Facebook-Nachrichten werden kostenpflichtig
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Facebook-Nachrichten werden hierzulande in Zukunft kostenpflichtig, wenn sie an einen Kontakt außerhalb des eigenen Freundeskreises versendet werden. Facebook hatte in den USA bereits im Dezember die kostenpflichtige Funktion eingeführt, nun wurde das Pilotprojekt in 36 weiteren Ländern, darunter auch Deutschland, gestartet.

Nachricht an Justin Bieber kostet bis zu 15 Dollar

Zunächst soll der Bezahl-Dienst, der per Kreditkarte abgewickelt werden soll, an ausgewählten Usern getestet werden. Damit sind die Zeiten der kostenlosen Nachrichten auf Facebook vorbei. Obwohl Mitteilungen an geaddete Kontakte weiterhin kostenlos bleiben sollen, müssen User, die zum Beispiel Prominente oder ihnen gänzlich unbekannte Personen anschreiben wollen, Geld auf den Tisch legen. Die Gebühren belaufen sich dabei bis zu 15 Dollar, je nachdem, wie beliebt die Person ist.

Laut Facebook sollen damit willkürlich versendete Spam-Nachrichten unterbunden werden. Das ist löblich, jedoch liegt es auf der Hand, dass die weltweit größte Social-Media-Plattform am Schriftverkehr seiner rund eine Milliarde Nutzer kräftig mitverdienen will. Schließlich muss das Unternehmen, das vor rund einem Jahr an die Börse gegangen ist, beweisen, dass es die Informationsflut seiner User in bare Münze umsetzen kann – sonst springen die Investoren ab.

Bezahlmodell wie bei Xing und LinkedIn?

Verabschiedet sich Facebook nun mit den kostenpflichtigen Nachrichten endgültig vom eigenen Grundsatz immer kostenlos verfügbar sein zu wollen? Andere Social-Media-Plattformen wie Xing oder LinkedIn bieten schon länger eine Bezahlvariante ihrer Plattform an. Eine Premiummitgliedschaft findet sich etwa bei LinkedIn. Hier kosten Zusatz-Features satte 25 Euro im Monat. Dafür können Nutzer aber auch ihnen nicht bekannte Kontakte anschreiben.

Auch Premiumkunden von Xing erhalten für eine monatliche Gebühr von 3,95 Euro zum Beispiel eine erweiterte Suchfunktion oder können sehen, wer ihr Profil besucht hat. Nachdem immer mehr Facebook-Funktionen kostenpflichtig geworden sind, ist es durchaus denkbar, dass auch Facebook bald eine ähnliche Variante wie LinkedIn und Xing anbieten wird.

Infos sammeln oder Nutzer abschrecken?

Nachdem Mark Zuckerberg vor einigen Monaten in einem Interview eingeräumt hat, das Facebook der mobilen Revolution jahrelang hinterhergehinkt ist und entsprechende Maßnahmen angekündigt hatte, startet die soziale Plattform in puncto mobile derzeit voll durch. Vor wenigen Tagen erst stellte Facebook seine neue App Facebook Home vor, die Android-Smartphones in Facebook-Smartphones verwandelt.

Nutzer von Facebook Home stellen die Social-Media-Plattform ins Zentrum aller mobilen Aktivitäten und werden dadurch eher dazu verleitet, noch mehr Informationen mit Facebook-Kontakten zu teilen.

Die Zeiten, in denen Facebook ein cooles und kostenloses Social-Media-Projekt war, sind nun offensichtlich endgültig vorbei, schließlich ist das Unternehmen nun an der Börse und muss sich mit nervösen Anlegern gut stellen. Während Facebook-Nutzer früher sorglos Bilder, Likes und Kommentare posteten, hat sich bei vielen Skepsis um die Sicherheit ihrer Daten eingestellt. Denn weniger Infos bedeutet für Facebook weniger Kapital, kostenpflichtige Nachrichten dürften hierzulande einige User verschrecken – da hilft auch keine Facebook-Home-App.

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