CES 2014: Connected Cars, Drohnen und Bluetooth-Zahnbürsten
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Am morgen dreht sich im Las Vegas Convention Center wieder alles um die neuesten Elektronik-Highlights. Von Tablets und Smartphones über XXL-Fernseher und Digitalkameras bis hin zu 3D-Druckern und jeder Menge verrückten Gadgets – mitten in der Wüste zeigen die Hersteller schon jetzt, was in diesem Jahr die wichtigsten Technik-Trends sind. Vor allem im Bereich der Wearable Technology entdeckt man auf der Messe einige interessante Neuheiten und Weltpremieren.

Wir haben für Euch einen Überblick der interessantesten Neuheiten zusammengestellt, die schon vorab angekündigt oder geleaked wurden.

Smartphone mit Achtkern-CPU

Bei den Smartphones geht die Prozessor-Hochrüstung munter weiter. Der chinesische Hersteller Meizu präsentiert auf der CES das Smartphone MX3 mit 5,1 Zoll Display und einer Auflösung von 1.800 x 1.080 Pixeln. Für Feuer unter der Haube sorgt ein Octa-Core Prozessor, der Exynos 5410 von Samsung. Auch der Arbeitsspeicher ist mit 2 GB gut bestückt, an internem Speicher hat man die Wahl zwischen Größen von 16 bis 128 GB. Die rückwärtige Kamera des MX3 löst mit 8 MP auf, die Frontkamera mit 2,1 MP. Als OS kommt Android 4.2 Jelly Bean zum Einsatz, allerdings stülpt Meizu dem MX3 ein eigenes User Interface namens Flyme über. Nachfolgend ein Hands-on-Video der Kollegen von Android Authority von der CES:

 

Connected Cars

Ein Trend, der dieses Jahr sicher stark an Fahrt aufnehmen wird, sind Connected Cars, also vernetzte Autos. Chevrolet hat kurz vor der CES angekündigt, das bereits bekannte OnStar Infotainment System um LTE-Funktionalitäten zu erweitern. Diese sollen dem Besitzer schnelleren Zugriff auf die Apps des Chevrolet Mobile Hubs geben.

Ferner soll die 2015er Corvette Stingray über einen „performance data recorder“ verfügen, mit dem man HD-Videos seiner Fahrten aufnehmen und mit Freunden teilen kann. Auch einen mobile Hotspot kann die Corvette erzeugen und damit den Passagieren LTE-Verbindungen zur Verfügung stellen.

Eine Verknüpfung von Connected Car und SmartWatch könnte es bei Mercedes geben. Vor einigen Tagen hatte der Autobauer eine Kooperation mit dem SmartWatch-Hersteller Pebble bekannt gegeben. Auch mit den Heimautomation-Experten von Nest hat man sich offenbar zusammengetan. Auf der CES sollen nun erste Konzepte zu sehen sein. Sie basieren auf der Digital DriveStyle-App von Mercedes und sollen unter anderem eine Temperatur-Steuerung im Haus aus dem Auto heraus (beispielsweise auf dem Heimweg) ermöglichen. Darüber hinaus könnten Pebble-SmartWatches ähnlich eines Bordcomputers bestimmte Fahrzeuginformationen abrufen und anzeigen, zum Beispiel die Tankfüllung oder ob das Auto abgeschlossen ist. All das soll natürlich möglich sein, auch wenn man sich nicht im Auto befindet. Ferner könnte die SmartWatch den Fahrer zurück zu seinem Auto navigieren. Ein ähnliches SmartWatch-Konzept hatte Nissan anlässlich der IAA 2013 in Frankfurt vorgestellt. Die Nissan Nismo verbindet sich über Bluetooth 4.0 mit dem Bordcomputer des PKW und spuckt dann die üblichen Daten wie den durchschnittlichen Kraftstoffverbrauch und die Reichweite aus.

Für die größte Aufmerksamkeit im Bereich der Connected Cars dürfte jedoch sicher die anlässlich der CES angekündigte Allianz von Google und mehreren Autobauern sorgen. Die vereinbarte Kooperation mit Unternehmen wie Audi, GM, Honda und Hyundai soll den Einsatz von Android im PKW ausloten. Zusätzlichen Schub soll dem Open Automotive Alliance getauften Zusammenschluss der Chiphersteller NVidia verleihen. Ziel aller Betieligten ist die Entwicklung neuer Features, die Entwicklern die Adaption ihrer Apps fürs Auto erleichtern sollen:

The OAA is dedicated to a common platform that will drive innovation, and make technology in the car safer and more intuitive for everyone.

Audi zeigt auf der CES darüber hinaus einen A7 mit Autopiloten, der bei gemäßigten Geschwindigkeiten mithilfe von Sensoren und Bordcomputer die Steuerung des Wagens übernimmt.

