CES 2014: gutes Ende für webOS auf LG Smart TVs?
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Im vergangenen hatte LG die Lizenzen an webOS von Hewlett-Packard gekauft. Jetzt setzt der koreanische Konzern das Betriebssystem in seinen Smart TVs ein.

Im Februar 2013 leiteten wir den Beitrag zum Kauf von webOS durch LG folgendermaßen ein: „Irgendwann steht im Lexikon neben der Definition von „herumreichen“ das Logo von webOS.“ Jetzt könnte die mitleidserregende Geschichte des Betriebssystems, das einst von Palm entwickelt und von Experten stets gelobt wurde, doch noch ein gutes Ende nehmen. Denn LG hat auf der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas bekannt gegeben, dass man die hauseigenen Smart TVs in Zukunft mit webOS als Softwareplattform ausstatten werde.

Die Benutzeroberfläche soll nicht nur für die Nutzer intuitiver als herkömmliche Smart TV Oberflächen sein, die Plattform soll Entwicklern die Entwicklung von neuen TV-Apps erleichtern. 

2014 soll webOS in über 70 Prozent der Smart TV-Geräte von LG eingesetzt werden. Es soll das Suchen und Darstellen von Content, das Verbinden mit anderen Geräten und auch den anfänglichen Setup-Vorgang vereinfachen.

LG verriet bereits einige Details zum Erscheinungsbild und Merkmalen von webOS auf seinen Smart TVs. So soll beim ersten Einschalten des Geräts auf dem Bildschirm eine animierte Figur namens BeanBird erscheinen, um dem Benutzer als Assistent beim Anschließen und Einstellen des TVs zur Seite zu stehen. Bedient wird die Oberfläche per Magic Remote-Fernbedienung. Darüber hinaus soll webOS sofort erkennen, wenn ein externes Gerät an den Fernseher angeschlossen wird und um welches Gerät es sich handelt. Ein Popup-Menü zeigt dem Nutzer dann alle relevanten Optionen an.

Wirklich interessant klingt der sogenannte Launcher. Mit dieser im unteren Teil des Bildschirms von links nach rechts verlaufenden Menüleiste soll man direkt zwischen Fernsehprogrammen, Smart TV-Content und auf externen Geräten gespeicherten Medien umschalten können. Der Weg über ein Hauptmenü entfällt. Mithilfe des Launchers soll während des Fernsehens ein Live-Menü geöffnet werden können, das Suchfunktionen, Empfehlungen und Kanaloptionen anbietet.

Mit dem sogenannten Today-Menü ist darüber hinaus ein Content-Empfehlungsservice an Bord, der beliebte TV-Shows ebenso wie verpasste Sendungen und Spielfilme anbietet. Neben den Funktionen von webOS ist weiter auch das App-Angebot im LG Store verfügbar.

Im Rahmen des Übernahme-Deals hatte sich LG Anfang 2013 unter anderem die Rechte am Source Code von webOS sowie dazugehörige Dokumentationen, die Erfahrung des HP webOS Entwicklerteams sowie HP-Lizenzen für den Einsatz von webOS in zukünftigen Produkten gesichert. Ebenfalls ‚im Lieferumfang’: Patente, die HP einst von Palm übernommen hatte.

Das Kapitel Palm war für HP zu einem Fass ohne Boden avanciert. Für 1,2 Milliarden Dollar wurde der Hersteller erworben und damit auch webOS akquiriert. Weitere 1,66 Milliarden Dollar, die in die Weiterentwicklung der Software geflossen waren, wurden zudem abgeschrieben. Kurze Zeit nach der Markeinführung wurden alle webOS-basierten Geräte (beispielsweise das HP TouchPad) bereits wieder eingestellt. Erst als die Restbestände des TouchPad zu Dumping-Preisen von 100 Euro verkauft wurden, kam es zu einem Ansturm auf das Tablet.

HPs letzter verzweifelter Versuch der Plattform neues Leben einzuhauchen, indem man es der Open Source Community übergab, scheiterte ebenfalls kläglich.

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