Facebook plant Satelliten-Internet – NASA mit an Bord
Kommentare

Wie wir früher dieses Jahr berichteten, plant Facebook ein System aus Drohnen und Satelliten, um auch die abgelegensten Regionen der Erde mit dem Internet zu verbinden und so seine Nutzerzahlen in die Höhe zu treiben. Hierzu wurde jetzt eine eigene Forschungsgruppe namens „Connectivity Lab“ ins Leben gerufen. Wie Mark Zuckerberg am Donnerstag bekannt gab, wurden bereits Experten der NASA, des Ames Research Center und anderen führenden Luft- und Raumfahrtspezialisten rekrutiert. Sie sollen die erforderlichen Technologien am Boden, in der Luft und im Orbit vorantreiben und optimieren.

Die Drohnen sollen in einer Höhe von 20 Kilometern kreisen, um Geräte am Boden mit dem Internet zu verbinden. Dabei sollen die Laser unter anderem die Kommunikation zwischen den Satelliten sicherstellen. Facebook gründete hierzu zusammen mit anderen Technologieunternehmen wie Samsung, Nokia, Opera Software und anderen internet.org. Im März stieß das soziale Netzwerk außerdem Gespräche mit dem Drohnenbauer Titan Aerospace an, dessen unbemannte Flugzeuge dank Solarenergie bis zu fünf Jahren in der Luft bleiben können. Jetzt stoßen Spezialisten von Ascenta zum „Connectivity Lab“. Die britische Firma hat die erste Version des Solarflugzeugs Zephyr entwickelt.

Hintergrund für die Kampagne bildet mit Sicherheit das Wachstumsproblem des sozialen Netzwerks. Facebook geht davon aus, dass lediglich ein Drittel der Weltbevölkerung einen Internetzugang besitzt. Das größte Potenzial liege dabei in Entwicklungsländern, wo weite Teile der Bevölkerung keinen Internetzugang haben – man denke nur an entwicklungsarme Landstriche mit einer niedrigen Bevölkerungsdichte und unzureichenden technologischen sowie finanziellen Kapazitäten. Viel Geld wird sich damit zu Anfang nicht verdienen lassen. Das Internet für alle soll laut taz in einem kostenlosen oder sehr günstigen Grundmodell angeboten werden, das die wichtigsten Dienste einschließt: Denkbar wären Wikipedia, Wettervorhersagen und eben soziale Netzwerke wie Facebook. Große Netzbetreiber, wie die Telekom, äußerten auf dem MWC 2014 vorsichtig ihre Bedenken am Unternehmen. Die Facebook-Ankündigung zeigt, dass auch ein Alleingang möglich wäre. Die Konkurrenz wartet im wahrsten Sinne des Wortes mit heißer Luft auf. Googles Project Loon verfolgt ähnliche Ziele, aber auf der Basis von Heißluftballons statt Drohnen, genießt aber bei Weitem nicht die gleiche Aufmerksamkeit.  

Unsere Redaktion empfiehlt:

Relevante Beiträge

Meinungen zu diesem Beitrag

X
- Gib Deinen Standort ein -
- or -