Dual-OS-Geräte auf der CES: Android und Windows 8 in trauter Zweisamkeit
Kommentare

Hybrid ist die Zukunft der Consumer-Devices. Nachdem wir die Zwitter aus Laptop und abnehmbarem Tablet-Teil mittlerweile verdaut haben – oder sind Microsofts Surfaces, Lenovos Yogas und Sonys Vaio Duos doch eher als Tablets mit anschließbarer Tastatur zu bezeichnen? – offenbart die CES-Technologie-Show in Las Vegas eine neue Dimension der Hybridität, dieses Mal Software-seitig: In Geräten wie dem Samsung Ativ Q oder dem Asus Transformer sollen Windows 8 und Android zu einem hybriden Betriebssystem verschmelzen.

Eine kleine Rückblende: Das Ativ Q wurde bereits im August 2013 von Samsung angekündigt, wegen Patentstreitigkeiten und/oder technischen Problemen aber erst einmal auf Eis gelegt. Das Device sollte den schnellen Wechsel zwischen Windows 8 und Android per Knopfdruck ermöglichen. Neben dem Vorteil, zum Betriebssytem-Switch nicht das ganze Gerät neu hochfahren zu müssen, sollten auch Dateien und Ordner zwischen den beiden OS-Versionen ausgetauscht werden können.

Während die Gerüchteküche um das Ativ-Q-Release oder dessen Nachfolger von Samsung kocht, präsentierte Asus auf der aktuellen CES sein neues Transformer Book Duet, das ebenfalls Windows 8 und Android unter einem Gehäuse vereinen soll. Angepriesen wurde das Transformer Duet als erstes 4-in-1-Device, was bedeuten soll, dass es sowohl ein Windows Laptop, ein Windows Tablet als auch ein Android Laptop und Tablet sein will. Ähnlich wie das Ativ Q sollen 3 bis 4 Sekunden ausreichen, um zwischen einer Windows 8 und einer Android-Umgebung zu wechseln.

Ersten Tests auf The Verge zufolge überzeugt dieser hybride Betrieb auch tatsächlich, auch wenn sich Android auf dem 13.3 Zoll Bildschirm noch etwas ungewohnt anfühlen soll. Zum Einsatz kommt eine Haswell CPU, wobei das Transformer Duet das erste einer ganzen Reihe von Intel-Chip basierten Hybrid Devices sein soll.

Doch auch der Chiphersteller AMD springt auf den Hybrid-Zug auf und hat eine Partnerschaft mit dem Anbieter von Android-Virtualisierungsoptionen BlueStacks bekannt gegeben. Ergebnis dieser Kooperation soll ein Windows-System sein, bei dem Android-Apps vom Startscreen aus gestartet werden können, genauso wie reguläre Windows 8 Apps. Über den aus Windows 8 bekannten Search Charm soll man hier auch direkt nach Android-Apps suchen können. Möglich macht dies die Tatsache, dass die neusten AMD-Prozessoren bereits ARM-Chips beinhalten, die standardmäßig von Android verwendet werden. So muss der benötigte ARM-Code nicht mehr erst für x86-Prozessoren virtualisiert werden, sondern kann nativ auf dem System laufen. Abgesehen von einer besseren User Experience soll sich dies auch vorteilhaft auf die Akkulaufzeit auswirken.

Wann die ersten Hybrid-OS Geräte in die Läden kommen werden, war indes noch nicht auszumachen. Zu hoffen ist, dass Patentstreitigkeiten der technologischen Innovation nicht wieder einen Strich durch die Rechnung machen werden. Sicher ist aber wohl eines: Neben den Android-gespeisten Smartphones und Tablets erschließt sich das Google OS immer weitere Segmente: Connected Cars mit Android, Smart TVs powered by Android  – und bald auch smarte PCs?

Unsere Redaktion empfiehlt:

Relevante Beiträge

Meinungen zu diesem Beitrag

X
- Gib Deinen Standort ein -
- or -