Bitcoins – der schnellste Weg zum Millionär?
Kommentare

Bisher wurde Bitcoins eher belächelt und galten für viele als Web-Experiment von Hackern, Freigeistern und Anarchisten. Doch mit dem steigenden Wert des elektronischen Geldes, steigt auch das öffentliche Interesse an der Währung.

Bei Bitcoins handelt es sich um eine digitale Online-Währung, die anonym und global eingesetzt werden kann und in ihrem Wechselkurs von Staaten und Banken unbeeinflusst bleibt. Die Währung wird dabei durch ein asymmetrisches Verschlüsselungsverfahren aus einer Kombination von Zahlen und Buchstaben erstellt. Im Prinzip können Bitcoins von jedem über den Computer erschaffen werden, aber auch auf einem deutschen Marktplatz gekauft und zum aktuellen Marktpreis gehandelt werden. Dem ein oder anderen haben sie bereits zur Million verholfen.

Lag der Wert einer Währungseinheit vor zwei Monaten noch bei rund 20 Dollar, stieg er vor knapp einer Woche auf 150 Dollar und erreichte gestern mit über 240 Dollar einen erneuten Höchstwert. Dabei sehen viele die Coins weniger als Währung, denn als lukratives Investment und hoffen auf das schnelle Geld im Netz. Bei spekulativen Investionen ist allerdings Vorsicht geboten, da der Kurs bereits in der Vergangenheit extremen Kursschwankungen unterlag.

Bitcoin Logo

Das offizielle Bitcoin Logo (Quelle: http://forum.bitcoin.org/?topic=1756.0)

Wie lässt sich die Wertsteigerung erklären?

Das derzeitige Hoch erklären Experten vor allem mit der Eurokrise, da durch die streng limitierte Menge an digitalem Geld die Gefahr für eine Inflation ausgeschlossen ist und Bitcoins als eine lukrative Anlage in unsicheren Zeiten erscheinen. Darüber hinaus sind Bitcoins durch das kryptographische Verfahren fälschungssicher. Bitcoin selbst präsentiert sich als ein aufsteigendes Business und veröffentlichte eine Liste mit fünf Argumenten, warum der Kurs des digitalen Geldes in Zukunft (eigentlich) nur steigen kann. Die Tatsache, dass sich unter den Bitcoins-Investoren auch eine wachsende Zahl südeuropäischer Staatsbürger befindet, scheint die Verbindung zur Eurokrise zu bestätigen.

Wie sicher sind Bitcoins?

Die Gefahr bei der Währung liegt in ihrer Größe. Rechnet man die Währungseinheiten des Dollars zusammen, kommt man auf mehrere Billionen, während selbst nach dem letzten Anstieg die Summe der Bitcoins umgerechnet rund 2 Milliarden Dollar ausmachte. Aus diesem Grund unterliegt der Kurs so großen Schwankungen. Daher dient die Währung auch nicht als verlässliche Tauscheinheit, sondern ist eher mit einer spekulativen Anlage vergleichbar. Zudem gibt es zumindest theoretisch die Möglichkeit, dass es Hackern gelingt, Codes zu knacken und so Geld zu stehlen. Da Bitcoins auf dem PC in sogenannten „Wallets“ gespeichert werden, können allerdings auch Festplättenschäden fatale Folgen für den Besitzer haben. So berichtete ein Anleger gegenüber NPR, er habe bei einem Festplatttencrash rund 7,000 Bitcoins verloren, weil er kein Back-Up gemacht hatte. Heute entspricht dies einem Gegenwert von 1,4 Millionen Dollar.

Wie sind die Zukunftsprognosen?

Mithilfe eines Algorithmus berechnete Bitcoin-Wiki, dass das Limit von 21 Millionen Bitcoins voraussichtlich erst 2130 erreicht sein wird. Ab 2033 soll sich das Wachstum jedoch extrem verlangsamen. Jason Dorrier von SingularityHub setzt das Ende der Währungserweiterung bereits auf das Jahr 2040. Eine Studie des MIT Boston macht allerdings deutlich, das Cryptocurrencies noch keine Alternative zu Währungen sind, hinter denen die Regierungen großer Länder oder Staatenbünde stehen. Sicherlich hängt die Zukunft von Bitcoin auch davon ab, ob Anleger die Währung weniger als Investment und mehr als tatsächliches Bezahlmittel verstehen. Um dieses Ziel zu erreichen, müsste allerdings die Blase platzen, ohne dass zu viele Interessenten eingeschüchtert werden. Wenn es also keine Festgeld-Alternative gibt, existieren dennoch einige andere Cryptocurrencies, die durchaus ebenfalls interessant für Anleger sein könnten.

Welche Alternativen gibt es?

Ein bekannter Service ist natürlich PayPal, das zumindest ansatzweise mit Cryptocurrencies verglichen werden kann. Auch hier sind Micro-Zahlungen möglich, die schnell und nur indirekt über Banken online abgefertigt werden.

Litecoin ist ähnlich wie Bitcoin ausgerichtet, doch lässt sich die Währung mit CPU-Hardware einfacher errechnen – oder „minen“, wie es im Fachjargon heißt. Alle 2,5 Minuten wird dabei auf Litecoin eine neue Währung ausgegeben, sodass das Gesamtvolumen schließlich viermal mehr Einheiten umfassen wird als Bitcoin.

SolidCoins generiert neue Währungseinheiten alle 2 Minuten. Ein festgelegtes Limit bei der Währungsmenge gibt es dabei nicht. Allerdings kam es kürzlich zu einem Reset und viele Experten und Anleger kritisierten die Vorgehensweise des Unternehmens. Der Wert der SolidCoins ist dabei an Energie gebunden und die Kosten für eine Währungseinheit richten sich an dem Strompreis.

Bitcoin benutzen

Folgendes Video-Tutorial erläutert im Detail, was genau Bitcoin ist und wie man es selbst nutzt:


Quelle Aufmacherbild: vimeo

Unsere Redaktion empfiehlt:

Relevante Beiträge

Meinungen zu diesem Beitrag

X
- Gib Deinen Standort ein -
- or -