E-Commerce Tops und Flops 2015
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Der Online-Handel wächst und entwickelt sich mit dem Nutzerverhalten sowie der voranschreitenden technologischen Entwicklung weiter. Im E-Commerce ist deshalb Flexibilität gefragt. Parolen wie: „Das haben wir immer so gemacht und es hat ja immer funktioniert“ kann sich niemand in der Branche erlauben. Die E-Commerce Messe „Internet World“ blickt in die Zukunft und verrät 3 Tops und Flops für das kommende Jahr: 

E-Commerce Tops

B2B E-Commerce

Die Convenience im B-to-C-Online-Handel verändert auch den B-to-B-Commerce. Denn wer privat bequem im Online-Handel einkauft, will dies auch zunehmend im Business-Alltag tun. Wachsende Marktanteile von Amazon & Co. im B-2-B-Geschäft zwingen jetzt auch B-to-B- Verkäufer dazu, den Online-Vertriebsweg für sich zu erschließen. Anders als im B-2-C-Markt kommen dort allerdings eher selten Standardlösungen zum Einsatz, was Unternehmen und Dienstleister vor völlig neue Herausforderungen stellt.

Cross-Channel

Online- und Offline-Welten verschmelzen, Mobile ist die Brücke und Kunden unterscheiden immer weniger, in welchen Kanälen sie einkaufen wollen. Im stationären Laden informieren sie sich online über Produktbewertungen oder vergleichen Preise, online suchen sie nach stationären Produktverfügbarkeiten. Auch das Smartphone kommt im Handel immer mehr zum Einsatz, sei es zur Recherche, zum Bezahlen oder Prämienpunkte-Sammeln oder zur Online-Order von stationär nicht verfügbaren Produkten.

Große Handelsunternehmen wie Media Saturn oder Douglas wandeln ihre Filialen zu Multichannel-Erlebnis-Häusern und experimentieren schon jetzt mit dem Einsatz digitaler Verkaufslösungen. Dieser Trend wird weiter zunehmen. Durchsetzen werden sich die digitalen Spielereien allerdings nur, wenn sie leicht zu bedienen sind und dem Kunden echten Mehrwert bieten. Außerdem sollten sie erst dann angegangen werden, wenn die mobile Präsenz des eigenen Webshops optimiert ist.

Customer Centricity

Auch Webshops arbeiten an der Customer Centricity und wandeln sich vom reinen Produktkatalog, der den schnellen Bedarf deckt, zu Erlebnistempeln, bei denen der Online- Einkauf zum kurzweiligen Vergnügen wird. Der Fashion-Händler Asos beispielsweise animiert mit interaktiven Musikvideos zum Kauf und Zalando gibt seinen Produktfotos wieder ein Gesicht. Fast alle großen Webhändler arbeiten an datengestützten Personalisierungsfunktionen, um Kunden relevantere Produkte vorschlagen zu können.

Die Customer Experience hört im Frontend aber lange noch nicht auf. Die Paketgestaltung wird mehr und mehr optimiert und auch die Logistik wird flexibler und kommt den Kundenbedürfnissen mit festen Zustellfenstern, Wunschfenstern und mehr Abholorten entgegen.

E-Commerce Flops

Social Commerce

Eine aktuelle Studie von Visual Website Optimizer bringt es wieder einmal ans Licht: Social- Network-Nutzer lassen sich nur schwer als Multiplikatoren für Produktkäufe instrumentalisieren.

Drei Viertel von ihnen sind nicht bereit, Produktkäufe auf Facebook & Co zu kommunizieren. Und auch die Fans von Händlern lassen sich nur schwer in die eigenen Shops lotsen. Laut The E-Tailing Group kommen im Schnitt nur zwei Prozent des Webshop-Traffics über soziale Plattformen.

Me-too-Shops

Ausschließlich mit Billigpreisen stellen Online-Händler ihre Zukunft auf kein gesundes Fundament. Webshops mit vergleichbaren Sortimenten, die über keine Alleinstellungsmerkmale verfügen oder ein eigenes Markenimage haben, werden es schwer haben, zu bestehen.

Händler müssen sich auch im Web wieder stärker auf ihre Kernkompetenzen – Sortimentsauswahl, Beratung und Service – fokussieren, um ihren Mitbewerbern ein Quäntchen voraus zu sein.

Outsourcing ist out

Wer seinen Webshop komplett an einen Dienstleister auslagert, verschenkt einen immer wichtiger werdenden Touchpoint zum Kunden. Auch 2015 werden wir daher einen Trend zum Insourcing wichtiger E-Commerce-Kompetenzen erleben.

Der Krieg um die besten Köpfe im Online-Handel wird noch schärfer. Und gerade traditionelle Händler müssen sich Strategien überlegen, damit junge, talentierte Fachkräfte nicht nur bei jungen, coolen Startups anheuern.

 

Aufmacherbild: the shopping bags, various colour via Shutterstock / Urheberrecht: yang na

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