Blackberry-Chef Thorsten Heins: Tablets sind in 5 Jahren out
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Ist es eine treffende Prognose oder eine fatale Fehleinschätzung? Blackberrys CEO Thorsten Heins jedenfalls glaubt nicht an die Zukunft von Tablets und sagt voraus, dass in fünf Jahren kaum noch jemand ein solches Endgerät nutzen wird.

Blackberry selbst brachte im vergangenen Jahr ein hauseigenes 7-Zoll-Tablet, das PlayBook, auf den Markt, das sich allerdings nur schleppend verkaufte und aufgrund drastischer Preissenkungen für das Unternehmen hohe Verluste bedeutete. So konnten im dritten Quartal 2012 lediglich 150.000 Exemplare verkauft werden und Blackberry sah sich gezwungen, unverkaufte Exemplare mit einer Gesamtssumme von 485 Millionen Dollar abzuschreiben. Um die Inventare zu leeren, boten einige Händler das PlayBook mit Rabatten von bis zu 400 Dollar an. Inzwischen ist es in der 64GB-Version für nur knapp 160 Euro erhältlich. Entsprechend ließ Heins bereits im Januar verlauten, dass er einen Nachfolger nur dann in Betracht ziehen würde, wenn dieser profitabel sei. Mit Hinblick auf die eigenen Erfahrungen des CEOs ist es somit kein Wunder, dass Thorsten Heins Tablets in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Bloomberg als „kein gutes Geschäftsmodell“ einstuft und es ist mehr als fraglich, ob Blackberry angesichts dieser Prognose selbst noch einmal auf diesem Markt mitmischen wird. Ob dies ein fataler Fehler ist, wird sich zeigen. Mit 3 Millionen verkauften Tablets in drei Tagen hat Apple nach Launch des iPad Mini jedenfalls gezeigt, dass bisher ein unerwartet großer Bedarf an Tablets verschiedener Größen besteht. Auch den aktuellsten Quartalszahlen zufolge konnte der Konzern einen Anstieg der verkauften iPads um knapp acht Prozent im Vergleich zum Vorquartal verzeichnen, sodass hier bisher von einer sinkenden Nachfrage nicht die Rede sein kann.

Insgesamt hat Blackberry in den vergangenen Jahren starke Einbußen der Marktanteile hinnehmen müssen und schaffte es nicht, sich gegen Apple oder Samsung durchzusetzen. Dennoch bleibt RIM positiv und setzt sich hohe Ziele: In fünf Jahren wolle man die absolute Führungskraft im mobilen Computing sein und den Großteil der Marktanteile gewinnen, ohne andere Modelle zu kopieren.  Grund zum Optimismus scheint das neue Blackberry Phone Q10 zu bieten, das beim Verkaufsstart in Großbritannien innerhalb kurzer Zeit ausverkauft war. Allerdings war das Angebot durchaus exklusiv, da lediglich vier Geschäfte das Smartphone anboten. Ein wesentliches Kriterium für den Kauf eines Blackberrys scheint dabei das physische Keyboard zu sein, das dem Hersteller eine Marktlücke beschert.

Auch an der Börse konnte das Unternehmen aufgrund des erfolgreichen Starts des Q10 Gewinne verzeichnen. So ließen die hohen Erwartungen an das neue BlackBerry-Smartphone den Aktienkurs nochmals um 4,4 Prozent ansteigen, was ein Jahresplus von 37 Prozent bedeutete. Trotz des Rekordverkaufs von mehreren tausend abgesetzten Geräten pro Stunde ist auch diese Nachricht kein sicherer Indikator für den langfristigen Erfolg des Smartphones. Ungesicherten Berichten von The Verge zufolge kauften einige Konsumenten das Q10 in hohen Stückzahlen, um es vermutlich auf anderem Wege weiterzuverkaufen und so aus der Exklusivität Profit zu schlagen.

All diese Bedenken können Thorsten Heins Laune nicht trüben, der wahrscheinlich auch bei strömendem Regen ohne Schirm und mit Sonnenbrille auf die Straße treten würde. Für das Q10 erwartet er Verkaufszahlen von mehreren zehn Millionen Geräten, die die Nutzerzahlen weit über die bisherigen 70 Millionen steigern soll. Die Meldung, dass viele der Geräte inzwischen aufgrund von Mängeln zurückgegeben wurden, wies Heins derweil als Ente zurück.

Quelle Aufmacherbild: youtube.com

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