Bitcoins: Erfolg und Risiken der virtuellen Währung
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Die Idee für Bitcoins entstand 2008. Der Ansatz des Erfinders Satoshi Nakamoto war es, eine virtuelle Währung zu schaffen, die keinerlei Mittelsmänner mehr benötigt. Zu groß ist seiner Meinung nach das Ausmaß an Vertrauen, das für das Funktionieren konventioneller Währungen notwendig ist. Und zu oft wurde es seiner Meinung nach bereits missbraucht.

Mit der Erfindung und dem Erfolg der virtuellen Währung entstand zeitgleich das öffentliche Interesse an dieser Idee. Die Zeit titelte „Anarcho-Geld“ und auch der Wirtschafts-Nobelpreisträger Paul Krugman meldete sich auf der New York Times zu Wort. Er hielt Bitcoins weder für etwas Besonders oder Neues, noch für etwas, was von Erfolg gekrönt werden würde. Vor allem Hacker und Kriminelle sollten laut öffentlichen Meinungsmachern Bitcoins als Zahlungsmittel verwenden.

Mittlerweile sind einige Jahre ins Land gezogen und Broker sowie Regierungen haben das Potential von Bitcoins erkannt. Nach wie vor kursieren allerdings Horrorgeschichten über Hacks und verlorene Bitcoins. So schildert es beispielsweise ein aktueller Artikel der Washington Post. US-Senator Chuck Schumer ging sogar soweit gegenüber dem Independent zu behaupten, Bitcoins würden ausschließlich zur Geldwäsche benutzt, um die Quelle des Geldes zu verschleiern. 

Journalist und Autor Oliver Janich lieferte Interessierten hingegen sachliche Informationen über seinen Selbsttest. Er hält das Kurspotential der Bitcoins nach wie vor für unendlich, hat sich allerdings ebenfalls mit den Risiken beim Handel mit dieser virtuellen Währungs auseinandergesetzt. Demnach gehen die Risiken im Allgemeinen besonders von Regierungen, Kontrahenten und den Anbietern selbst aus. Bitcoins lassen sich über den gleichnamigen Client auf zweierlei Arten erwerben: einerseits durch eine selbstständige Generierung, andererseits durch das Tauschen. Auf dem Bitcoin-Wiki sind mittlerweile etliche Handelsplattformen vertreten, über die eine Bezahlung mit Bitcoins möglich ist. 

Entgegen den Vorurteilen von Regierungsvertretern und Journalisten haben sich Bitcoins zu einer ernstzunehmenden virtuellen Währung entwickelt. Laut ZDnet boomt der Handel vorallem in China. Die Seite bitcoin Charts gibt einen guten Überblick zu aktuellen Preisen und der Marktentwicklung. Für Otto-Normalverbraucher stellt sich allerdings nach wie vor die Frage, ob er nun beispielsweise neben einem existierenden Paypal-Konto nun auch noch ein Bitcoint-Konto erstellen soll. Für technisch unversierte Nutzer stellen Bitcoins lediglich eine weitere, wenn auch etwas unkonventionelle Art von Bezahlmöglichkeit dar. Aus der technischen Perspektive hat das eine mit dem anderen nicht mal entfernt etwas zu tun.

Nachfolgend ein Ausschnitt aus Nakamotos Paper, der Sinn und Zweck der Erfindung eines neuen virtuellen und dezentralem Währungssystem betont:

Das Kernproblem konventioneller Währungen ist das Ausmaß an Vertrauen, das nötig ist, um zu funktionieren. Der Zentralbank muss vertraut werden, dass sie die Währung nicht entwertet, doch die Geschichte des Fiatgeldes ist voll von Verrat an diesem Vertrauen. Banken muss vertraut werden, dass sie unser Geld aufbewahren und es elektronisch transferieren, doch sie verleihen es in Wellen von Kreditblasen mit einem kleinen Bruchteil an Deckung. Wir sind gezwungen den Banken unsere Privatsphäre anvertrauen, müssen darauf vertrauen dass sie Identitätsdieben nicht die Möglichkeit geben, unsere Konten leerzuräumen. Doch ihre massiven Zusatzkosten machen Micropayments unmöglich.

Eine Generation früher hatten Nutzer von Time-Sharing-Computersystemen ein ähnliches Problem. Vor der Entstehung von starker Verschlüsselungstechnologien mussten sich die User auf Passwortschutz für ihre Daten verlassen und dem Systemadministratoren vertrauen, dass ihre Informationen vertraulich behandelt werden. Diese Privatsphäre konnte jederzeit aufgehoben werden, wenn ein Administrator zu dem Schluss kam, dass sie weniger wog als andere Belange, oder auf Anweisung seiner Vorgesetzten. Dann wurde Verschlüsselung für die Masse der Nutzer verfügbar, und Vertrauen war somit nicht länger nötig. Daten konnten auf eine Weise gesichert werden, die einen Zugriff durch Dritte – egal aus welchem Grund, egal mit wie guten Entschuldigungen, egal was sonst – unmöglich machten.

Es ist Zeit, dass wir Dasselbe mit Geld machen. Mit einer elektronischen Währung, die auf einem kryptografischen Beweis beruht und kein Vertrauen in Mittelsmänner benötigt, ist Geld sicher und kann mühelos transferiert werden.

Seit Jahresbeginn hat sich dank des zunehmenden Interesses an der virtuellen Währung der Bitcoin-Kurs beinahe verfünfzigfacht. Von kleineren Schwankungen mal abgesehen, bleibt der Wert aktuell mehr oder weniger konstant. Über 12 Millionen Bitcoin-Einheiten sind mittlerweile im Umlauf, und um so mehr Nutzer das virtuelle Geld annehmen, um so stärker steigt der Gegenwert der virtuellen Währung. Der Kurs von Bitcoins hängt somit nicht von bekannten und fundamentalen Faktoren wie Cash-Flow oder Inventarwert ab, sondern einzig und allein von dem Vertrauen der Nutzer in Bitcoins als Währung.

Das Marktvolumen der bisher ausgegebenen Bitcoins hat die Eine-Milliarde-Euro-Grenze längst überschritten. Nach Janich definiert sich das Kurspotenzial von Bitcoins über den Kehrwert dieser Exponentialkurve. Auch er stellt sich die Frage, ob das im Umkehrschluss bedeutet, dass Bitcoins immer weiter steigen? Solange Bitcoins als Geld und gesetzliches Zahlungsmittel anerkannt werden, ist die Antwort ein klares ja. Die zwei Grundfunktionen von Geld als Tausch- und Wertaufbewahrungsmittel erfüllen Bitcoins allerdings lediglich zum Teil. Gerade die Wertaufbewahrung ist vergleichbar mit Währungen wie dem Euro oder US Dollar, die sich selbst entwerten. Trotz allem sollte man die Entwicklung von Bitcoins im Auge behalten, denn das größte Risiko für diese Währung geht vom Staat selbst aus. Wer zweifelt, dem fehlt vorallem Vertrauen und Überzeugung. Die Potenziale sind nachweislich.

Aufmacherbild: digital money Bitcoins vector art Foto via Shutterstock / Urheberrecht: a1vector

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