NVidia Tegra K1

Neben seiner Aktivität in der Open Automotive Alliance stellt NVidia auch weitere CPU-Hochzüchtungen auf der CES vor. Highlight ist der Tegra K1, ein Prozessor für den mobilen Einsatz, der in zwei Varianten auf den Markt kommen soll: als Quadcore-Prozessor auf Basis des Cortex-A15 mit bis zu 2,3 GHz Taktung und als Dualcore-CPU mit 64-Bit-Architektur mit einer Taktung von bis zu 2,5 GHz. Vor allem mobiles Gaming soll von dieser Prozessor-Power profitieren, in der angeblich 192 Shader-Kerne der von Desktop-Grafikkarten bekannten Kepler-Architektur stecken. Dank DirectX-Unterstützung dürften der Abstand zur Performance von Desktop-PCs deutlich verringert werden. Nachfolgend ein Hands-on-Video von The Verge:

Mini-Drohne

Letzten Dezember konnte Amazon mit der Ankündigung, in Zukunft Pakte mit Drohnen ausliefern zu wollen, einen Marketing-Coup verbuchen. Auch die Deutsche Post zog nach und machte mit dem Paketkopter Schlagzeilen. Auf der CES sind Fluggeräte ebenfalls vertreten. Der im Drohnengeschäft bereits erfahrene Hersteller Parrot zeigt in Las Vegas sein neuestes Produkt: die Minodrone.

Gesteuert wird das kleine Gadget via Bluetooth-Verbindung per Smartphone- oder Tablet-App. An Bord der Drohne sind ein 500 MHz Prozessor und 1 GB Arbeitsspeicher, um die Daten der eingebauten Sensoren (Barometer, Ultraschall, Accelerometer und Gyroskop) zu verarbeiten und so stabil in der Luft zu schweben. Über die Auflösung der nach unten ausgerichteten Bordkamera machte Parrot keine Angaben. Die Minidrone befindet sich derzeit noch in der Projektphase, weswegen Details zu Preis und Verfügbarkeit noch in den Sternen stehen. Hier ein Instagram-Video von Techcrunch Chefredakteur Lance Ulanoff:

 

 

Designer-Lichtwecker

Der Hersteller Withings, der sich im Bereich elektronischer Wellness- und Gesundheitsprodukte bereits einen Namen mit Online-Personenwaagen und Blutdruckmessgeräten gemacht hat, stellt mit Aura einen Designer-Lichtwecker vor. Aura soll als „intelligentes System“ den Schlaf überwachen und verbessern. Dazu zeichnet es mithilfe eines Schlafsensors unter der Matratze Einflüsse während der Schlafphasen auf und will so ein Bild über den Schlafrythmus liefern. Ein wissenschaftlich geprüftes Licht- und Klangsystem soll das Einschlafen und Aufwachen positiv beeinflussen. Als Kontrollzentrum dient ein mit dem Sensor vernetztes Gerät, das auf dem Nachttisch positioniert wird und Nachttischlampe, Lautsprecher und Wecker in einem vereint. Überwacht werden individuelle Körperfunktionen anhand von Bewegungen sowie Atem- und Herzfrequenz. Gleichzeitig kontrolliert das Gerät auf dem Nachttisch die Schlafumgebung, wie beispielsweise störende Geräusche, Raumtemperatur und Licht. Dank der aufgezeichneten Informationen soll sich das Licht- und Klangsystem der körpereigenen Uhr anpassen und bestmögliche Schlafbedingungen schaffen. Natürlich ist ein Abrufen der Daten in der offiziellen Withings App ebenfalls möglich. Der Preis: 299 Dollar.

Withings Aura

© Withings

 

Bluetooth-Zahnbürste

Darauf haben wir soooo lange gewartet! Vom Hersteller Kolibree kommt die weltweit erste Bluetooth Zahnbürste, die sich mit der passenden Smartphone-App verbindet. Damit hat man künftig beim Zahnarztbesuch keine Ausreden mehr. Die Connected Toothbrush soll Informationen zu den persönlichen Zahnputzgewohnheiten liefern und zwischen 100 und 200 Dollar kosten. Die dazugehörige App soll dank der Bluetooth-Verbindung jede einzelne Putzbewegung registrieren und eine Auswertung anbieten: Hat man lange genug und an den richtigen Stellen geputzt. Die App kann die Zahnputzdaten mehrerer Personen verwalten und ein Gamification-Ansatz ist ebenfalls enthalten: Besonders fleißige Putzer werden mit Punkten belohnt. Der Hersteller plant ferner ein API für Drittanbieter freizugeben, damit neue Apps für die smarte Zahnbürste entwickelt werden können.

Bluetooth-ZahnbürsteScreenshot http://www.kolibree.com.myinstapage.com

iPad-Klon

Acer zeigt auf der CES ein neues Klein-Tablet, das sehr ans iPad Mini erinnert. Das Iconia A1-830 hat ein 8-Zoll-Display (1.024 x 768 Pixel) im für Android-Tablets ungewöhnlichen Seitenverhältnis von 4:3. Neben dem iPad-ähnlichen Format erinnern auch der schmale Rahmen (8,15 mm dünn) sowie die in Aluminium gehaltene Front- und Rückseite an das Apple-Tablet.

Im Inneren des Tablets werkelt ein Intel Atom Dualcore-Prozessor mit 1,6 GHz Taktung. An Bord sind ferner 1 GB Ram sowie 16 GB interner Speicher, der per micro-SD Karte erweitert werden kann. Die rückseitige Kamera löst mit 5 MP auf und nimmt Videos mit 1080p-Auflösung auf.

Gar nicht Apple-like ist hingegen der Preis: 170 Euro will Acer für das Iconia A1-830  aufrufen. Hier ein Hands-on-Video der Kollegen von mobilegeeks.de:

 

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