CeBit: Share Economy – Was steckt hinter dem Trend?
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Teilen oder leihen statt besitzen. Die vernetzte Welt praktiziert Shared Economy schon lange. Nachdem bereits handfeste Geschäftsmodelle für digitale Shared Economy auf dem Markt gelebt werden, entdeckt die CeBit in Hannover das Thema und ernennt es kurzerhand zum Leitmotto der diesjährigen Ausstellung.

Die Welt vernetzt sich immer mehr und schmilzt im Internet zum digitalen Dorf zusammen. Im Zeitalter mobiler Technologie bekommen Geschäftsmodelle wie Shared Economy, Peer to Peer und Collaborative Consumption ganz neue Entfaltungsmöglichkeiten. Was vor vielen Jahren mit Car- und Bikesharing begann, ist aber schon lange aus den Kinderschuhen gewachsen, und findet auch in Apps, die so genannte Microjobs anbieten, neue Entfaltungsmöglichkeiten.

Aus Tagelöhnern werden Minutenlöhner

Nutzer der beliebten Street-Jobber-App können sich schon lange mit ihrem Smartphone ein Paar Euro hinzuverdienen. Und so funktioniert es: Sobald die Nutzer die App starten, sehen sie eine Landkarte mit dem aktuellen Standort, auf dem Jobs in der Nähe angezeigt werden.

Ein aktuelles Angebot von App Jobber lautet:

„Special Job für unsere Jobber in Rüsselsheim: Ihr könnt euch ein Restaurantbesuch gönnen, es euch schmecken lassen und Geld verdienen. Ihr müsst nur Angaben zum Restaurant prüfen, mit 3 Fotos belegen und 1 Euro kassieren.“

So entsteht zwischen dem Microjob-Arbeitgeber und dem Nutzer eine Arbeitsrechtliche Beziehung, die relativ anonym bleibt und teilweise nur wenige Minuten anhält.

Eigentum ist Ballast

Bei Shared Economy sind zwei Entwicklungen zu beobachten: Zum einen findet ein Wandel von der Eigentums- hin zu einer Besitzmentalität statt. Gegenstände, ob physisch greifbar oder virtuell, werden von der Web-Gemeinde gemeinsam erworben und bei Bedarf individuell genutzt. Das spart Anschaffungs- und Wartungskosten. Zudem erhalten durch das Sharing mehr Menschen Zugang zu Gegenständen oder Dienstleistungen, die sie sich sonst nicht leisten könnten.

Der Tendenz manifestiert sich auch im Erfolg von Musikstreaming-Diensten wie Spotify. So bietet etwa die Telekom für rund zehn Euro im Monat eine Musik-Flat an, mit der man Titel via Spotify unbeschränkt streamen kann. Das Datenvolumen des Mobilfunkvertrages bleibt davon unberührt.

Während früher CDs gesammelt und im Wohnzimmer ausgestellt wurden, verschwindet die Musik immer mehr aus unserem Sichtfeld, bis wir das aktive Eigentum daran verlieren, sondern nur noch passiv konsumieren. Aus der CD wurde die MP3-Datei, die auf USB-Sticks und Festplatten gespeichert wurde. Heute wird sie einfach bei Bedarf abgerufen, ohne dass man daran Eigentumsrechte begründet.

Vorteile für Unternehmen

Unternehmen profitieren ebenfalls an diesem Trend. So können durch Sharing-Konzepte Informationen über das Nutzerverhalten gewonnen werden: Wann und wie lange wurde ein Produkt genutzt oder eine Dienstleistung in Anspruch genommen? Welche Angebote sind besonders attraktiv und was kann man verbessern? Darüber hinaus können neue Käuferschichten angesprochen und erschlossen werden.

Eintagsfliege oder Trend?

Sharing Economy könnte ein Trend werden, der in den kommenden Jahren weiter wächst. Immer mehr Menschen besitzen mobile Endgeräte, gleichzeitig werden Mobilfunkverträge günstiger. Der Alltag wird dadurch immer stärker durch das mobile Internet organisiert, sodass Unternehmen ortsbezogene Angebote individueller platzieren können und attraktive Anreize zur Nutzung von Sharing-Economy-Konzepten schaffen können.

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