Business-Knigge für mehr Erfolg im Beruf
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Im Geschäftsleben spielen etablierte Verhaltensregeln und diplomatisches Geschick eine nicht unwesentliche Rolle. Unabhängig davon, wie locker und entspannt die Arbeitsatmosphäre auch sein mag – jeder kriegt gerne eine zügige Antwort auf abgeschickte Mails und verlässt sich auf die Pünktlichkeit der Geschäftspartner bei Meetings. Manche Gesten, die von uns nur wenig Aufwand verlangen, können einen spürbaren positiven Impact auf die Verhandlungsergebnisse haben und profitable Geschäftsbeziehungen etablieren.

Die Wettbewerbsbedingungen halten heutzutage die Unternehmer spürbar auf Trap. Denn fast ausnahmslos gibt es vergleichbare Alternativen für das eigene Produkt und so gewinnen angemessene Umgangsformen immer mehr an Bedeutung für Kundenbildung und nachhaltigen Erfolg.  Es lohnt sich also, die Business-Etikette nicht ganz außer Acht zu lassen – ob im Umgang mit Kunden, Partnern oder Kollegen.

Besonders, wenn man auf neue Geschäftspartner trifft oder sich im Ausland bewegt, wo andere Sitten herrschen, gilt für das richtige Auftreten höchste Priorität. Wir fassen für Euch im folgenden Artikel einige der wichtigsten Umgangsformen zusammen, die Euch dabei unterstützen sollen, mehr Wertschätzung und Vertrauen bei Eurem Gegenüber zu erwecken.

Pünktlichkeit

Wie oft hat man es schon gehört – Pünktlichkeit wird in Deutschland großgeschrieben. Doch pünktlich bedeutet nicht, auf 15:00 Uhr einen Termin zu legen und punkt 15:00 Uhr da zu sein. Pünktlich ist, wer schon zehn Minuten früher da ist. Wer es gerade mal rechtzeitig schafft und sich schnell noch einen Kaffee besorgt, solange der Geschäftspartner/Kollege/Kunde seine Unterlagen sortiert, ist zu spät und strahlt mit diesem Verhalten ein Minimum an Vertrauenswürdigkeit aus.

Notizen statt Elefantengedächtnis

Beim Zuhören bekommt man schnell das Gefühl, auf das eigene Elefantengedächtnis wäre absoluter Verlass. Doch die Frage ist, ob die aufgenommenen Informationen von dem Kurzzeit- oder dem Langzeitgedächtnis verarbeitet werden. Sollte Ersteres der Fall sein, werden unbemerkt wichtige Einzelheiten untergehen. Später, bei der Meeting-Aufbereitung, wird man krampfhaft versuchen, Gesprächsteile wieder in Gedächtnis zu rufen. Im schlimmsten Fall bleibt einem eine E-Mail à la „Ich wollte nur auf Nummer sicher gehen….“ nicht erspart.

Wer Notizen macht – ob mit Tablet, Laptop oder auch per Hand – vermeidet ähnliche Missgeschicke und hat einen bedeutsamen Vorteil. Papier oder gespeicherte Dateien behalten auch in der Hektik des Alltags die Fülle an Informationen. Wer zusätzlich die Bindung zum Geschäftspartner stärken möchte, leitet die Notizen kurz nach dem Treffen an die Teilnehmer weiter, um mögliche Missverständnisse zu vermeiden.

E-Mails zügig beantworten

Wer kennt es nicht – man schickt eine mehr oder weniger dringende E-Mail raus und wartet, wartet, wartet. Dann hackt man nach und kriegt prompt eine Antwort, die Angelegenheit wäre noch in Bearbeitung und man solle doch bitte etwas Geduld haben.

Das ist eine sehr ungeschickte Art und Weise, auf E-Mails und andere Nachrichten zu reagieren. Sollte es tatsächlich so sein, dass die Bearbeitung einer Anfrage Zeit in Anspruch nimmt, sollte genau das dem Absender kommuniziert werden und zwar innerhalb der darauffolgenden 24 Stunden. Das zeugt von Wertschätzung und Verlässlichkeit und wird die Geschäftspartner geduldig stimmen. 

