Browserstatistiken aus Q4 2013 – Sind Tablets wirklich das Maß der Dinge?
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In regelmäßigen Abständen beschäftigt sich Peter-Paul Koch mit den Browserstatistiken des abgelaufenen Quartals. So auch in seinem aktuellen Blogpost Browser stats for Q4. Doch dieses mal gibt es eine Besonderheit: Der Dienst StatCounter hat seinem Service ein Update spendiert – ab sofort wird auch der Anteil der Tablet-Browser aufgelistet.

Grund genug, sich die Zahlen etwas genauer anzusehen. Immerhin wird schon seit geraumer Zeit der unaufhaltsame Siegeszug der Tablets postuliert – ein riesiger Markt für Tutorials und neue Best Practices, die Webentwickler zum Umdenken erziehen wollen. Doch lohnt sich dieser Aufwand wirklich?

Klassisch: Desktopbrowser

Wenig überraschend dürfte es sein, dass der Chrome weiterhin mit einem konstanten Marktanteil von 44 Prozent auf Platz eins der Rangliste zu finden ist. Auf Platz zwei folgt die Gesamtheit der Internet Explorer mit 28 Prozent, auf Platz drei der Firefox mit 20 Prozent. Es hat den Anschein, als seien die Nutzer mittlerweile „gefestigt“, was ihre Browserwahl angeht, da es bei keinem Browser Änderungen im Marktanteil zu verzeichnen gibt.

Erwähnenswert ist aber, dass der Gesamtanteil der Desktopbrowser erneut um 3 Prozent gesunken ist – 75 Prozent aller Webseitenbesuche erfolgen aktuell über einen Vertreter dieser Gattung.

In aller Munde: Mobile

Im Bereich der Mobile-Browser – die Rede ist hier von Browsern auf Feature- und Smartphones – gibt es hingegen einiges an Veränderungen zu vermelden. So ist der Anteil an Android-Browsern um zwei Prozent auf insgesamt 26 Prozent gesunken. Koch weist jedoch zurecht darauf hin, dass dieser Umstand damit zusammenhängen könnte, dass vor allem neue Devices den Chrome als Default-Browser verwenden. Der Anteil des Mobile Safari – mit einem Gesamtanteil von 21 Prozent auf Platz zwei – ist ebenfalls um zwei Prozent gesunken.

Einen Sprung nach oben konnte indes Opera verzeichnen, der nun mit einem Anteil von 19 Prozent den dritten Platz belegt.

Ebenfalls zulegen konnte Microsofts mobiler Internet Explorer: mit einem Zuwachs von einem Prozent liegt er jetzt insgesamt mit 2 Prozent auf Platz 9. Oder wie PPK es ausdrückt:

IE wins a point, which is good news for Microsoft. Still, it languishes at 2%, which is bad news for Microsoft.

Der Gesamtanteil mobiler Browser ist im dritten Quartal 2013 um 3 Prozentpunkte auf insgesamt 20 Prozent gestiegen.

Das Hype-Wunderkind: Tablets

Als vor einigen Jahren Apple mit dem iPad auf den Markt kam, wurde das schicke (wenn auch noch etwas klobige) Tablet als Heilsbringer für Verlage und Ablöse der klassischen Desktop-PCs gefeiert. Mittlerweile gibt es nicht zuletzt dank Android eine schier unüberschaubare Flut an Tablets – man könnte also meinen, dass der Anteil an Tablet-Browsern durchaus das Zeug dazu haben könnte, den Markt aufzumischen. Die Realität hingegen sieht anders aus, wie die Browserstatistiken von StatCounter beweisen. Danach zeichnen Tablet-Nutzer nämlich für gerade einmal 5 Prozent aller Webseitenaufrufe verantwortlich.

Den Großteil des Markts beansprucht dabei das iPad für sich: Der Safari liegt mit einem Anteil von 69 Prozent unangefochten und mit deutlichem Abstand auf Platz eins der Tablet-Rangliste. Und das, obwohl man vom dritten zum vierten Quartal 2013 einen Prozentpunkt eingebüßt hat.

Auf Platz zwei liegt mit 16 Prozent Anteil Android, auf Platz drei der Chrome mit 7 Prozent. Im Gegensatz zu den Mobile-Browsern geht Koch davon aus, dass mit Ausnahme des Safari alle Browser auf Android-Devices hinweisen. Windows-8-Tablets könnten aufgrund der Tatsache, dass Windows 8 als Desktop-Betriebssystem gezählt wird, nicht in der Liste auftauchen.

Tablet First?

PPK stellt es in seinem Blogpost passend dar:

This allows us to see that right now, of 20 website visits, 15 come from desktop, 4 from mobile, and 1 from tablet.

Auch wenn das natürlich globale Zahlen sind, gibt es keine Anzeichen dafür, dass das Web von Besuchern, die mit einem Tablet unterwegs sind, überschwemmt wird. Über die Gründe hierfür kann man bestenfalls spekulieren – einen signifikanten Anteil an Tablet-Surfern gibt es aktuell aber lediglich in den Niederlanden und in UK. Aber auch dort ist der Anteil an Mobile-Nutzern  – also solche, die mit Smart- oder Featurephones im Web surfen – höher.

Deswegen die Tabletoptimierung zu verteufeln wäre natürlich der falsche Weg. Aber die Zahlen zeigen deutlich, dass die Erstellung einer vernünftige Mobile-Website noch immer eine deutlich höhere Priorität für Webentwickler besitzen sollte.

So lange zumindest 10-Zoll-Tablets eine Desktop-Website im Normalfall noch brauchbar darstellen können, kann man sich darauf konzentrieren, seine „klassischen“ Mobile-Kenntnisse zu perfektionieren. Die Eigenheiten von Tablets, mit denen wir dann früher oder später konfrontiert werden, dürften dann deutlich leichter in den Griff zu bekommen sein.

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