Die Weltkarte des Internets – wer ist online und wer nicht?
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Im Internetzeitalter hat theoretisch jeder Zugriff auf das gesammelte Wissen der Welt. Und natürlich ebenso die Möglichkeit, das eigene Wissen zu teilen. Doch wo entstehen überhaupt die von Usern generierten Einträge auf Plattformen wie Wikipedia? Und wo werden diese am meisten gelesen?

Englische Wissenschaftler des Oxford Internet Institute, Dr. Mark Graham und Stefano De Sabbata, haben es sich zum Ziel gesetzt, die Antworten auf genau solche Fragen kartografisch darzustellen. So erstellten sie einen Atlas des Internets, eine sogenannte Internet Geographie, mit verschiedenen Karten.

Auf der Website des Projekts findet sich unter anderem eine Karte, die aufzeigt, in welchen Ländern sich die meisten Internet User befinden und wie viel Prozent der Bevölkerung tatsächlich über einen Internetzugang verfügt. Eine andere Karte veranschaulicht die prozentuale Alphabetisierung nach Geschlechtern weltweit.

Eine Tree Map, also eine Karte, die anhand verschieden großer Rechtecke Hierarchien darstellt, klärt darüber auf, welches Land die meisten Wikipedia Artikel zu verantworten hat. Eine weitere zeigt, wo am meisten getwittert wird.

Diese und weitere Karten sind auf der Website für jeden zugänglich und das ist nur der Anfang, denn das Projekt befindet sich momentan noch im Aufbau.

Warum aber ist ein Atlas des Internets so spannend und was gewinnen wir durch ein solches Wissen? Laut Graham soll den Menschen dadurch ein Verständnis dafür ermöglicht werden, was im Internet eigentlich repräsentiert ist und was nicht:

„It is important to be aware of the internet’s highly uneven geographies of information.”

Mit ungleich meint er, dass sich in China zwar die meisten Internet-User befinden, allerdings nur bis zu 40 Prozent der chinesischen Bevölkerung über einen Internet-Zugang verfügt, wie sich aus der Karte leicht entnehmen lässt. Oder aber, dass in Deutschland die zweitmeisten Wikipedia-Einträge verfasst werden, mehr als in Afrika und Südamerika zusammen.

Denn ein Internet-Anschluss allein garantiere keinesfalls die Produktion von Wissen oder digitale Partizipation, so Graham.

Abgesehen davon, dass das Projekt uns also Aufklärung darüber verschafft, woher das Wissen stammt, das wir uns täglich aneignen und welches Wissen im Internet eben (noch) nicht repräsentiert ist, öffnet es auch für den E-Commerce ganz neue Türen. In welches Land sollte am besten expandiert werden? Wo könnte am meisten Erfolg erzielt werden? Auf diese und andere Fragen findet man nun per Mausklick Antworten.

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