Bitcoin.de und Fidor-Bank vereinbaren weitgehende Kooperation
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Die Münchener Fidor Bank und der Online-Marktplatz Bitcoin.de haben eine weitgehende Partnerschaft vereinbart. Dies gaben die Betreiber von Bitcoin.de kürzlich bekannt. Allerdings muss die deutsche Bankenaufsicht der Kooperation zustimmen und so gibt es derzeit noch keine offizielle Bestätigung der Online-Bank.

Durch die Partnerschaft wird der Handel mit Bitcoins in Europa auf eine neue Stufe gehobenen, da die Fidor Bank ein Haftungsdach zur Verfügung stellt, wodurch Bitcoin der erste Handelsplatz seiner Art mit einer direkten Bankenkooperation wird und sich an die gängigen Gesetze der Finanzmarktüberwachung, wie etwa zur Geldwäsche, halten muss. Der Geschäftsführer der Bitcoin Deutschland GmbH, Oliver Flaskämper, sieht in der Partnerschaft daher auch einen großen Schritt für die Währung, die sich von einem anfänglich  belächelten Web-Experiment von Hackern, Freigeistern und Anarchisten immer mehr zu einer ernstzunehmenden Alternativ-Währung entwickelte und den ein oder anderen bereits zum Millionär machte.

Sobald die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) der Zusammenarbeit zustimmt, gilt Bitcoin als „vertraglich gebundener Vermittler“ der Fidor Bank und der Handel mit der virtuellen Währung könnte über die Konten der Bank ablaufen. Dazu werden die Kunden von Bitcoin.de in Kürze die Möglichkeit erhalten, kostenlose Girokonten einzurichten, über die der Handel nahezu in Echtzeit auf dem Online-Marktplatz abgewickelt werden kann. Gegenüber Golem zeigte sich Flaskämper optimistisch, dass es bald zu einem offiziellen Abschluss komme.

Bitcoins – eine sichere Geldanlage?

Die Nutzer der deutschen Bitcoin-Börse besitzen darüber hinaus weitere Vorteile, die nicht immer auch für ausländische Umschlagplätze zutreffen. So befinden sich auch Bitcoins auf den Bankkonten der Nutzer und unterliegen daher der Einlagensicherung für Vermögen von bis zu 100.000 Euro. Auch im Bundestag wurde über den Status der virtuellen Währung verhandelt und seit einigen Tagen ist klar, dass Spekulationsgewinne aus dem Bitcoin-Handel nach einer Haltezeit von einem Jahr für Privatpersonen steuerfrei sind. Eine sichere Geldanlage sind Bitcoins jedoch immer noch nicht, da es immer wieder zu Spekulationsblasen und rasanten Kursanstiegen und Gefällen kommt. Auch Festplattenschäden können für Bitcoin-Besitzer fatale Folgen haben. So berichtete ein Anleger gegenüber NPR, er habe bei einem Festplatttencrash rund 7,000 Bitcoins verloren, weil er kein Back-Up gemacht hatte. Heute entspricht dies einem Gegenwert von 1,4 Millionen Dollar.

Bereits im April haben wir über Bitcoins und ähnliche Währungen berichtet. Die Kooperation mit der Fidor Bank ist nun ein weiterer Schritt, eine stabilere Währung und eine Alternative zum Festgeld zu schaffen.

Aufmacherbild: Bit coins, the virtual currency concept illustration / Urheberrecht: Mopic

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