#direnkahkaha – über Lachverbot lachen
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Die Microblogging-Plattform Twitter hat schon oft ihre Kraft als schnelles und nur schwer zu zensierendes Kommunikationsmedium bewiesen. Twitter lässt sich schwer den Mund beziehungsweise den Tweet verbieten.

Bereits Ende März dieses Jahres war Twitter dem türkischen Regierungschef Erdogan dermaßen ein Dorn im Auge, dass er den Dienst kurzerhand geblockt hatte. Das ganze Gezwitscher rund um die bevorstehenden Kommunalwahlen war Erdogan zu heikel.

#direnkahkaha – türkische Frauen lachen über Lachverbot 

Nun dient Twitter wieder als digitaler Ort der Empörung für türkische Bürger. Unter dem Hashtag #direnkahkaha (übersetzt „Widerstand/Lachen“) oder #Kahkaha (Lachen) wehren sich Türkinnen über das von dem Vize-Regierungschef Bülent Arinc verhängte Lachverbot. Ja, Lachverbot!

Wie am vergangenen Dienstag türkische Medien berichteten, bedauere Arinc den allgemeinen Werteverfall in der Türkei. Dazu gehöre auch das laute weibliche Lachen, das – ähnlich wie die öffentliche Zuschaustellung weiblicher Reize – nicht mit der Tugendhaftigkeit und der Moral zu vereinbaren wäre.

Um ihren Anstand zu wehren, sollen Frauen das laute Lachen in der Öffentlichkeit einstellen. Stundenlange Telefonate findet der Stellvertreter des türkischen Ministerpräsidenten übrigens auch nicht begrüßenswert. Kochrezept-Besprechungen könne man sich auch für persönliche Treffen aufsparen, so Arinc. 

#direnkahkaha – unmoralisch sieht anders aus 

Das sehen nicht nur türkische Frauen anders und überschwemmen den Microblogging-Dienst mit Fotos – auf jedem davon sind lachende weibliche Gesichter zu sehen. Unmoralisch sieht eindeutig anders. Die Bilder sind so wunderschön wie das Lachverbot obszön ist. 

Aufmacherbild: Photo of the girl with a different emotions on a face von Shutterstock/ Urheberrecht Fotovika

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