Biometrische Sicherheitssysteme werden weiter verbessert
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Mit der Einführung der biometrischen Gesichtserkennung als Sicherheitssoftware ist eine weitere fantastische Vorstellung aus dem Sci-Fi Universum wahr geworden: Mobile Endgeräte und Computer, die kein Passwort benötigen, sondern ausschließlich das Gesicht scannen und somit den Besitzer identifizieren können. Eine schöne Vorstellung, jedoch wurde schon zeitnah festgestellt, dass diese Software Schwachstellen hat und je besser sie funktioniert, desto einfacher kann sie untergraben und ausgetrickst werden. Jedoch nicht durch Hacking, und auch nicht, indem man aufwendig die Netzhaut der Zielperson nachbauen muss, sondern einfacher – durch Masken, Fotos, Stimmaufnahmen oder Ähnlichem.

Deswegen arbeitet seit dreieinhalb Jahren Tabula Rasa daran, diese Sicherheitslücken ausfindig zu machen und zu schließen. Das Projekt ist EU-finanziert und kooperiert neben verschiedenen Universitäten und Unternehmen, auch mit Forschungseinrichtungen wie dem Idiap Research Institute.
Gegenüber Euronews äußerte der Forscher Sébastien Marcel, dass noch viel Arbeit vor ihnen liege. Denn es konnte bisher nicht gänzlich verstanden werden, wieso diese Systeme so anfällig sind und worauf sie reagieren, bzw. worauf nicht. Jedes mal, wenn es eine neue Lücke gibt, die meist erst durch eine Attacke auf das System sichtbar wird, muss eine neue Gegenmaßnahme erschaffen werden.

Nachdem die Systeme nicht mehr anfällig für Fotos oder Videoaufnahmen waren, werden nun realistische Masken verwendet um es zu hintergehen. Um diese Schwachstelle zu überwinden, wird in einem 3D-Labor dazu geforscht, wie sich reale Gesichter bewegen, eine Eigenschaft, die von Masken nicht kopiert werden kann. Darüber hinaus wird an einer Möglichkeit gearbeitet, die Oberfläche der Haut zu analysieren.

Forscher der Universität von Cagliari, die ebenfalls Partner der Tabula Rasa Kooperation sind, fanden heraus, dass auch Fingerabdrücke nicht sicher sind. Das Problem ist, dass sie nur auf den Abdruck reagieren, und dieser kann auch auf einem künstlichen Finger nachgeahmt werden. In Kombination mit der Analyse der Hautoberfläche könnte jedoch dieser Aspekt überwunden werden.

Auf Euronews gibt es dazu auch einen 4-minütigen Film zu sehen.

Aufmacherbild: Scan for security or identification. Eye with scanner and computer interface via Shutterstock / Urheberrecht: BlueSkyImage

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