Crowdsourcing für Produktentwicklung und Markenstärkung [webinale 2014]
Kommentare

Fangen wir an mit einer ziemlich langen Definition, was Crowdsourcing eigentlich bedeutet. Denn der Begriff aus dem Jahr 2006 fällt zwar öfter hier und da, doch was sich genau für Prozesse dahinter verstecken, weiß nicht jeder.

Crowdsourcing-Definition 

Die Definition nach Nicole Martin, Stefan Lessmann und Stefan Voß lautet:  

„Crowdsourcing ist eine interaktive Form der Leistungserbringung, die kollaborativ oder wettbewerbsorientiert organisiert ist und eine große Anzahl extrinsisch oder intrinsisch motivierter Akteure unterschiedlichen Wissensstands unter Verwendung moderner IuK-Systeme auf Basis des Web 2.0  einbezieht. Leistungsobjekt sind Produkte oder Dienstleistungen unterschiedlichen Innovationsgrades, welche durch das Netzwerk der Partizipierenden reaktiv aufgrund externer Anstöße oder proaktiv durch selbsttätiges Identifizieren von Bedarfslücken bzw. Opportunitäten entwickelt werden.“

Wichtige Keywords, die man sich aus der Definition merken sollte sind – interaktiv, kollaborativ, wettbewerbsorientiert. Außerdem gehört zum Crowdfunding eben die Crowd, also der Schwarm, die besagten „extrinsisch und intrinsisch“ motivierten Akteure, die einbezogen werden sollen.

Frank Puscher über Crowdsourcing auf der webinale 2014

Frank Puscher ist Volkswirt, Journalist und Buchautor. Auf der diesjährigen webinale, die vom 1. bis zum 4. Juni im Maritim proArte Hotel in Berlin stattfindet, hat er einen Vortrag über „Mitmachmarketing – so geht’s und so nicht“ gehalten.

Einleitend bringt Frank Puscher einen interessanten Vergleich zwischen Künstlern und Unternehmern, die über Crowdsourcing ihre Produkte vermarkten wollen. Künstler erschaffen etwas und hoffen, dass ihre Kreationen auf fruchtbaren Boden fallen. Bei Marketi  ng-Kampagnen geht es um Erfolg und darum, die Zielgruppe immer im Auge zu behalten.

Es ist überraschend, wie intensiv sich Teile der Community bei intelligentem Crowdsourcing für die Marke engagieren können. Und genau auf dieses Engagement zielen die Kampagnen ab. Macht die Community mit, gibt es für die Werbemachenden viele Vorteile:

Vorteile des Crowdsourcing 

  • Content verbreitet sich über den viralen Effekt schneller
  • Die Community wird intensiver involviert, somit steigt die Markenbindung
  • Wird Crowdfunding in der Phase der Produktentwicklung angewandt, so steigt das kreative Potenzial, da viele Menschen mit völlig unterschiedlichen Hintergründen und Wissensstand an dem Produkt „mitdenken“ und ihre Ideen kundgeben. 

Haribo zeigt, wie Crowdsourcing funktioniert

Ein interessantes Beispiel für gelungenes Growdsourcing ist die Marketing-Kampagne, die Haribo im März dieses Jahres gestartet hat. Die Idee dahinter: die Marken- und Kundenbindung zu stärken.

Die Fan-Gemeinde hatte vom 10. März bis zu Ostermontag Zeit, sich für seine Lieblings-Geschmacksrichtung zu entscheiden. Denn die Diskussion über neue Farben und Geschmacksrichtungen für Gummibärchen ist eine „never ending story“. Motiviert durch die Nachfragen der Community hat das Bonner Unternehmen eine entsprechende Online-Kampagne gestartet, die viele Fans zum Mitmachen animiert hat.

Gewonnen hat der blaue Goldbär mit Heidelbeer-Geschmack. Ab Juli wird der ungewöhnlich gefärbte und schmeckende Gummibär neben weiteren fünf neuen Geschmacksrichtungen im Handel für eine kurze Zeit erhältlich sein. 

Die Kampagne machte Spaß und erreichte nicht nur spielend tausende Fans, sondern sorgte auch für viele neue Fans, die auch mitmachen wollten. Den Erfolg verdankt das Unternehmen dem starken Fokus auf die Zielgruppe. Bei der Durchführung von Crowdsourcing-Kampagnen sollten die Werbemacher immer nah an der Zielgruppe bleiben, um einen hohen Identifikationsfaktor zu schaffen

Goldene Regeln für Crowdsourcing-Erfolg

  • Genaue Zielgruppen-Analyse
  • Nutzen für die Zielgruppe sollte erkennbar sein
  • Der Mensch steht immer im Mittelpunkt
  • Mitmachen sollte unkompliziert sein und Spaß machen
  • Pflegt die Kampagne, interagiert mit der Community, kommentiert
  • Behaltet immer den Personal- und Zeitaufwand im Auge (Crowdfunding-Kampagnen sind nicht einfach mal schnell gemacht)
  • Kreiert Inhalte, die User gerne verbreiten werden (Viralität) 

Crowdsourcing ist nicht an große Marken gebunden, viel wichtiger ist die richtige Strategie. Eine kreative Idee kann sehr viel bewirken und für virale Effekte sorgen. Wichtig dabei ist, dass man die Kontrolle über das Geschehen immer behält, die Ergebnisse analysiert und die Kampagne dem Feedback der Zielgruppe anpasst. Wie man es schnell richtig macht, kann man sich bei den erfolgreichsten Crowdsourcing Plattformen in Deutschland abgucken. 

User wollen coole Produkte sehen und wenn sie dazu beitragen können, dass das Produkt tatsächlich ihren Wünschen angepasst wird, machen sie gerne mit! 

Aufmacherbild: Human resources, CRM, assessment center and social media concept – business man looking for employees through binoculars. Lots of people portraits around him via Shutterstock / Urheberrecht: Hasloo Group Production Studio

Unsere Redaktion empfiehlt:

Relevante Beiträge

Meinungen zu diesem Beitrag

X
- Gib Deinen Standort ein -
- or -