Das verrät der WhatsApp Online-Status vom Tagesablauf
Kommentare

Dass Whatsapp schon seit längerem vorgeworfen wird, mit der Datensicherheit schlampig umzugehen, ist längst keine Neuigkeit mehr. Auch dass eine vermeintliche Sicherheitslücke aufgedeckt wurde, wodurch der Online-Status einer Person einsehbar ist, sofern einem die Handynummer vorliegt, ist auch weitestgehend bekannt. Was sich aber an persönlichen Informationen über Whatsapp-Nutzer noch durch den Online-Status ablesen lässt, haben nun Informatiker der Universität und Fachhochschule Ulm herausgefunden und gegenüber golem ihre Ergebnisse präsentiert.

Mit Metadaten lassen sich Tagesabläufe rekonstruieren

An der Studie haben 19 Probanden teilgenommen, die den Wissenschaftlern freiwillig einen Monat eingeschränkten Einblick in ihre WhatsApp-Aktivitäten gaben. Mit einem speziell für die Untersuchung entworfenen Programm haben die Informatiker den Status der betroffenen WhatsApp-Server überwacht. Auch wenn in den Datenschutz-Einstellungen verhindert wurde, dass der Zeitstempel angegeben wird, konnten die Informatiker durch die bekannte Datenschutzlücke einsehen, wann wer wie lange online war.

Zu viel WhatsApp während der Arbeitszeit? Wenn das der Chef wüsste…

Das Programm registrierte also nur mittels des jeweiligen On- bzw. Offline-Status Informationen über den User und erstellte einen eigenen Zeitstempel. So ließ sich beispielsweise feststellen, wann eine Person morgens aufsteht oder ob der Messenger womöglich regelmäßig zu Zeiten genutzt wurde, wenn man eigentlich der Arbeit nachgehen sollte. Aktivitäten zur späten bis sehr frühen Morgenstunde deuteten auf Partybesuche hin. Nach der Untersuchung und ersten Schlussfolgerungen wurden die Probanden nach ihren Tätigkeiten während der Testlaufzeit befragt: Der Großteil der Mutmaßungen traf zu – ganz zur freudigen Überraschung der Forscher und unangenehmen Einsicht der Befragten, die sich ertappt fühlten, teils während der Arbeitszeit WhatsApp zu privaten Zwecken genutzt zu haben.

Mit wenig Kontextinformationen lässt sich viel herausfinden   

Solange einem nur eine Nummer vorliegt, aber die dazugehörige Person nicht bekannt ist, lässt sich nur wenig durch diese Methode über den Unbekannten herausfinden, da alles nur auf Mutmaßungen basiert. Sind jedoch genügend Kontextinformationen zur Person verfügbar wie Arbeitszeiten, Hobbys und sonstige Vorlieben, so lässt sich bedeutend mehr über das Verhalten einer Person zu bestimmten Zeiten herausfinden. 

 

Aufmacherbild: JANUARY 27, 2014 – BERLIN: the logo of the brand „WhatsApp“ via Shutterstock / Urheberrecht: 360b 

Unsere Redaktion empfiehlt:

Relevante Beiträge

Meinungen zu diesem Beitrag

X
- Gib Deinen Standort ein -
- or -