Die Apple-Verschwörung: Kauft neue iPhones!
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Wer Verschwörungstheorien googlet, findet unzählige, teils absurd klingende Geschichten. Vor einigen Jahren las ich, dass die USA angeblich das gesamte Netz aushorchen und dabei auch nicht vor Politikern halt machen, was für ein Quatsch…? Willkommen im Herbst 2013!

Misstrauen, Resignation und Wut über die NSA-Affäre mischt sich derzeit bei Netzbewohnern und Normalo-Surfern zu einer dumpfen, undefinierbaren Masse, die den optimalen Nährboden für Verschwörungstheorien aller Art bietet. Da wundert es nicht, dass uns die New York Times ausgerechnet jetzt, im Windschatten der allgemeinen Spionage-Verunsicherung, eine vermeintlich neue Verschwörungstheorie auftischt: Apple sorge angeblich dafür, dass die Geräte nach einer gewissen Zeit kaputt gehen. So ist das Resüme eines Artikels mit dem vielversprechenend Titel:

Cracking the Apple Trap 

Die Autorin Catherine Rampell schildert darin, wie sich ihr iPhone 4 nahezu pünktlich zum Release des iPhone 5s und 5c plötzlich träger anfühlte. Die Batterie gab früher auf und insgesamt fühlte sich alles etwas langsamer an. Ein Schicksal, dass sich Catherine mit viele iPhone-4-Nutzern teilt.

Ich kenne so einen User persönlich. Am Abend, als iOS 7 ausgerollt wurde, installierten wir beide gleichzeitig das Update. Er auf seinem iPhone 4 und ich auf meinem iPhone 5. Während ich wie ein Kind am Weihnachtsabend nacheinander die neuen Features ausprobierte und laut kommentierte, herrschte in der anderen Ecke des Zimmers Stille.

„Das machen die absichtlich, damit ich mir ein neues iPhone kaufe“, brach es schließlich aus ihm heraus. Damit stieß er ins gleiche Horn, wie nun Frau Rampell in ihrem Artikel.

Warum sollte Apple aber so etwas absichtlich tun? Ausgerechnet Apple, ein Unternehmen, dass den Service groß schreibt, um seine Kunden immer bei Laune zu halten. Eine von vorn herein geplante Begrenzung der Lebensdauer könnte ja zur Folge haben, dass sich frustrierte iPhone-Besitzer nach anderen Alternativen umsehen – das kann sich kein Unternehmen leisten. Erst recht nicht eine Marke wie Apple, die ausgerechnet mit hochwertigen und anspruchsvollen Produkten wirbt und gleichzeitig deutlich höhere Preise verlangt.

Liebe iPhone-4-Besitzer: Eure Geräte sind alt! 

Ja, es klingt hart und ich sage es echt nicht gerne, aber schauen wir der Tatsache doch ins Auge: Das iPhone 4 war 2010, als es auf den Markt kam, ein prima Gerät, aber seitdem sind nun einmal ein paar Jahre vergangen und es hat sich so einiges getan: Siri oder das neue Display-Format –  von den neuen Prozessoren ganz zu schweigen.

Wer jetzt empört einwendet, dass drei Jahre einem so teuren Gerät nichts anhaben dürfen, der hat Recht. Allerdings gebe ich zu bedenken, dass drei Menschenjahre nicht drei Smartphone-Jahren entsprechen. Wir müssten einen anderen Alterungsmaßstab ansetzen, wie etwa bei Hundejahren.

Drei Menschenjahre entsprechen 30 Hundejahren. Das dürfte ungefähr auch beim iPhone hinkommen. Mit 30 zählt man noch lange nicht zum alten Eisen, aber man ist vielleicht nicht mehr so tollkühn oder kleidet sich nicht mehr so verrückt, wie man das als Teenager getan hätte. Wer das dennoch tut, geht ein kleines Risiko ein. Mit dem Update auf iOS 7 sind viele Nutzer von älteren Geräten ein Risiko eingegangen, das sie nun bereuen. Gleichzeitig hat das Hochglanz-Image von Apple ein paar Macken abbekommen. Verlierer auf beiden Seiten.

Vielleicht hätten iPhone-4-Nutzer davor gewarnt werden müssen iOS 7 auf ihre alten Geräte zu installieren – wer dennoch die neueste Software will, braucht die neueste Hardware. Alle anderen nutzen ein solides Gerät weiter, bis sie vom technologischen Wandel überholt werden. Das wäre ein fairer Deal.

Ob Apple tatsächlich eine Altersbegrenzung in seine Geräte verbaut, werden wir wohl so schnell nicht erfahren. Das sich aber ein hinterhältiger Apple-Plan hinter dem Versagen der alten iPhones verbirgt, ist meiner Meinung nach mehr als unwahrscheinlich.

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