BITKOM-Prognose: ITK-Markt wächst um 1,7 Prozent
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Pünktlich zum Auftakt der CeBIT in Hannover gibt der Hightech-Verband Bitkom seine Prognose für den deutschen ITK-Markt bekannt.

Demnach wächst der Umsatz mit Informationstechnologie, Telekommunikation und Unterhaltungselektronik um 1,7 Prozent in 2014 auf rund 153,4 Milliarden Euro. Erst kürzlich prognostizierte Bitkom das Mobile Web als Wachstumstreiber der Zukunft. Allerdings sieht der BITKOM-Präsident Prof. Dieter Kempf eine deutliche Spreizung des Marktes.

Während die Umsätze mit Software und Dienstleistungen, Smartphones und Tablets überdurchschnittlich wachsen, sollen es Sprachdienste weiterhin schwer haben. Allerdings werden im ITK-Bereich weitere Stellen geschaffen. Der Bitkom-Verband sieht einen erneuten Zuwachs von 10.000 Stellen dieses Jahr.

Der Prognose zufolge soll die Informationstechnologie um 2,9 Prozent auf 76,3 Milliarden Euro wachsen. Der Hardware-Markt soll praktisch stagnieren und nur um 0,2 Prozent auf rund 21 Milliarden Euro wachsen. Grund soll der herrschende Umsatzrückgang im Bereich Desktop-PCs und Notebooks sein, der auf den starken Preiswettbewerb und die geringere Nachfrage zurückzuführen ist.

Zwar boomt der Tablet-Markt nach wie vor. Kempf merkt hierbei aber an, dass diese als Zweit- oder Drittgeräte fungieren und dadurch PCs oder Notebooks nicht komplett verdrängen werden. Auch der Umsatz mit IT-Dienstleistungen wie Beratung und Outsourcing wächst um 3,2 Prozent auf 36,5 Milliarden Euro. Am größten ist laut Prognose das Wachstum im Softwarebereich. Dieser soll um 5,3 Prozent zulegen und damit 19 Milliarden Euro erreichen.

Der Umsatz mit Mobiltelefonen steigt dank des anhaltenden Smartphone-Trends um 0,8 Prozent auf 10 Milliarden Euro. Auch der Bereich Unterhaltungselektronik soll sich dieses Jahr im Vergleich zum Vorjahr wieder eher erholen und ein Umsatzwachstum von 1,2 Prozent auf rund 11 Milliarden Euro verbuchen. Kempf sieht die neuen Generationen der Spielekonsolen als Grund für die Erholung, die für ein Umsatzplus von mehr als 25 Prozent im laufenden Jahr sorgen soll.

Im Bereich der Telekommunikation und dem Wachstum der Infrastruktursysteme kann man laut Kempf die Investitionen in den Breitbandausbau ablesen. Diese sollen lediglich um 0,4 Prozent auf 66 Milliarden Euro steigen. Kempf empfiehlt daher, den Breitbandausbau von den Netzbetreibern nicht nur zu fordern, sondern dementsprechend auch Investitionsanreize zu schaffen, um die notwendigen 20 Milliarden Euro an Investitionen zu fördern, die bis zum Jahr 2018 erforderlich sein sollen. Für den Glasfaserausbau werden sogar 80 Milliarden veranschlagt.

Die CeBIT mit ihrer Ausrichtung „100 Prozent Business„, die sich damit erstmalig ausschließlich an Fachbesucher richtet, soll dem ITK-Markt weiteres Wachstum verschaffen. Kempf betont zudem, dass es sich bei dem Breitbandausbau um „eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe handelt, bei der Wirtschaft und Staat Hand in Hand arbeiten müssen.“

Desweiteren nennt Kempf den Aufbau Intelligenter Netze in den Bereichen Energie, Verkehr, Gesundheit, Bildung und Verwaltung als entscheidendes Infrastrukturprojekt für die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes Deutschland. Auch die Initiative „Netzallianz“ der Bundesregierung wird von Kempf begrüßt. Nur mit Bündelung der Kompetenzen und Zusammenarbeit von Politik und Wirtschaft können die großen Herausforderungen der Zukunft gemeistert und auch das Vertrauen der Gesellschaft nach der NSA-Affäre wieder zurückgewonnen werden.

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