Teoma, die chinesische Lokal-Suche Baidu und den russischen Dienst Yandex. Unter den 40 Millionen zum Test bereit stehenden Seiten waren 5.000 mit potentieller Malware.

Die Ergebnisse des Tests überraschten nur wenig: Google lieferte die besten Resultate, unter den 10,9 Millionen durchgeführten Suchanfragen befanden sich nur 272 infizierte Seiten. Besonders bemerkenswert ist hier der enorme Abstand zum Zweitplatzierten Bing, der mit 1.285 Malware-Seiten fünf Mal so viele schädliche Ergebnisse lieferte. Auf dem dritten Platz folgt Yandex mit 3.330 infizierten Seiten unter den Ergebnissen – zehn Mal so viel wie beim Erstplatzierten Google.

Die Test-Resultate in allen Ehren, doch hat Liam Tung von ZDNet nicht Recht, wenn er bemerkt, dass sie insofern unerheblich werden, sobald die Sicherheits-Performance des Browsers stimmt? Schließlich spielt es keine Rolle, ob die infizierten Seiten potentiell gefunden werden, solange der Browser den Zugriff darauf verhindert.

Um zu entscheiden, auf welche Seite die Nutzer bedenkenlos zugreifen können und auf welche nicht, nutzen sowohl Chrome und Firefox als auch der Apple-Browser Safari das von Google entwickelte Safe Browsing Tool. Der Internet Explorer verwendet eine Technologie namens SmartScreen Application Reputation. Beide Varianten stellen mit Hilfe Reputations-basierter Methoden fest, welche Webseiten mit Malware infiziert sind oder zum Phishing genutzt werden. Trifft das zu, werden die Nutzer vor dem Aufruf der jeweiligen Seite gewarnt.

Die gute Nachricht: In verschiedenen Tests entdeckten alle Browser rund 90 Prozent der bekannt verdächtigen Seiten.  

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