f.lux – Besseres Arbeiten am PC für Nachtschwärmer
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Heutzutage gibt es bis auf wenige Ausnahmen keine Jobs mehr, die ohne PC durchgeführt werden. Selbst Landwirte, deren Beruf sie täglich raus in die freie Natur führt, nutzen GPS-gestützte Assistenzsysteme in ihren Maschinen, um sich die Arbeit zu erleichtern. Dennoch nutzt diese Berufsgruppe die moderne Technik eher beiläufig, während Webdesigner und App Developer als Schnittstelle dieser beiden Welten dienen. Ihre Arbeit liegt genau zwischen dem normalen User und der komplizierten Technik im Hintergrund, die sie visuell aufbereiten, um sie dem “User” zugänglich zu machen.

Glaubt man den Vorurteilen, handelt es sich bei dieser Gattung Mensch, warum auch immer, um Kaffee-süchtige Nachtschwärmer. Tagsüber ziehen sie die Vorhänge zu, damit die blendende Sonne der Arbeit am Bildschirm nicht in die Quere kommt, nachts fühlen sie sich dann endlich wohl. Im Morgengrauen vor Sonnenaufgang, wenn der Ideentopf der Programmiererwelt noch unverbraucht ist, starten einige Frühaufsteher ebenfalls so richtig durch.

Arbeit mit Rhytmus

Aber egal ob Frühaufsteher oder Nachtschwärmer, beide dieser Typen sollten sich für den Fall, dass sie irgendwann ihren normalen Biorhytmus wiederherstellen möchten, folgendes kostenloses Programm ansehen: f.lux. Diese kleine Tool, das laut Entwickler nur ein bis zwei Sekunden Eurer Prozessorzeit pro Tag beansprucht, verspricht besseres Arbeiten am PC, ruhigere Nächte und allgemein schonenderes Arbeiten. Möglich gemacht wird das durch die automatische Anpassung der Bildschirm-Farbtemperatur, um das strahlende Licht des Monitors der Tageszeit entsprechend anzupassen. Die Standardeinstellungen eines jeden Monitors nehmen nämlich keinerlei Rücksicht auf unseren Biorhytmus, sondern strahlen zu jeder Tages- und Nachtzeit mit vollen 6500 Kelvin (K) in unser Gesicht. Nach und vor Sonnenuntergang ist das vollkommen unnatürlich.

Zur Orientierung: Für die individuelle Wahrnehmung der Farbtemperatur ist die Lichtfarbe Weiß verantwortlich: 6500 K bis 5000 K wirkt für uns wie gewöhnliches Tageslicht, die Werte darunter bis rund 3300 K werden als Neutralweiß bezeichnet und wirken etwas rötlicher und ruhiger. Unter einem Wert von 3300 K spricht man von Warmweiß, das im Allgemeinen als gemütliches Licht angesehen wird – wie etwas ein Kerzenlicht.

f.lux nutzt standardgemäß die folgenden Weißwerte, die vom Nutzer nach Belieben angepasst werden können:

Candle: 2300 K

Tungsten: 2700 K

Halogen: 3400 K

Fluorescent: 4200 K

Daylight: 5000 K

Disable for an hour: 6500 K

flux

Für farbintensive Arbeiten, kann f.lux durch das untere Häkchen deaktiviert werden. 

Wie stelle ich f.lux ein?

Damit f.lux auch effektiv funktioniert, sollte man für die Tageslicht-Zeit einen Wert zischen 5000 K und 6500 K wählen. Für den Abend können Werte zwischen 4200 K und 2300 K gewählt werden. Für den Anfang ist jedoch die Einstellung Fluorescent oder Halogen zu empfehlen, da die darunter liegenden Werte zu unnatürlich erscheinen und auch unangenehm wirken. Die Zeiten für Tag und Nacht werden übrigens auf Basis der Standortdaten bestimmt.

flux settings

flux lat

Welche Geräte werden unterstützt?

Neben Mac, Windows und Linux wird auch iOS unterstützt. Letztere Plattform benötigt jedoch einen Jailbreak, da f.lux nur über den Cydia Store zu haben ist. Das liegt daran, dass Apple keine Drittanbieteranwendungen, die eigene Hintergrundprozesse ausführen, im App Store genehmigt. Eine Version für Android ist laut Entwickler in Planung.

Fazit:

Ich habe f.lux seit rund einem Monat auf dem iPad und meinem Arbeits-PC installiert. Im Büro hat f.lux, da ich weiterhin den Standardwert von 6500 K für den Tag nutze, keine Auswirkungen. Auf meinem iPad, das vornehmlich nach Feierabend und teilweise noch zu später Stunde in Gebrauch ist, empfinde ich den Effekt der wärmeren Farbtemperatur als sehr angenehm, auch wenn ich keine maßgebliche Änderung meines Biorythmus feststellen konnte. In diesem Fall geht mal wieder probieren über studieren. Ich für meinen Teil werde f.lux weiterhin auf dem iPad nutzen, von meinem Arbeits-PC verschwindet es aber, solange ich nicht in die Nachtschicht komme.   


Bilder im Text: Screenshots: http://stereopsis.com/flux

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