Chromebook für eine Woche – geht das?
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Die Vorurteile kennt jeder, ein Chromebook ist nichts Halbes und nichts Ganzes. Schuld daran ist das spärliche Chrome OS, das allenfalls Gmail Usern Vergnügen bereitet, und das nur, solange man eine Verbindung zum Internet hat. Wir haben nun den Selbstversuch gestartet und eine Woche lang Laptop und Tablet gegen das Chromebook eingetauscht. Voraussetzung dazu: ein Gmail-Konto.

Da das Samsung Chromebook in zahlreichen Testberichten als Bester abgeschnitten hat, haben wir uns für dieses Modell entschieden. Im Gegensatz zu den beiden anderen hier in Deutschland erhältlichen Ausführungen von Acer und HP sticht das Samsung von vornherein durch sein geringes Gewicht von nur knapp über einem Kilo heraus. Dafür hat es ebenso wie das HP mit 16 GB Festplatte gerade einmal die Speicherkapazität eines Smartphones.

Erster Eindruck

Das Chromebook ist binnen weniger Sekunden betriebsbereit. Schon kann man sich mit seinem Google Account anmelden und hat Zugriff auf die bekannten Google-Dienste. Also seine Mails, den Chrome Browser inklusive Apps, einen Dateimanager und Google Drive (kann für zwei Jahre mit 100 GB aufgestockt werden, sofern es sich um das erste Chromebook des Besitzers handelt).

Das Touchpad funktioniert ähnlich wie bei Apple: Mit zwei Fingern wird gescrollt, ein Klick mit zwei Fingern gleicht einem Rechtsklick (daran muss man sich gewöhnen). Auffällig ist die gute Reaktionszeit des Touchpads, die Eingabe darüber wirkt sehr natürlich.

Zur Performance des Geräts kann man nur eins sagen: Eine Surfmaschine vor dem Herrn. Öffnet man den Chromebrowser, ist dieser quasi ohne Verzögerung verfügbar. Apps, die den Funktionsumfang erweitern, kennt man bereits vom Desktop Chromebrowser, denn auch dort ist der Store integriert.

 

samsung chromebook

© Samsung

Unterwegs

Ist man häufig unterwegs, sollte man das Samsung Chromebook mit 3G (Modellbezeichnung: H01) bestellen. Das ist rund 50 Euro teurer als das A01, sprich das Wifi-Modell. Wer offline mit dem Gerät arbeiten möchte oder muss, schaut nicht wie bisher in die Röhre, denn mittlerweile können Dokumente bearbeitet und Videos von der Festplatte oder einem USB-Drive wiedergegeben werden. Noch dazu findet sich im Chrome Store bereits eine größere Auswahl an Offline-Apps.        

Nachteile

Die Nachteile eines Chromebooks liegen auf der Hand. Unter Chrome OS lassen sich keine Programme oder Spiele installieren wie auf einem Mac oder Windows-PC. Ist man also beruflich auf gewisse Grafikprogramme oder Dateiserver angewiesen, wird man mit einem Chromebook nicht glücklich. Auch dass ein Google Account zur Anmeldung benötigt wird, ist nicht Jedermanns Sache. Deshalb, vor allem aber aufgrund der großen Beliebtheit von Tablets, ist das Chromebook ein Nischenprodukt, über dessen schlechten Absatz nicht nur die Hersteller, sondern auch Google sehr enttäuscht sind. Für den Kunden hat das natürlich den Vorteil, dass die Geräte zu wirklich guten Preisen angeboten werden, eine sehr gute Performance liefern und sich gut für den Alltagseinsatz eignen. Unser Testobjekt mit 3G kostet bei Amazon 349 Euro. Das Wifi-Modell ist bereits ab rund 290 Euro zu haben.

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