Facebook Graph Search durchforstet jetzt auch Kommentare und Posts
Kommentare

Seit August bietet Facebook die Detailsuche Graph Search für die englischsprachige Version des sozialen Netzwerkes an. Graph Search ermöglicht unter anderem das schnelle Auffinden von Freunden und Bekannten, die die gleichen Interessen teilen. Bisher beschränkte sich die Social-Graph-Suche dabei allerdings auf geteilte Likes, Fotos und Profilangaben. Jetzt werden die Funktionen ausgeweitet, sodass auch Texte in Form von Kommentaren, Bildunterschriften, Check-Ins und Status-Updates durchsucht werden können. Die Suchanfragen können dabei vom Nutzer zeitlich und örtlich definiert werden. Sofern der Zugriff auf das Facebook-Konto in den Privatsphäre-Einstellungen eingeschränkt wurde, zeigt Graph Search dem Nutzer allein Posts an, die mit ihm geteilt wurden. Eingeschlossen sind hierbei allerdings Posts von Facebook-Usern, zu denen keine Verbindung besteht, deren Posts jedoch der Öffentlichkeit zugänglich sind. 

Damit kann man zumindest in der US-Version zum Beispiel nach Freunden suchen, die ein Status-Update vom Weißen Haus aus verfasst oder populäre TV-Shows wie Dancing with the Stars kommentiert haben, wie Facebook seine neuste Erweiterung bewirbt.

© Facebook

Ebenso lassen mithilfe der erweiterten Suchfunktion Posts des letzten Monats aufrufen oder Kommentare, die im letzten Jahr verfasst wurden, wiederfinden. Peinliche Inhalte aus der Vergangenheit, die möglicherweise längst in Vergessenheit geraten sind, können so mühelos wieder ins Gedächtnis gerufen werden. Nutzer sollten deshalb in den Privatsphäreeinstellungen von Facebook alle Informationen, die nicht über die Graph Search an die Öffentlichkeit gelangen sollen, auf „Nur Ich“ oder „Freunde“ umstellen.

Darüber hinaus warnen Kritiker davor, Seiten sorglos zu liken und raten, gegebenenfalls durch die angesammelten Likes zu forsten, um ungewollte Verlinkungen mit dem eigenen Profil zu entfernen. Potenzielle Gefahren gehen auch von der Fotosuche aus, die es einfach macht, Fotos eines bestimmten Nutzers zu finden, die beispielsweise mit den Schlagworten Party versehen sind. Bedenkt man zum Beispiel, dass Unternehmen nach Auswahlgesprächen nicht selten die Facebook-Profile der Bewerber durchsuchen, so müssen diese nicht alle Posts und Bilder betrachten, sondern können gezielt nach „Bildern von XY auf einer Party“ suchen und auf diese Weise entsprechenden Fotos herausfiltern. Daher empfiehlt es sich wie immer ein Blick auf das eigene Facebook-Profil, um eventuellen unangenehmen Konsequenzen zu entgehen.
 
Das Rollout der neuen Funktionen hat bereits begonnen, doch erhalten zunächst nur wenige Nutzer Zugriff auf die Features. Allmählich soll der Dienst dann ausgeweitet werden und schon bald auch in Deutschland verfügbar sein.

Unsere Redaktion empfiehlt:

Relevante Beiträge

Meinungen zu diesem Beitrag

X
- Gib Deinen Standort ein -
- or -