Browsergames – zwischen rasantem Wachstum und Professionalisierung
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Browsergames sind schon lange kein halbgarer Ersatz für „echte“ Computer- oder Konsolenspiele mehr. Vorbei auch die Zeiten, in denen man simpel gestricktes Browser-Gaming maximal als fünfminütigen Zeitvertreib Zwischendurch „ertragen“ konnte. Egal ob Adventures, Simulationen oder Actionspiele – Spiele im Browser sind nicht nur um Welten komplexer und anspruchsvoller geworden, sie sind inzwischen zu einer veritablen Konkurrenz für die alteingesessene PC- und Konsolenindustrie herangewachsen. Auch die Zahlen belegen die Relevanz: Die Branche verzeichnete in den letzten Jahren regelmäßig zweistellige Zuwachsraten, immer mehr Unternehmen werden in diesem Sektor gegründet, immer mehr deutsche Entwicklerstudios konzentrieren sich auf den wachsenden Markt der Browsergames.

Dass gerade auch aus Deutschland zahlreiche beliebte und erfolgreiche Browserspiele stammen, war eine Erkenntnis, die 2005 einer der Auslöser war, hierzulande eine Konferenz mit dem Fokus auf Browserspiele zu etablieren: das Browsergames Forum. Denn es gab ein Problem, erzählt uns Andreas Lober (im Bild), einer der Mitgründer: Die Macher kannten sich unter einander nicht und kommunizierten, wenn überhaupt, nur per E-Mail oder Chat. „Es gab viele Missverständnisse und die Stimmung untereinander war viel aggressiver, als ich das von der klassischen Games-Branche her kannte“, erinnert sich Lober.

Damit traf des Browsergames Forum den Nerv der Szene und spiegelt seitdem laut Lober recht genau wider, wie es der Branche geht: von den improvisierten, semi-professionellen Anfängen bis über das rasante Wachstum und überschäumenden Optimismus. Inzwischen sei die ganze Branche in einem Stadium angekommen, wo es um Professionalisierung geht – und so ergeht es auch dem Browsergames Forum, das also mittlerweile zum neunten Mal stattfindet und von Offenbach nach Hamburg umgezogen ist, wo man vom 23. Bis 24. Oktober im Curio-Haus gastieren wird.

Andreas LoberLober selbst spielt intensiv, seit er Mitte er Achtziger Jahre zufällig bei einem Preisausschreiben einen Schneider CPC gewonnen. Ab 1991 arbeitete er sogar für die verschiedensten Magazine als Spieletester. Und schließlich nahm er seine Leidenschaft auch ins Berufsleben mit und betreut seit rund zehn Jahren ich als Anwalt namhafte Computerspielepublisher. 

Was das Browsergames Ökosystem in Deutschland betrifft, gab es laut Lober „jahrelang eine extrem gesunde Mischung aus einigen ganz Großen, die auch international ganz oben mitspielten, einer guten Handvoll in der zweiten Reihe und vielen Indies“. Doch auch bei den Browsergames ist nicht alles uneingeschränkt Gold, was glänzt. „Da nun einige der größeren Schnupfen haben, war die Stimmung letztes Jahr weit weniger euphorisch, als zuvor. Ich denke, das Browsergames Forum 2013 wird zeigen, dass es wieder und weiter aufwärts geht, auch wenn es vielleicht etwas schwieriger geworden sein mag.“

So gehören wie bei jeder Branche kontinuierliche Änderungen zum Geschäft. Für das Browsergames Forum 2013 ist das neben dem Umzug nach Hamburg in diesem Jahr vor allem die Tatsache, dass es deutlich mehr Programminhalte zu Mobile Gaming geben wird. Darüber hinaus wird auch ein Track zum Thema Games Development angeboten, einer Sparte, die erstmalig vertreten ist und die Business- bzw. Monetarisierungsthemen um die Entwicklerperspektive ergänzen soll. Damit will das bgf sowohl Entscheider und Führungskräfte als auch Entwickler und Gamedesigner ansprechen, was die Bedeutung der Konferenz als Anziehungspunkt und wichtige Networking-Plattform der Games-Branche untermauern soll. 

Auch das WebMagazin-Team freut sich auf das Browsergames Forum und wird im Oktober aus Hamburg berichten.

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