#drosselkom – Telekom lenkt ein, Flatrates bleiben Flatrates
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Die Deutsche Telekom hat heute offiziell bestätigt, was viele bereits vermutet haben: Unter dem Namen „Flatrate“ werden künftig nur noch uneingeschränkte, echte Flatrates vertrieben.

Die Ankündigung der Telekom, künftig die Surfgeschwindigkeit nach Überschreiten eines Datenvolumens zu drosseln, war für viele ein verspäteter Aprilscherz. Auch die Konsequenzen für das Prinzip der Netzneutralität sahen viele mit Füßen getreten (auch WebMagazin). Der ganzen Aufregung über die Drosselkom folgte Mitte Juni eine Lockerung der Drosselungsklauseln und Ende Oktober entschied das Kölner Landgericht nach einer Klage der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, dass neue Telekom-Vertragsklauseln, die eine Drosselung der Surfgeschwindigkeit beinhalten, unzulässig sind.

Heute bestätigte der Rosa Riese das vorläufige Aus für seine Drosselpläne. Allerdings wird sich die Telekom mit einem Trick behelfen, um ihr Ziel, bei DSL-Tarifen stärker bei Preis und Leistung zu differenzieren, zu erreichen.

So soll es durchaus auch künftig DSL-Pakete geben, bei denen das Volumen begrenzt ist, beziehungsweise nach Überschreiten eines bestimmten Datenvolumens die Surfgeschwindigkeit reduziert wird. Allerdings soll in solchen Verträge nicht mehr die Bezeichnung „Flatrate“ verwendet werden. Diese Neuregelung soll noch im Dezember gelten.

Das Urteil des Kölner Landgerichts vom 30. Oktober wird man nicht anfechten, sondern akzeptieren. Damit bekommen alle Kunden, die jetzt bis zur Einführung neuer Tarife einen Flatrate-Vertrag abschließen, auch eine echte Flatrate. Die Klausel, wonach die Surfgeschwindigkeit nach dem Aufbrauchen des Inklusivvolumens auf 2MBit/s gedrosselt wird (ursprünglich geplant waren 384Kbit/s), kommt nicht zur Anwendung. Ab dem 5. Dezember wird die Klausel gestrichen, kunden mit dieser Klausel im Vertrag werden über deren Nichtwirksamkeit informiert.

In ihrer Pressemitteilung betont die Telekom, dass man die Transparenz für Kunden verbessern möchte und stellt auch Änderungen im Mobilfunkportfolio in Aussicht:

Wir möchten, dass unsere Kunden verstehen, was sie von unseren Tarifen erwarten können. Und wird die Transparenz, die wir so stark betonen, nur für das Festnetz gelten? Sicher nicht. Wir wollen auch unser Mobilfunkportfolio in Zukunft einfacher und besser verständlich machen. Wie das im Detail aussieht, werden wir noch ausarbeiten.

Das Hauptziel der Telekom wird also sein, Neu- und Bestandskunden in Zukunft für die neuen Volumentarife zu begeistern, denn schließlich soll sich der teure Netzausbau auch lohnen. Die Volumentarife erwarten Beobachter allerdings nicht vor 2015. Dann jedoch könnte man jedoch versuchen, mithilfe schnellerer Surfgeschwindigkeiten Kunden für diese Tarife zu gewinnen.

 

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