EU-Kommission vertagt Entscheidung über Telefonica/E-Plus-Fusion
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Der geplante Aufkauf der Mobilfunkbetreibers E-Plus durch den Konkurrenten Telefonica Deutschland könnte den deutschen Mobilfunkmarkt von Grund auf verändern. Das sieht auch die EU-Kommission so, die sich gestern entschieden hat, den Fall bis zum14. Mai 2014 weiter zu prüfen. Erst danach soll es eine endgültige Entscheidung geben. Die Sorge der obersten Wettbewerbshüter: Durch den Zusammenschluss der beiden Unternehmen würde ein neuer „Super-Anbieter“ entstehen. Dadurch könnte der Wettbewerb auf dem Markt geschwächt werden.

Auch die deutsche Monopolkommission beurteilt die mögliche Fusion eher kritisch. Ein Aufkauf von E-Plus durch Telefonica, das in Deutschland mit seiner Hauptmarke O2 auftritt, würde aber genau diese Konzentration bewirken. Statt vier großer Anbieter –Telekom, O2, E-Plus und Vodafone – gäbe es künftig nur noch drei. An erster Stelle befände sich das neu fusionierte Unternehmen aus E-Plus und O2, gefolgt von der Konkurrenz von Telekom und Vodafone.

Für den Fall, dass die EU-Kommission die Fusion dennoch genehmigt, können sich die Deutschen vorstellen, eine Neuverteilung der Frequenzen vorzunehmen. Dabei würden durch die Fusion freigewordene Frequenzen an potentielle Neuanbieter auf dem Markt versteigert.

In der Mobilfunkbranche hält man einen solchen Vorgang allerdings für höchst unwahrscheinlich. Zum einen müsste ein Neuanbieter ein komplett neues Netz aufbauen, dazu kämen Vertriebsstrukturen und ein Kundenservice, die sich gegen die langjährig etablierte Konkurrenz von drei großen Anbietern durchsetzen müssten.

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