Medienkompetenz

Digitale Revolution in der Schule – Studie
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Kinder und Jugendliche von heute sind die Erwachsenen von morgen. Derzeit drückt eine Generation von Kindern die Schulbank, die zu den sogenannten digital Natives gezählt werden. Folgende Studie zeigt, wie digitale Produkte bereits jetzt im Schulalltag zum Einsatz kommen.

Mobiltelefone gehören für die große Mehrheit der Schüler ebenso in die Schultasche wie Bücher und Hefte. 9 von 10 Schülern (92 Prozent) geben an, ihr Handy oder Smartphone mit in die Schule zu nehmen. Das ist das Ergebnis einer Umfrage im Auftrag des Digitalverbands BITKOM. Am häufigsten werden die Geräte genutzt, um Musik zu hören (87 Prozent aller Schüler).

74 Prozent fotografieren Tafelbilder

Der digitale Fortschritt stellt Lehrer vor ganz neue Herausforderungen: Schüler googlen den Lernstoff synchron zum Unterricht oder fotografieren die Tafel, statt mitzuschreiben. Drei Viertel der Schüler (74 Prozent) fotografieren mit dem Mobiltelefon Tafelbilder und mehr als jeder Zweite (56 Prozent) sucht während des Unterrichts online nach Informationen zum Lehrinhalt. „Smartphones gehören zum Alltag von Schülern – und sind damit natürlich auch ein Teil der Schule. Umso wichtiger ist es, Schülern fächerübergreifend im Unterricht Medienkompetenz zu vermitteln, damit die Geräte auch im Unterricht sinnvoll genutzt werden“, sagt BITKOM-Vizepräsident Achim Berg. „Voraussetzung dafür ist, dass Lehrer entsprechend geschult werden und mit neuen Technologien umgehen können.“

Smartphone als Spickzettel

Die Studie ergab zudem, dass Schüler ihre Mobilgeräte auch dazu nutzen, um mit anderen Schülern zu chatten (70 Prozent) und um neue Nachrichten in sozialen Netzwerken zu lesen (45 Prozent). Jeder Dritte (34 Prozent) schaut sich in der Schule Videos an, jeder Vierte (24 Prozent) spielt in den Pausen auf dem Gerät. Nur jeder Fünfte (20 Prozent) nutzt sein Mobiltelefon in der Schule zum Telefonieren.

Jeder zehnte Schüler (10 Prozent) gibt zu, dass er mithilfe seines Handys oder Smartphones versucht, bei Klassenarbeiten zu schummeln. „Wichtig ist, dass die Schulen klare Regeln für die Nutzung von Handy und Smartphone aufstellen. Richtig eingesetzt können die Geräte den Unterricht bereichern“, so Berg. Derzeit setzt die Mehrheit der Schulen auf Verbote. Zwei Drittel (66 Prozent) aller Schüler geben an, dass die Nutzung von Handys und Smartphone während des Unterrichts untersagt ist. Fast jeder fünfte Schüler (18 Prozent) berichtet laut dieser Studie sogar von einem generellen Handy-Verbot im Unterricht und während der Pausen. Die selbstverständliche Nutzung von Smartphones und den damit verbundenen digitalen Inhalten führt dazu, dass

75 Prozent der Kinder wollen Informatik als Schulfach

Drei Viertel (75 Prozent) der Schüler halten Informatik als Pflichtfach für eine gute Idee, gerade einmal 8 Prozent lehnen dies ab. Damit wird der Ruf nach Informatik-Unterricht in der Schule deutlich lauter. Bei einer BITKOM-Umfrage im Jahr 2010 hatten sich nur 53 Prozent der Schüler für ein solches Pflichtfach ausgesprochen, 23 Prozent hatten sich ablehnend geäußert. „IT hält in immer mehr Lebensbereichen Einzug und gehört zum Alltag der Kinder und Jugendlichen.
Die Schulen müssen dem Wunsch nachkommen, über Medienkompetenz hinaus im Unterricht auch ein fundiertes Verständnis für IT-Technologien zu vermitteln. Das ist ein klarer Auftrag an die Bildungspolitik“, sagt BITKOM-Vizepräsident Achim Berg.

An den Hauptschulen ist der Wunsch nach verpflichtendem Informatik-Unterricht besonders groß. 83 Prozent der Schüler wollen dieses Fach, nur 4 Prozent sind dagegen. An Gesamtschulen beträgt die Zustimmung 78 Prozent, an Gymnasien und Realschulen sind es 73 Prozent.

85 Prozent der Eltern sind dafür

In der BITKOM Studie hatten sich im vergangenen Jahr jeweils auch eine deutliche Mehrheit der Eltern und der Lehrer für verpflichtenden Informatik-Unterricht ausgesprochen. 73 Prozent der Lehrer und 85 Prozent der Eltern mit schulpflichtigen Kindern unterstützen die Forderung. Initiativen wie „Start Coding“ oder „erlebe it“ sind nach Ansicht des BITKOM eine wichtige Ergänzung, seien aber keine Alternative zu einem verpflichtenden Informatik-Unterricht.

Aufmacherbild KEPT AFTER SCHOOL via Shutterstock / Urheberrecht: Everett Collection

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