Bitkom Studie: 3D-Drucker weiter auf dem Vormarsch
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Nach einer aktuellen Umfrage des Hightech Verbandes Bitkom rechnet jedes siebte IT-Unternehmen damit, dass 3D-Drucker die Wirtschaft revolutionieren werden.

Damit steigen die Erwartungen der IT in einem Jahr um rund zehn Prozent.

Letztes Jahr waren lediglich drei Prozent der befragten Unternehmen überzeugt, dass sich 3D-Drucker tatsächlich am Markt durchsetzen.

Warten auf die 3D-Druck-Revolution

Bitkom Präsident Prof. Dieter Kempf ist überzeugt, dass 3D-Drucker eine enorme Bedeutung entwicklen.

Durch 3D-Drucker werden sich Wertschöpfungsketten verändern. Produkte werden komplett digital entwickelt und produziert und die zugehörigen Baupläne können digital gehandelt werden […],

so Kempf.

Denn mittlerweile gibt es eine große aktive Community und sogar einige 3D-Drucker für kleine Objekte, die unter 500 Euro zu haben sind.

In der Entwicklung von Prototypen sind 3D-Drucker mittlerweile nicht mehr wegzudenken. Mussten in der Vergangenheit noch über Tage manuell Formen gegossen und Modelle gebaut werden, können heute Prototypen für Bauteile innerhalb weniger Stunden entstehen.

Langfristig können Bauteile, Ersatzteile für Autos, aber auch Prothesen oder Zahnfüllungen direkt mit speziellen 3D-Druckern produziert werden, anstatt diese über Zulieferer zu bestellen.

3D-Druck: Stand der Dinge

3D-Drucker arbeiten mit einem so genannten additiven Verfahren. Zunächst wird das gewünschte Objekt als 3D-Modell konzipiert. Der Drucker erstellt anschließend das Objekt Schicht für Schicht durch Spritzdrüsen auf einer Grundfläche. In der Regel werden verschiedene flüssige Kunststoffe für die Erstellung des Objektes verwendet, aber auch Metall oder Keramik können von 3D-Druckern verarbeitet werden.

Mittlerweile gibt es etablierte Hersteller und Modelle. Es finden sich aber auch stets wieder Fundraising-Kampagnen zu DIY-Kits, bei denen die Geräteteile selbst gebaut oder zusammengesetzt werden müssen.

Das schöne an der 3D-Druck-Revolution ist, dass von Anfang an Open Innovation- und Open Source-Konzepte genutzt wurden. So erfreuen sich Communities wie Shapeways.com großer Beliebtheit. Auch können über viele 3D-Druck-Portale Vorlagen für Produktideen frei unter einer Open-Source-Lizenz genutzt werden. Und Besitzer eines 3D-Druckers werden so ganz leicht zu Produzenten von praktischen Gegenständen und nicht nur von Deko-Objekten, wie auch die Seite Thingiverse von Makerbot beweist.

Mit Hilfe von 3D-Drucktechnologie sowie durch die Initiative von Ivan Owens und Richard van As ist es beispielsweise seit Januar 2013 möglich, kostengünstig Prothesen für Hände und Finger zu fertigen. Je nach Ausführung der Prothese ist eine funktionierende Robohand schon für ein Budget von 150 US Dollar umsetzbar. Nicht vergleichbar mit den üblichen Prothesenkosten und ein absoluter Mehrwert für die Gemeinschaft.

Informationen rund ums 3D-Printing

Über Plattformen wie www.3ders.org/, Google+ 3D-Printer-Comunity oder Reddit kann die rapide Entwicklung in diesem Bereich verfolgt werden.

Auch die 3D-Printing Association, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Entwicklung und Förderung von 3D-Drucktechnologie voranzutreiben, ist eine wichtige Anlaufstelle für Informationen zum aktuellen Entwicklungsstand. 

Nach Kempf muss „[…] der Produkt- und Knowhow-Schutz jetzt im Rahmen des unternehmerischen Risikomanagements von Anbietern und Produzenten mehr als jemals zuvor überprüft werden“. Nur so kann in Zukunft das Potential von 3D-Druckern voll ausgeschöpft werden und auch Privatpersonen dazu befähigt werden, auf ihre individuellen Bedürfnisse zugeschnittene Produkte problemlos selbst herzustellen.

Technologiebegeisterten ist die Erwägung eines 3D-Drucker-Kaufs in jedem Fall ans Herz zu legen. Die Ergebnisse können die ganze Welt bereichern.

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