Die neuen Top-Level-Domains: Welche gibt es und was sind die Probleme?
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Allmählich wird das Internet zu voll. Das bekommen vor allem Unternehmen zu spüren, die keine freie Domain mehr für ihren Namen finden. Aber auch Privatpersonen ärgern sich, wenn die Website mit ihrem Familiennamen bereits von jemand anderem registriert wurde.

Neue Möglichkeiten bringen die neuen generischen Top-Level-Domains mit mehr als 700 neuen Endungen. Darunter sind .bayern, .mail, .app, .web, .blog, .shop, .cloud und viele weitere (eine Liste aller neuen Domain-Endungen gibt es hier als PDF).

Die Vorregistrierungen laufen

Der deutsche Internetprovider 1&1 mit Sitz in Montabaur rührt bezüglich dieser neuen Domains ordentlich die Werbetrommel und lud dazu Anfang der Woche Journalisten und Blogger zu einer zweitägigen Pressekonferenz nach Karlsruhe ein. Im Mittelpunkt stand die Vergabe und Reservierung dieser nTLDs (new) bzw. gTLDs (generic), die in Deutschland unter anderem von 1&1 vorgenommen wird. Unter www.1und1.de/ntld können sich Webseitenbetreiber einen Überblick darüber verschaffen, welche Ergänzungen in den Adressräumen möglich sind. Über diese Seite kann bei Interesse auch eine kostenlose Reservierung vorgenommen werden. Dass man seine Wunsch-Domain jedoch bekommt, ist auch bei vorheriger Registrierung nicht vollkommen sicher. Zwar gilt das “First-come-first-serve”-Prinzip, allerdings gelten für die Vergabe einiger Endungen bestimmte Richtlinien, die im Moment noch nicht feststehen.

Zum Beispiel könnte .london nur für Unternehmen und Privatpersonen aus eben dieser Stadt verfügbar sein. Die länderspezifische Endung der Franzosen (.fr) kann zum Beispiel schon jetzt nur von Personen registriert werden, deren Anschrift und Unternehmenssitz in Frankreich gemeldet sind. Und hier bahnt sich auch schon ein grundlegendes Problem der gTLDs an, das es in naher Zukunft noch zu klären gibt. Geht man auf eine Seite mit der Endung .fr oder auch .de, weiß man, dass die jeweilige Seite in fränzösischer bzw. deutscher Sprache verfasst ist. Die neuen Domain-Endungen geben jedoch bis auf einige Ausnahmen wie .bayern, .nrw, .london usw. keine Auskunft über die Herkunft der Seite oder die darin verwendete Sprache.

Ein weiteres Problem ist Spam. Woher weiß ich als Nutzer, dass beispielsweise die Seite sparkasse.bank auch wirklich verifiziert ist und sich keine Phishing-Gauner dahinter befinden. Auch dieses Problem muss in den Vergaberichtlinien berücksichtigt werden.

SEO

Wie die gTLDs am Ende bei den Kunden ankommen, wird sich mit der Zeit zeigen. Robert Hoffmann, CEO Hosting der 1&1 Internet AG, versicherte, dass Googles Algorithmus auf die neuen Endungen eingestellt sein wird. Ein Handwerker aus Frankfurt, der via handwerker.frankfurt für seine Dienste wirbt, sollte in der Region also besonders gut zu finden sein.

Die neuen Domain-Endungen könnten dann als eine Art SEO die Besucherzahlen einer Website mit gTLD steigern. Und zwar auch dann, wenn die neuen Domains lediglich zur Weiterleitung an bestehende Adressen genutzt werden – etwa handwerker.frankfurt an handwerker1a-fr.de.

Wann kommen sie, was kosten sie?

1&1 gibt an, die ersten gTLDs gegen Ende dieses Jahres verfügbar zu machen. Die Kosten für solch eine Domain sollen sich zwischen 20 und 90 Euro p.a. bewegen.  

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