Bitcoin-Community lahmgelegt
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Bereits Dienstag Morgen war die in Tokyo ansässige Bitcoin-Handelsplattform MtGox nicht mehr erreichbar. Nachdem „ungewöhnliche Aktivitäten“ entdeckt wurden, wurde das gesamte Handelssystem heruntergefahren.

Spät am Nachmittag wurde auf der Website verkündet, dass sämtliche Transaktionen geschlossen wurden. Die Anleger kommen nicht mehr an ihr Geld. Am heutigen Tage ist MtDox nach wie vor nicht erreichbar. Es kursierten erst wilde Spekulationen über die Insolvenz. Auch von Diebstahl im großen Stil war die Rede. Nun ist klar, dass an beiden Gerüchten etwas dran ist.

Durch Sicherheitsprobleme soll es möglich gewesen sein einen Bitcoin mehr als ein mal zu verkaufen. Aus dem Leak eines internen Krisendokumentes auf Scribd geht zudem hervor, dass über 750.000 Bitcoins abhanden gekommen sind.

Vor wenigen Tagen war der Handel auf MtGox schon ein mal ausgesetzt worden, bedingt durch eine technische Panne. Bevor die Plattform offline ging, war der Kurs auf MtGox von über 1000 Dollar zu Beginn des Jahres 2014 auf 135 Dollar gefallen. Auch auf anderen Bitcoin-Handelsplattformen fiel der Kurs auf unter 500 Dollar.

Der Schaden wird auf rund 350 Millionen Dollar geschätzt. Der Bitcoin-Höhenflug scheint beendet. Das Vertrauen in die virtuelle Währung erschüttert. Konkurrenten des japanischen Unternehmens, Coinbase, Kraken, BitStamp, Circle, BTC China und Blockchain.info versuchten bereits Montag in einem Statement die Bitcoin-Anleger zu beruhigen. In jeder neuen Industrie soll es demnach schwarze Schafe geben, die aussortiert werden und alleinig MtGox soll für das erschütterte Vertrauen der Anleger verantwortlich sein.

Gerüchte bestätigen weiter, das nicht ein einzelner Angriff für das Verschwinden der 750.000 Bitcoins verantwortlich ist. Ähnlich wie bei den Einbußen von 2.7 Millionen Dollar auf dem Online Schwarzmarkt Silkroad, ist für das Verschwinden der Bitcoins eine Sicherheitslücke und damit ein sogenannter slow-leak Hack ausgemacht. Das bedeutet, dass die Manipulationen über einen längeren Zeitraum stattgefunden haben.

Laut der New York Times steht die Bitcoin-Börse kurz vor dem Zusammenbruch. Während dessen haben geprellte Anleger sich vor dem MtGox-Büro in Tokyo eingefunden, um ihr Geld zurückzufordern. Die Authentizität des Krisendokumentes wird zwar noch diskutiert, dass sämtliche Tweets des MtGox-Twitteraccounts gelöscht wurden, scheint diese allerdings eher zu bestätigen. Was nun aus dem Geld der Anleger wird, steht in den Sternen. Es bleibt wohl verloren, denn MtGox wird die fehlenden 350 Millionen Dollar kaum ausgleichen können.

Die Community ist allerdings nicht überzeugt, dass ausschließlich Cyberkriminelle für das ins Schwanken geratene Bitcoin-Imperium verantwortlich sind. War doch der Erfolg der virtuelle Währung der Finanzindustrie ein ausgesprochener Dorn im Auge.

Der Leak des Krisendokumentes und der darin enthaltene deutliche Ton und eine Code-Zeile innerhalb der MtGox-Website „put announce for mtgox acq here“ lassen viele Experten über den Sinn und Zweck des Crashes spekulieren. Man darf gespannt verfolgen, was noch geschiet.


UPDATE: AM 28.02.TEILTE EIN ANWALT VON MT.GOX MIT, DASS DAS UNTERNEHMEN MOMENTAN RUND 63 MILLIONEN DOLLAR VERBINDLICHKEITEN AUFWEIST UND SOMIT IN ERNSTEN ZAHLUNGSSCHWIERIGKEITEN STECKT. OB DAS UNTERNEHMEN NOCH ZU RETTEN IST UND WELCHE FOLGEN DER KONKURS DER GRÖßTEN TRADING-PLATTFORM FÜR DIE GESAMTE BITCOIN-INDUSTRIE HÄTTE, IST UNGEWISS. 

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