Digitale Außenseiter oder neue Silversurfer? [Studie]
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Das Internet ist in unserem Leben allgegenwärtig: Einkaufen, Musik hören, mit Freunden chatten und News hören. Für viele spielt sich ein wesentlicher Teil des Alltags im Netz ab. Kein Wunder, dass die Werbetreibende Industrie schon längst versucht, ihre Zielgruppen im Netz anzusprechen. Doch wie viele von uns sind tatsächlich online und welche Zielgruppen warten derzeit noch darauf, erschlossen zu werden?

Eine kürzlich veröffentlichte Studie von initiatived21.de hat ergeben, dass rund 16,5 Millionen Bundesbürger das Internet überhaupt nicht nutzen. Wer sind diese digitalen Außenseiter und warum gesellen sie sich nicht zu den restlichen 76,5 Prozent der Online-Deutschen? Darüber hinaus zeigt die Studie, dass sich die Reihen der Online-Deutschen ab dem 60. Lebensjahr lichten. So sind nur etwa zwei von drei Deutschen zwischen 60 und 69 Jahren Online. In der Altersgruppe ab 70 ist nur noch jeder dritte im Internet unterwegs.

Über 60-Jährige entdecken das Netz

Vergleicht man jedoch diese Zahlen mit denen der vergangenen Jahre, stellt man fest, dass immer mehr der über 60-Jährigen im Internet aktiv sind. Tatsächlich sind die Nutzerzahlen in dieser Altersgruppe im Vergleich zum Vorjahr um 3,3 Prozent gestiegen. Es sind die sogenannten Silversurfer. Gleichzeitig ist die Zahl der 14- bis 29-jährigen Deutschen, die im Internet aktiv sind, um rund 0,2 Prozent gesunken.

Der Studie Zufolge befinden sich die meisten Offliner in Sachsen Anhalt, gefolgt von den Bundesländern Mecklenburg-Vorpommern und dem Saarland. Als Begründung für die Internet-Verweigerung gaben die Befragten an, keine Erfahrung mit Computern zu haben, eine allgemeine Angst vor dem Internet zu haben, oder keinen Nutzen im Internet zu sehen.

Browser ist nix zum Duschen

Während die Digital-Branche ihr Hauptaugenmerk auf die aktive Zielgruppe der unter 60-Jährigen legt, schlummert gerade bei den Senioren, die derzeit das Netz für sich entdecken, ein weitestgehend ungenutztes E-Commerce Potenzial.

Menschen, die aufgrund von gesundheitlichen Problemen in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, könnten viele alltägliche Besorgungen im Internet erledigen. Man müsste lediglich die Hürden beseitigen, die vielen das Surfen im Netz erschweren. Hier sind Webdesigner gefragt, intuitiv benutzbare Plattformen zu gestalten, die auf Anhieb klar verständlich sind. Denn E-Commerce ist an sich nichts anderes als ein digitaler Otto-Katalog, mit dem die meisten Senioren bereits früh sozialisiert wurden.

Eine Vertrauen erweckende Senioren-Plattform wäre eine Idee, die zumindest hierzulande noch nicht umgesetzt wurde; Auf der man Einkäufe erledigen oder den Kontakt mit den Kindern und Enkeln pflegen könnte. Dies wäre eine Möglichkeit.

Auch die Zahl der Smartphone-Besitzer unter den unter 65-Jährigen wächst stetig, sodass smart konzipierte Apps, die sich an die Bedürfnisse von älteren Menschen anpasst, in den kommenden Jahren immer interessanter werden dürften. Ein Blick in die App Stores verrät: Seniorengerechte Apps gibt es kaum. Somit liegt noch eine breite Nische brach, die es mit intelligenten Angeboten zu füllen gilt.

Silversurfer schwingen sich ins Netz

Darüber hinaus zeigt die demographische Entwicklung in Deutschland klar, dass unsere Gesellschaft immer älter wird. In nur fünf Jahren werden die heute 55-jährigen die magische 60+ Schwelle überschreiten. Diese Generation hat aber bereits oft in ihrem beruflichen Umfeld mit dem Internet zu tun gehabt und wird Zielgruppengerechte Angebote gerne wahrnehmen.

Den Entwicklern wird damit wohl nichts anderes übrig bleiben, als sich frühzeitig mit der neuen Generation der Silversurfer auseinanderzusetzen, um passende Angebote zu gestalten.

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