Facebook f8-Entwicklerkonferenz, Privacy und Anonymous Login
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Nach rund dreijähriger Pause hatte Facebook Mitte März die Rückkehr des Developer Events f8 angekündigt. Die f8-Konferenz fand unter dem Moto „Let’s Build“ am vergangenen 30. April in San Francisco statt und richtete sich explizit an die Developer und weniger an die Endkonsumenten, wie der Name schon verrät.

Besonders die mobile Entwicklung stand im Vordergrund. Zwar hatte Facebook über längere Zeit den mobilen Trend wenn nicht komplett verschlafen, dann zumindest nur mangelhaft in die Entwicklung der Angebote integriert. Doch spätestens nach der spektakulären Übernahme des Instant-Messaging-Dienstes WhatsApp für 19 Milliarden Dollar wurde klar, dass Mark Zuckerberg bald auch die Smartphones dieser Welt im großen Stil erobern möchte.

Die Schwerpunkt-Verlagerung hin zur mobilen Kommunikation hat sich außerdem schon durch den Kauf von Parse manifestiert – einem Dienstleiter, der Developern beim Entwickeln von Apps unter die Arme greift, indem er eine Reihe nützlicher Backend-Tools zur Verfügung stellt. 

Nun erklärt Facebooks CEO ganz offiziell auf der f8, dass der mobile Zugriff für die Social-Media-Plattform höchste Priorität hat. Diese Erkenntnis dürfte nicht ganz neu sein, Herr Zuckerberg, aber wie man so schön sagt: besser spät als nie.

Während seiner mit Spannung erwarteten Keynote teilte Zuckerberg mit, mittlerweile erziele Facebook fast 60 Prozent der Werbeerlöse über mobile Zugriffe. Diese Zahl dürfte in Zukunft weiter steigen. Dementsprechend will sich Facebook für das mobile Zeitalter rüsten. So soll es beispielsweise künftig den „Like“-Button auch in Drittanbieter-Apps geben.

Mehr Kontrolle über Datenzugriff 

Für die Endkunden wurde auch eine erfreuliche Veränderung angekündigt. Zuckerberg möchte, dass der Facebook-User wieder mehr Kontrolle über seine privaten Daten bei der Nutzung der Social-Media-Plattform bekommt. Will man momentan als Facebook-Nutzer eine App installieren, wird einem eine Auflistung an Informationen angezeigt, die man preisgeben müsste, um die Anwendung in Anspruch nehmen zu können. Das soll sich dahingehend ändern, dass es dem User möglich gemacht wird, auszuwählen, welche der vorgeschlagenen Daten er der App mitteilen möchte und welche nicht. So wird es möglich sein, die Informationen zum Geburtsdatum oder der E-Mail-Adresse für sich zu behalten, ohne dass die Anwendung in ihrer Funktionsweise eingeschränkt wird.

Anonymous Login 

Offenbar hat Facebook aus diversen Privacy-verletzenden Vorfällen gelernt und will zukünftig den Usern eine neue Funktion zur Verfügung stellen: Anonymous Login. Diese bietet die Möglichkeit, eine App zuerst anonym auszuprobieren, ohne dass der Entwickler gleich den Zugang zu den Facebook-Daten bekommt. Dadurch möchte Zuckerberg dem Nutzer die Angst nehmen, er hätte kaum noch Kontrolle darüber, wer, wie und wann seine Daten nutzt, seine Inhalte abliest und in seinem Namen postet.

Zuckerberg räumte auf der f8-Konferenz ein:

„Menschen wollen mehr Kontrolle darüber, wie sie ihre Daten teilen.“ 

Auch diese Erkenntnis ist also bei Facebooks CEO langsam angekommen – gut.  

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