Vermeidet E-Mail-Zoff

Die Hemmschwelle im Schriftverkehr liegt deutlich niedriger als in einem persönlichen Gespräch. Sollten sich bei E-Mails Spannungen erkennbar machen, ist der viel klügere Weg, mögliche Streitigkeiten auszutragen, der Griff zum Telefonhörer oder ein persönliches Gespräch. E-Mails sind geduldig und man „vertippt“ sich schnell im Ton. So entstehen unnötige Missverständnisse und die Produktivität nimmt bei steigendem zeitlichem und auch emotionalem Aufwand ab. Seid Profis und scheut keine direkten Konfrontationen, anstatt Euch hinter dem E-Mail-Account zu verstecken. Der Web-Welt wären ja auch einige Schitstorms erspart geblieben, hätten sich die mutigen Beteiligten „Face-to-Face“ zu der Angelegenheit äußern müssen.

Vom Duzen und Sitzen

Zum Mitschreiben: Vieles im Geschäftsleben funktioniert nach dem gleichen Prinzip wie im privaten Alltag auch. Jeder wünscht sich Respekt und Wertschätzung. Das fängt schon bei der Begrüßung an. Stellt Euch mit Eurem Vor- und Nachnamen vor, es sei denn, die Situation lässt ein lockeres „Du“ eindeutig zu. Seid Ihr Euch nicht sicher, gibt Eurem Gegenüber lieber die Möglichkeit zum distanzierten „Sie“, indem Ihr Euren Nachnamen nennt. Der Sprung zum „Du“ gelingt meist in einem ungezwungenen Gespräch. Wer von vorne rein betont locker wirken will, bewirkt oft das Gegenteil und strahlt krampfhafte Coolness aus.

Händedruck: Toter Fisch und Schraubstock 

In Deutschland gibt man sich bei der Begrüßung im Geschäftsumfeld meistens die Hand. Für viele ist es einfach eine schnell erledigte Formalität. Dabei kann ein Händedruck sehr aussagekräftig sein. Toter Fisch  – ob Frau oder Mann –  kommt genauso schlecht an wie der Dauerschüttler oder der Schraubstock. Mag sich übertrieben anhören, doch auch ein guter Händedruck will geübt sein. Schlappe Berührung kann von Schwäche und Desinteresse zeugen, langes und heftiges Dauerschütteln wirkt zu einnehmen und vermittelt Dominanz. Ein „perfekter“ Händedruck ist kurz und angenehm fest. Viel wichtiger dabei ist der Blickkontakt zu dem Gegenüber, der freundlich und lächelnd angeschaut wird. 

Bedankt Euch

Ein Dankeschön kann Wunder wirken, wohlgemerkt – ein ehrlich gemeintes Dankeschön. Zu oft nimmt man im Arbeitsalltag Dinge für selbstverständlich. Denkt daran, Euch bei Kollegen und Geschäftspartnern auch für kleinere Gefallen zu bedanken – ob via E-Mail, persönlich oder in Form einer kleinen, handgeschriebenen Notiz. Der Aufwand dafür ist denkbar gering, die Wirkung umso größer.

Im Ausland ist man immer zu Gast

Die Thematik des richtigen Benehmens im Ausland ist so umfangreich und kompliziert, dass es an dieser Stelle jeden Rahmen sprengen würde, diesen Bereich in allein Einzelheiten zu betrachten. Grundsätzlich gilt – im Ausland ist man immer zu Gast!

Dementsprechend sollte man sich der dort vorherrschenden Kultur anpassen. Engländer vermeiden einen zu direkten Augenkontakt bei Geschäftsessen, während in Brasilien Körperkontakt zu einer guten Konversation dazugehört. In Indien wird man sich wundern, wenn Ihr einen Rindersteak zum Lunch bestellt und in Japan wird der Gesprächspartner grundsätzlich mit „Ja“ antworten, auch wenn er mit Euren Aussagen nicht einverstanden ist. Gute Vorbereitung und viel diplomatisches Geschickt gehören zu erfolgreicher interkultureller Kommunikation dazu.

Ob im In- oder Ausland, mit Endkunden, Kollegen oder Geschäftspartnern, per Mail oder im persönlichen Gespräch – Business wird von Menschen gemacht und die Kommunikation findet auf menschlicher Ebene statt. Respekt, Wertschätzung und Verlässlichkeit sind wohl die drei wichtigsten Säulen, die für nachhaltigen Erfolg im Geschäftsumfeld ausschlaggebend sind.  

 

 

Aufmacherbild: Business people shaking hands, finishing up a meeting von Shutterstock/ Urheberrecht EDHAR

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