Die nervigsten Facebook-Typen – Katzenbild-Junkies, Exhibitionisten, junge Eltern
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Ein durchschnittlicher Facebook-User hat rund 120 Freunde, darunter finden sich enge Freunde, Verwandte, Kollegen oder flüchtige Bekannte. Mindestens genauso bunt ist das, was man dann im Feed zu sehen bekommt: Oft springen einem die absurdesten Bilder, Kommentare oder Likes förmlich entgegen und sorgen für Kopfschütteln, Ärger oder ein mildes Lächeln.

Im folgenden Kommentar schauen wir einmal genauer hin, enttarnen typische Verhaltensmuster von Facebook-Usern und ordnen sie mit einem Augenzwinkern in Kategorien ein. Die folgenden Stereotypen beziehen sich auf beide Geschlechter, wir haben uns die weibliche Form „Innen“ der Einfachheit halber verkniffen, womit wir schon zum ersten Facebook-Typen kommen:

 

Weltverbesserer

Umweltschutz, Politik und Religion sind die Lieblingsthemen des Weltverbesserers. Seine Chronik ist voll von politischen Posts und Kommentaren. Ein Blick in seine „Gefällt mir“-Angaben zeigt, dass er sich für die Rechte der Frauen, der Kinder, der Tiere oder der Homosexuellen einsetzt. Facebook ist für den Weltverbesserer eine digitale Großdemo, bei der die Protest-Plakate gegen anklagende Bilder und bissige Posts ausgetauscht wurden.

Er verstrickt sich gerne in ewig langen Streitdiskussionen mit anderen Weltverbesserern, die regelmäßig eskalieren. Spaß- oder gar Katzenbilder sucht man hier vergebens.

 

Liker

Im Gegensatz zum Weltverbesserer ist das Weltbild des Likers flexibler. Das harmoniebedürftige Gemüt des Likers drückt sich in wahllosen Likes aus. Besonders lustig wird es, wenn sich die vergebenen Likes selbst widersprechen. So kann es durchaus vorkommen, dass der Liker sowohl die Facebook-Gruppe „Vegetarier“ als auch die Gruppe „Vegetarier essen meinem Essen das Essen weg“ liket.

Aber das ist dem Liker egal, er liket auch Kommentare von Freunden, die er nicht unbedingt versteht. Vielmehr bringt er durch sein Like soziale Anerkennung zum Ausdruck und zeigt damit, dass er die ganze Welt lieb hat.

 

Hater

Der Hater hat niemanden lieb. Er steht morgens auf, setzt sich einen bitteren Kaffe auf, stürzt diesen runter (natürlich schwarz, ja kein Zucker), dann macht er sich ans Werk: Fernsehproduzenten, Unternehmen oder Facebook-Gruppen sind das Ziel des Haters. Er nutzt jede Gelegenheit, um sich zu beschweren und erwartet unbedingt ein Feedback seines Adressaten – und zwar sofort!

Der Hater ist aber eigentlich ganz harmlos und wird oft missverstanden. Ihm geht es um soziale Nähe und Aufmerksamkeit. Schenkt man ihm die, ist er in der Regel wieder ganz sanft – und wenn nicht… well, haters gonna hate – right?

 

Exhibitionist

Digitale Exhibitionisten zeigen uns alles von sich, wirklich alles. Ob es seine Facebook-Freunde nun interessiert oder nicht, gnadenlos werden vornehmlich Fotos aus seinem Alltag gepostet. Besonders schlimm wird es, wenn der Exhibitionist krank wird: Fotos von eitrigen Geschwüren oder Arztbesuchen sind in der Chronik des Exhibitionisten nichts Ungewöhnliches.

 

Angeber

Der Angeber weist viele Ähnlichkeiten zum Exhibitionisten auf, er dokumentiert ebenfalls sein ganzes Leben auf Facebook, jedoch lebt er im Gegensatz zu seinem Artverwandten das perfekte Leben. Sein, Haus, sein Auto, seine Freundin und seine Frisur sind perfekt.

Seine Facebook-Chronik liest sich wie eine Erfolgsstory …und nervt gewaltig.

 

Hipster

Der Hipster glaubt, das Internet erfunden zu haben. Jeder Trend, jedes neue Meme oder lustige YouTube-Video hat er bereits vor Tagen gesehen und deshalb ist alles so was von „yesterday“. Und überhaupt spricht der Hipster am liebsten auf Englisch und merkt dabei nicht, dass ihn sein Umfeld alles andere als hip findet. Eines muss man dem Hipster aber lassen, er ist wirklich „Up-to-Date“, weil er den Großteil seiner Freizeit im Internet verbringt und deshalb Trends frühzeitig aufspürt. Leider setzt er damit aber keine eigenen Trends.

 

Katzenbild-Junkie

Oh wie süüüß! Katzenbild-Junkies finden alles süß, was Knopfaugen hat und grunzt, fiept oder sonstige Tiergeräusche von sich gibt. Die entsprechenden Bilder schmücken das eigene Facebook-Profil oder den Desktop-Hintergrund bei der Arbeit.

Katzenbild-Junkies sind verhältnismäßig harmlos und haben zu Vor-Facebooklichen Zeiten ihre Kinderzimmer mit Katzenplakaten aus dem Apothekenblatt tapeziert – jetzt müllen sie das Internet damit voll.

 

Jungen Eltern

Frederick-Maximilian isst sein erstes Eis, Ayshe geht ihre ersten Schritte und Jackeline hat sich den Brei ins Gesicht geschmiert. Kinder sind was Tolles, schließlich sinkt hierzulande die Geburtenrate und wir brauchen jemanden, der uns im Alter versorgt. Allerdings übertreiben es gerade junge Eltern, die ständig Bilder von der Entwicklung ihrer Kinder posten. Genau wie die Katzenbild-Junkies sind junge Eltern harmlos.

Die Grenze zum Angeber wird aber dann überschritten, wenn die Kinder plötzlich als Statussymbol herhalten müssen und deshalb ständig in Designer-Klamotten gesteckt und für Facebook fotografiert werden.

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