Boeing Black: hochsicheres Smartphone des Flugzeugbauers
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Boeing assoziiert man vor allem mit dem formschönen 787 Dreamliner. Doch während das Flaggschiff der Boeing-Flotte immer wieder mit überhitzten Batterien zu kämpfen hatte, investierte das US-Luftfahrtunternehmen seit Längerem in die Entwicklung eines Smartphones. So wurde nun ein hochsicheres Modell vorgestellt, das sich bei unbefugten Eingriffen selbst zerstören soll.

Boeing Black soll der vorläufige Höhepunkt in Sachen mobiler Sicherheit sein. Mehrere Jahre hat der US-Konzern an der Entwicklung des abhörsicheren Android-Smartphones gearbeitet. Nun ist das Produkt fertiggestellt. Das belegen die Unterlagen der US-Telekommunikationsbehörde Federal Communication Commission, so Myce am vergangenen Mittwoch. Mittlerweile hat auch ein Pressesprecher des Flugzeugbauers GeekWire gegenüber den Launch des Boeing Black bestätigt. 

Boeing Black ist vollständig auf sichere mobile Kommunikation und Datenübertragung ausgerichtet. Die Sicherheitsfunktionen, die Boeing in das Android-Smartphone integriert, basieren auf der vom Konzern selbst entwickelten „PureSecure“-Kollektion. Einzelheiten zu der Funktionsweise der Sicherheitstechnik bleiben, wenig überraschend, geheim. Der Weltöffentlichkeit steht immerhin ein Datenblatt mit Basisdaten zum Smartphone zur Verfügung. Das 170 Gramm schwere, Dual-SIM-fähige Boeing Black ist mit einem 1,2 Gigahertz schnellen Dual-Core-Prozessor und einem 4,3 Zoll großem Display, das mit 960×540 Pixeln in qHD-Qualität auflöst, ausgestattet. Der interne Speicher lässt sich mit einer MicroSD-Karte erweitern.

Interessant ist die Zielgruppe des Boeing Black. Das Smartphone soll der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie der USA zur Verfügung stehen und geheime Daten vor Übergriffen schützen. Dieses Ziel legt Boeing in dem oben erwähnten Produkt-Datenblatt offen. All die Geräte, die der Smartphone-Markt momentan anbietet, würden den US-amerikanischen Sicherheits-Ansprüchen nicht genügen. 

Der Flugzeughersteller will bei der Bauweise des hochsicheren Smartphones wirklich nichts dem Zufall überlassen: Beim Abhandenkommen des mobilen Gerätes wird eine Selbstzerstörungsfunktion aktiviert. Sollte jemand beispielsweise versuchen, gewaltsam an die Daten des Boeing Black zu gelangen, werden diese automatisch und unwiderruflich gelöscht. 

Die Notwendigkeit eines solchen Gerätes und die Aussagen des US-Konzerns sind beunruhigend. Denn sie zeigen deutlich, wie unsicher die mobile Datenübertragung teilweise ist und wie mächtig all die Organisationen, die ständig auf der Jagd nach besagten Daten sind.

Wer auf der Suche nach einem Pendant des Boeing Black für den privaten Gebrauch ist, dem sei das Blackphone der Schweizer Entwickler ans Herz gelegt, das mittlerweile für umgerechnet 545 Euro vorbestellt werden kann. Hoffen wir für Boeing, dass das Boeing Black nicht auch unter unfreiwilligen Selbstzerstörungsmodi wie der Dreamliner leiden wird.

 

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