Digitale Abos der New York Times gehen zurück
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Die New York Times hat auf digitale Abos gesetzt, um sich im Wandel von Print zu Digital auch zukünftig die Leserschaft zu sichern. Der Zugriff auf die Inhalte der Zeitung über Web und Mobile Devices gegen Bezahlung war zunächst erfolgreich, doch jetzt geht die Zahl der Neu-Abonnenten zurück und kommt bald vielleicht sogar ganz zum Stillstand.

 

New York Times Abos auf unter eine Million geschätzt

Das Consulting-Unternehmen McKinsey & Co. hat vor dem Start vor vier Jahren geschätzt, dass die Zahl der Leser, die das Abo für 15-20 Dollar im Monat kaufen würden, im besten Fall bei unter einer Million liegen würde. Realistisch wären bei oben genanntem Preis nur zwischen 800.000 und 900.000 Abonnenten.

Günstige New York Times App statt Abo

Die momentane Lage sieht so aus, dass die New York Times im Juni 831.000 zahlende Online-Leser hatte und damit schon jetzt am unteren Ende der Prognose angekommen ist. In den drei vorherigen Monaten konnte die Zeitung nur 32.000 neue Abonnenten für sich gewinnen. Diese allerdings hatten nicht das gesamte Digital-Abo gekauft, sondern sich größtenteils für die abgespeckte Verision der NYT Now App entschieden, die schon ab acht Dollar im Monat zu bekommen ist. Das Wachstum des eigentlich promoteten Komplett-Abos der NYT war dagegen sehr gering.

Werbeeinnahmen sinken, operative Kosten steigen

Die sogenannten Paywalls für die digitalen Abos sind für viele Zeitungen eine wichtige Finanzierungsmöglichkeit, denn die Einnahmen aus Werbeanzeigen geht zurück. Die New York Times ist aber, im Gegensatz zu vielen kleineren Zeitungen, nicht auf den Erlös der kostenpflichtigen Abos angewiesen. Diese machen nur ein Zehntel des jährlichen Verkaufs aus. Trotzdem wird es durch den Rückgang der neuabgeschlossenen Abos schwierig für die NYT werden, die fehlenden Gewinne anderswo wieder auszugleichen, denn während die Werbeeinnahmen sinken steigen die operativen Kosten.

Bedarf an Nachrichtenangebot zu niedrigeren Preisen

Die geringen Verkaufszahlen des Abos bei gleichzeitigem Erfolg der günstigeren NYT Now App zeigen deutlich, dass Bedarf an digitalem Nachrichtenangebot da ist und die Leser sogar bereit sind, dafür etwas zu zahlen. Das Potential liegt aber wohl eher im niedrigeren Preissegment – siehe NYT Now für acht Dollar monatlich. Mit dem Abo hat die New York Times wohl die Zielgruppe und das darauf passende Nachrichtenangebot falsch eingeschätzt.

Pay-Abo: New York Times weiterin optimistisch

Trotzdem verliert man bei der NYT keinesfalls den Optimismus.

I believe that a lot of the people who are gonna subscribe to NYT Now are going to become hopelessly addicted, so Executive Editor Jill Abramson.

 

Aufmacherbild: NEW YORK CITY – JUNE 3: The New York Times building, June 3rd, 2 via Shutterstock / Urheberrecht: Stuart Monk

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